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Eagles of the Republic (2026)
Politthriller von Tarik Saleh über einen ägyptischen Filmstar, der vom Regime gezwungen wird, in einem Propagandafilm über Präsident al-Sisi mitzuspielen.Kritiker-Film-Bewertung:User-Film-Bewertung:
Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 2 Besucher eine Bewertung abgegeben.
George Fahmy (Fares Fares) ist der größte Star des ägyptischen Kinos. Der Schauspieler genießt sein luxuriöses Leben mit Alkohol, Affären und kommerziellen Kassenschlagern, obwohl sein Verhalten den offiziellen Moralvorstellungen des Regimes widerspricht. Doch als die Behörden ihn zunehmend als unberechenbar einstufen, wird George unter Druck gesetzt, die Hauptrolle in einem patriotischen Biopic über den Aufstieg von Präsident al-Sisi zu übernehmen. Der Film soll die Aura des populären Stars auf den Staatschef übertragen und die Macht des Militärs glorifizieren.
Während der Dreharbeiten kontrolliert Geheimdienstmann Dr. Mansour (Amr Waked) jede Szene und greift permanent in Drehbuch und Inszenierung ein. Gleichzeitig überwacht der Sicherheitsapparat Georges Privatleben und setzt seine Familie unter Druck – insbesondere seinen Sohn, der an einer amerikanischen Universität in Kairo studiert. Noch gefährlicher wird die Situation, als George eine Affäre mit Suzanne (Zineb Triki) beginnt, der Ehefrau eines mächtigen Generals, der die Produktion beaufsichtigt. Zwischen Filmsets, Militärparaden und luxuriösen Hotelzimmern gerät George immer tiefer in ein Netz aus Manipulation, Erpressung und Gewalt.
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Filmkritik
"Eagles of the Republic“: Starsystem unter Kontrolle
Mit "The Nile Hilton Incident“ und "Cairo Conspiracy“ hat Regisseur und Drehbuchautor Tarik Saleh bereits gezeigt, wie sich Politthriller und Gesellschaftsanalyse verbinden lassen. Sein neuer Film "Eagles of the Republic“ führt diese sogenannte Cairo-Trilogie nun zu Ende – diesmal mit der Filmindustrie als Schauplatz eines repressiven Machtapparats. Statt Polizei oder religiöser Institutionen steht nun die Welt der Stars, Produzenten und Propagandabilder im Mittelpunkt.
Der Film beginnt fast wie eine bissige Satire auf das ägyptische Unterhaltungskino. George Fahmy bewegt sich geschniegelt durch Filmstudios, Luxuspartys und Affären, wirkt eitel, charmant und politisch gleichgültig. Gerade diese Leichtigkeit macht den Einstieg reizvoll. Saleh zeigt eine Branche, in der sich alle mit Zensur arrangiert haben und "Qualität“ plötzlich bedeutet, den Erwartungen des Staates zu entsprechen. Erst nach und nach kippt die Stimmung. Aus der Mediensatire wird ein zunehmend düsterer Thriller über Kontrolle und Komplizenschaft.
Fares Fares trägt den Film
Wie schon in Salehs früheren Filmen ist Fares Fares die große Stärke des Films. Er spielt George nicht als heroischen Widerständler, sondern als narzisstischen Star, der glaubt, sich aus politischen Konflikten heraushalten zu können. Fares verbindet Arroganz, Müdigkeit und unterschwellige Angst zu einer vielschichtigen Figur, die gleichzeitig Täter und Opfer ist. Gerade weil George lange opportunistisch handelt, gewinnt der Film an Glaubwürdigkeit.
Auch die Nebenrollen funktionieren überzeugend. Amr Waked gibt den Geheimdienstmann Dr. Mansour mit ruhiger Freundlichkeit, die bedrohlicher wirkt als offene Aggression. Zineb Triki verleiht Suzanne eine geheimnisvolle Präsenz zwischen Verführung und Kalkül, während Lyna Khoudri als junge Schauspielerin Donya den Preis zeigt, den Frauen in diesem System zahlen müssen.
Starke Bilder zwischen Glamour und Überwachung
Visuell arbeitet Kameramann Pierre Aïm erneut mit düsteren Noir-Elementen. Militärparaden, monumentale Präsidentenporträts und patriotische Filmsets stehen im Kontrast zu engen Hotelzimmern, verrauchten Hinterräumen und anonymen Überwachungsräumen. Besonders gelungen sind die Szenen des "Films im Film“, in denen Saleh die Ästhetik klassischer Propagandafilme zitiert und gleichzeitig ironisch entlarvt.
Auch Alexandre Desplats Musik verstärkt die Ambivalenz des Films. Der Score wechselt zwischen glamourösen Orchesterpassagen und bedrohlichen Klangflächen, während Marschmusik, Stadiongesänge und Medienlärm ständig daran erinnern, wie tief die Staatspropaganda in den Alltag eingreift.
Allerdings verliert "Eagles of the Republic“ im Mittelteil etwas an Präzision. Der Film jongliert gleichzeitig mit Politthriller, Satire, Romanze und Metakino. Manche Handlungsstränge wirken dadurch leicht überladen, und nicht jede Wendung entfaltet die gewünschte Spannung. Gerade die komplexen Machtspiele innerhalb des Regimes geraten gelegentlich unübersichtlich.
Dennoch entwickelt der Film im letzten Drittel enorme Wucht. Wenn George schließlich bei einer Militärzeremonie endgültig erkennen muss, dass seine Popularität längst zur Waffe des Systems geworden ist, verdichtet Saleh seine Themen wirkungsvoll: Stars, Medien und Macht sind in autoritären Staaten untrennbar miteinander verbunden.
