
© Camino © Cangerfilms Filmverleih
30 and Wild (2026)
Deutsche Indie-Komödie um drei Freunde, einen 30. Geburtstag und verspätetes Erwachsenwerden.Kritiker-Film-Bewertung:User-Film-Bewertung:
Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 2 Besucher eine Bewertung abgegeben.
Dennis (Stefan Merten) steht kurz vor seinem 30. Geburtstag und scheint sein Leben im Griff zu haben: Beziehung, Karriere, Perspektive. Weil seine Verlobte ausgerechnet an diesem Tag verhindert ist, plant er, mit seinen alten Freunden Tim (Michael Bruch) und Freddy (Karsten Jaskiewicz) zu feiern. Doch die geplante Nostalgie-Nacht kippt schnell: Zwischen Clubbesuch und Gesprächen brechen alte Spannungen auf. Tim inszeniert sich wie gewohnt lautstark, Dennis gerät ins Grübeln, und Freddy bleibt schwer greifbar. Aus einer lockeren Reunion wird ein emotionaler Belastungstest für eine Freundschaft, die sich verändert hat.
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Filmkritik
"30 and Wild": Roh, nah dran und überraschend hochwertig
Mit "30 and Wild" knüpft Felix Maxim Eller an sein Debüt "Young and Wild" (2014) an, das sich einst ohne große Unterstützung zum kleinen Kultfilm entwickelte. Auch die Fortsetzung ist unabhängig produziert – und trägt diese Handschrift sichtbar weiter. Eller übernimmt erneut nahezu alle kreativen Rollen selbst, was sich in einer sehr direkten, oft dicht geführten Inszenierung widerspiegelt. Die Kamera bleibt nah an den Figuren, die Atmosphäre wirkt stellenweise fast dokumentarisch. Dafür, dass der Film mit begrenzten Mitteln entstanden ist, überzeugt die Optik erstaunlich deutlich und erreicht in Momenten ein Niveau, das man so nicht erwarten würde.
Inhaltlich orientiert sich der Film stärker am Mainstream, als es sein Ursprung vielleicht vermuten lässt. Die Nähe zu amerikanischen Vorbildern ist spürbar, gerade im Humor, der eher direkt als fein dosiert daherkommt. Nicht jeder Gag trifft ins Schwarze, manches verpufft – doch immer wieder blitzen gelungene, auch ruhigere Szenen auf, die dem Film mehr Tiefe verleihen, als man zunächst vermuten könnte.
Figuren mit Ecken – und Luft nach oben
Seine größten Stärken hat 30 and Wild im Zusammenspiel der drei Hauptfiguren. Der Blick auf Männer, die zwischen Vergangenheit und Gegenwart festhängen, besitzt Charme und trifft einen durchaus nachvollziehbaren Ton. Allerdings wirken die Darstellungen der Hauptdarsteller nicht immer ganz sicher, gerade in den feineren Zwischentönen. Umso stärker fallen die Nebenrollen auf: Besonders André Decker als erfolgloser Musiker Tommy bringt Energie, Timing und Präsenz in Szenen, die dadurch zu den Highlights zählen.
30 and Wild ist keine Revolution – weder als Komödie noch als Porträt einer Generation. Der Film hat klare Schwächen, gerade im Humor und in der schauspielerischen Präzision. Gleichzeitig überzeugt er mit spürbarer Leidenschaft, Authentizität und einer sympathischen Unabhängigkeit. Vielleicht ist genau das sein größter Pluspunkt: ein Werk, das nicht geschniegelt wirkt, sondern lebendig und echt – und damit erstaunlich gut zu seinem Schauplatz passt.
Fazit: Charmant, roh und sichtbar mit Herzblut gemacht: "30 and Wild" punktet vor allem durch Atmosphäre und Figuren, schwächelt aber bei Humor und Spiel. Kein großer Wurf, aber ein ehrliches, sympathisches Stück Independent-Kino, das trotz Unebenheiten Spaß macht.
Mit "30 and Wild" knüpft Felix Maxim Eller an sein Debüt "Young and Wild" (2014) an, das sich einst ohne große Unterstützung zum kleinen Kultfilm entwickelte. Auch die Fortsetzung ist unabhängig produziert – und trägt diese Handschrift sichtbar weiter. Eller übernimmt erneut nahezu alle kreativen Rollen selbst, was sich in einer sehr direkten, oft dicht geführten Inszenierung widerspiegelt. Die Kamera bleibt nah an den Figuren, die Atmosphäre wirkt stellenweise fast dokumentarisch. Dafür, dass der Film mit begrenzten Mitteln entstanden ist, überzeugt die Optik erstaunlich deutlich und erreicht in Momenten ein Niveau, das man so nicht erwarten würde.
Inhaltlich orientiert sich der Film stärker am Mainstream, als es sein Ursprung vielleicht vermuten lässt. Die Nähe zu amerikanischen Vorbildern ist spürbar, gerade im Humor, der eher direkt als fein dosiert daherkommt. Nicht jeder Gag trifft ins Schwarze, manches verpufft – doch immer wieder blitzen gelungene, auch ruhigere Szenen auf, die dem Film mehr Tiefe verleihen, als man zunächst vermuten könnte.
Figuren mit Ecken – und Luft nach oben
Seine größten Stärken hat 30 and Wild im Zusammenspiel der drei Hauptfiguren. Der Blick auf Männer, die zwischen Vergangenheit und Gegenwart festhängen, besitzt Charme und trifft einen durchaus nachvollziehbaren Ton. Allerdings wirken die Darstellungen der Hauptdarsteller nicht immer ganz sicher, gerade in den feineren Zwischentönen. Umso stärker fallen die Nebenrollen auf: Besonders André Decker als erfolgloser Musiker Tommy bringt Energie, Timing und Präsenz in Szenen, die dadurch zu den Highlights zählen.
30 and Wild ist keine Revolution – weder als Komödie noch als Porträt einer Generation. Der Film hat klare Schwächen, gerade im Humor und in der schauspielerischen Präzision. Gleichzeitig überzeugt er mit spürbarer Leidenschaft, Authentizität und einer sympathischen Unabhängigkeit. Vielleicht ist genau das sein größter Pluspunkt: ein Werk, das nicht geschniegelt wirkt, sondern lebendig und echt – und damit erstaunlich gut zu seinem Schauplatz passt.
Fazit: Charmant, roh und sichtbar mit Herzblut gemacht: "30 and Wild" punktet vor allem durch Atmosphäre und Figuren, schwächelt aber bei Humor und Spiel. Kein großer Wurf, aber ein ehrliches, sympathisches Stück Independent-Kino, das trotz Unebenheiten Spaß macht.
Markus Solty
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Besetzung & Crew von "30 and Wild"
Land: DeutschlandJahr: 2026
Genre: Komödie
Länge: 82 Minuten
Kinostart: 26.03.2026
Regie: Felix Maxim Eller
Darsteller: Jennifer Angersbach, Martin Armknecht, Stella Armknecht, Henrike Bennemann, Kathrin Bolle
Kamera: Felix Maxim Eller
Verleih: Camino, Cangerfilms Filmverleih
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