Fazit: "Eagles of the Republic“ verbindet politische Satire, Thriller und Medienstudie zu einem ambitionierten Blick auf die Verflechtung von Kino und autoritärer Macht. Tarik Saleh erzählt von einem Star, der glaubt, außerhalb der Politik zu stehen, bis das Regime seine Berühmtheit für eigene Zwecke vereinnahmt. Nicht alle erzählerischen Elemente greifen perfekt ineinander, doch Fares Fares liefert eine starke Hauptrolle, und die Mischung aus Glamour, Überwachung und politischer Parabel entfaltet besonders im Finale große Intensität.
Mit "The Nile Hilton Incident“ und "Cairo Conspiracy“ hat Regisseur und Drehbuchautor Tarik Saleh bereits gezeigt, wie sich Politthriller und Gesellschaftsanalyse verbinden lassen. Sein neuer Film "Eagles of the Republic“ führt diese sogenannte Cairo-Trilogie nun zu Ende – diesmal mit der Filmindustrie als Schauplatz eines repressiven Machtapparats. Statt Polizei oder religiöser Institutionen steht nun die Welt der Stars, Produzenten und Propagandabilder im Mittelpunkt.
Der Film beginnt fast wie eine bissige Satire auf das ägyptische Unterhaltungskino. George Fahmy bewegt sich geschniegelt durch Filmstudios, Luxuspartys und Affären, wirkt eitel, charmant und politisch gleichgültig. Gerade diese Leichtigkeit macht den Einstieg reizvoll. Saleh zeigt eine Branche, in der sich alle mit Zensur arrangiert haben und "Qualität“ plötzlich bedeutet, den Erwartungen des Staates zu entsprechen. Erst nach und nach kippt die Stimmung. Aus der Mediensatire wird ein zunehmend düsterer Thriller über Kontrolle und Komplizenschaft.
Fares Fares trägt den Film
Wie schon in Salehs früheren Filmen ist Fares Fares die große Stärke des Films. Er spielt George nicht als heroischen Widerständler, sondern als narzisstischen Star, der glaubt, sich aus politischen Konflikten heraushalten zu können. Fares verbindet Arroganz, Müdigkeit und unterschwellige Angst zu einer vielschichtigen Figur, die gleichzeitig Täter und Opfer ist. Gerade weil George lange opportunistisch handelt, gewinnt der Film an Glaubwürdigkeit.
Auch die Nebenrollen funktionieren überzeugend. Amr Waked gibt den Geheimdienstmann Dr. Mansour mit ruhiger Freundlichkeit, die bedrohlicher wirkt als offene Aggression. Zineb Triki verleiht Suzanne eine geheimnisvolle Präsenz zwischen Verführung und Kalkül, während Lyna Khoudri als junge Schauspielerin Donya den Preis zeigt, den Frauen in diesem System zahlen müssen.
Starke Bilder zwischen Glamour und Überwachung
Visuell arbeitet Kameramann Pierre Aïm erneut mit düsteren Noir-Elementen. Militärparaden, monumentale Präsidentenporträts und patriotische Filmsets stehen im Kontrast zu engen Hotelzimmern, verrauchten Hinterräumen und anonymen Überwachungsräumen. Besonders gelungen sind die Szenen des "Films im Film“, in denen Saleh die Ästhetik klassischer Propagandafilme zitiert und gleichzeitig ironisch entlarvt.
Auch Alexandre Desplats Musik verstärkt die Ambivalenz des Films. Der Score wechselt zwischen glamourösen Orchesterpassagen und bedrohlichen Klangflächen, während Marschmusik, Stadiongesänge und Medienlärm ständig daran erinnern, wie tief die Staatspropaganda in den Alltag eingreift.
Allerdings verliert "Eagles of the Republic“ im Mittelteil etwas an Präzision. Der Film jongliert gleichzeitig mit Politthriller, Satire, Romanze und Metakino. Manche Handlungsstränge wirken dadurch leicht überladen, und nicht jede Wendung entfaltet die gewünschte Spannung. Gerade die komplexen Machtspiele innerhalb des Regimes geraten gelegentlich unübersichtlich.
Dennoch entwickelt der Film im letzten Drittel enorme Wucht. Wenn George schließlich bei einer Militärzeremonie endgültig erkennen muss, dass seine Popularität längst zur Waffe des Systems geworden ist, verdichtet Saleh seine Themen wirkungsvoll: Stars, Medien und Macht sind in autoritären Staaten untrennbar miteinander verbunden.
Fazit: "Eagles of the Republic“ verbindet politische Satire, Thriller und Medienstudie zu einem ambitionierten Blick auf die Verflechtung von Kino und autoritärer Macht. Tarik Saleh erzählt von einem Star, der glaubt, außerhalb der Politik zu stehen, bis das Regime seine Berühmtheit für eigene Zwecke vereinnahmt. Nicht alle erzählerischen Elemente greifen perfekt ineinander, doch Fares Fares liefert eine starke Hauptrolle, und die Mischung aus Glamour, Überwachung und politischer Parabel entfaltet besonders im Finale große Intensität.
Markus Solty
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Besetzung & Crew von "Eagles of the Republic"
Land: Schweden, Frankreich, Dänemark, Finnland, DeutschlandJahr: 2026
Genre: Action, Thriller, Drama
Länge: 129 Minuten
Kinostart: 21.05.2026
Regie: Tarik Saleh
Darsteller: Cherien Dabis, Fares Fares, Lyna Khoudri, Amr Waked, Zineb Triki
Verleih: MFA Film





