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American Sweatshop (2026)
Serienregisseurin Uta Briesewitz liefert mit einem amerikanisch-deutschen Psychothriller über die Abgründe des Internets ihr Spielfilmdebüt ab.Kritiker-Film-Bewertung:User-Film-Bewertung:
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Daisy Morris (Lili Reinhart) arbeitet als Social-Media-Content-Moderatorin – ein Job, der sie täglich mit Gewalt, Pornografie und Hass konfrontiert. Was andere nie zu Gesicht bekommen sollen, ist ihr Arbeitsalltag. Um die Belastung zu ertragen, flüchtet sie sich in Alkohol, Drogen und unverbindliche Begegnungen, während sie gleichzeitig von einem geregelteren Leben als Krankenschwester träumt. Ihr Umfeld im Großraumbüro reagiert unterschiedlich auf den psychischen Druck: mit schwarzem Humor, Zynismus oder kompletter Verdrängung. Als Daisy eines Tages ein besonders verstörendes Video mit dem Titel "Nailed It“ sieht, bricht sie zusammen. Für sie steht fest, dass es sich um reale Gewalt handelt – doch ihre Vorgesetzte Joy Jones (Christiane Paul) und später auch die Polizei stufen das Material als inszenierten Fetischinhalt ab. Getrieben von Zweifel und wachsender Besessenheit beginnt Daisy, selbst Nachforschungen anzustellen. Dabei verliert sie jedoch zunehmend den Halt.
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Filmkritik
“American Sweatshop”: Ein Blick in den Maschinenraum der sozialen Medien
Mit "American Sweatshop“ legt Uta Briesewitz ihr Spielfilmdebüt vor – nach einer beeindruckenden Karriere als Kamerafrau (“The Wire”) und Serienregisseurin (“Das Rad der Zeit”, “Severance”, “The Pitt”). Dass sie ihr Handwerk beherrscht, ist dem Film in jeder Einstellung anzusehen. Es entfaltet sich eine glaubhafte, beklemmende Welt, die visuell kühl und zugleich unterschwellig bedrohlich wirkt. Ihr gelingt es gemeinsam mit ihrem Kameramann Jörg Widmer, das zentrale Thema – die psychische Zermürbung durch digitale Gewalt – mit bemerkenswerter Zurückhaltung darzustellen. Explizite Bilder bleiben weitgehend ausgespart. Stattdessen genügen die Titel oder fragmentarische Ausschnitte aus den Videos um die Vorstellungskraft des Publikums zu aktivieren. Besonders stark wird das “Nailed- It”-Video, dass den Thrillerplot in Gang setzt dargestellt, nämlich zu einem Teil als Reflexionen in den Augen der Protagonistin. Diese Auslassungen erzeugen eine Unruhe, die weit über plakative Schockeffekte hinausgeht.
Der Film bewegt sich dabei zwischen Psychothriller und Charakterstudie, ohne sich je ganz für eine Seite zu entscheiden. Die Thrillerhandlung – Daisys Versuch, die vermeintlichen Täter von dem Video zur Rechenschaft zu ziehen – bleibt bewusst im Hintergrund. Im Zentrum steht vielmehr ihr innerer Zerfall: Schlaflosigkeit, Flashbacks und eine beginnende Entfremdung von der Realität.
Lili Reinhart trägt den Film mit einer nuancierten Darstellung, die den Wandel von abgeklärtem Zynismus hin zu brüchiger Verzweiflung überzeugend nachzeichnet. Ihr Spiel verleiht der Figur eine Dringlichkeit, die über das Drehbuch hinausweist. Die Nebenfiguren hingegen bleiben auffallend blass. Weder die Kolleginnen und Kollegen noch die Vorgesetzte gewinnen ausreichend Profil, um mehr als funktionale Stichwortgeber zu sein.
Doch so eindrucksvoll der Film seine Spannung über weite Strecken aufbaut, so unbefriedigend fällt letztlich die Auflösung aus. Weder der Thrilleraspekt noch das psychologische Drama finden zu einem wirklich konsequenten Ende.
Fazit: "American Sweatshop“ hinterlässt einen zwiespältigen Eindruck: ein atmosphärisch dichter, klug inszenierter Film, der sich inhaltlich mutig einem hochaktuellen Thema widmet – und doch auf den letzten Metern die erzählerische Präzision vermissen lässt, die ihm zur vollen Wirkung verholfen hätte.
Mit "American Sweatshop“ legt Uta Briesewitz ihr Spielfilmdebüt vor – nach einer beeindruckenden Karriere als Kamerafrau (“The Wire”) und Serienregisseurin (“Das Rad der Zeit”, “Severance”, “The Pitt”). Dass sie ihr Handwerk beherrscht, ist dem Film in jeder Einstellung anzusehen. Es entfaltet sich eine glaubhafte, beklemmende Welt, die visuell kühl und zugleich unterschwellig bedrohlich wirkt. Ihr gelingt es gemeinsam mit ihrem Kameramann Jörg Widmer, das zentrale Thema – die psychische Zermürbung durch digitale Gewalt – mit bemerkenswerter Zurückhaltung darzustellen. Explizite Bilder bleiben weitgehend ausgespart. Stattdessen genügen die Titel oder fragmentarische Ausschnitte aus den Videos um die Vorstellungskraft des Publikums zu aktivieren. Besonders stark wird das “Nailed- It”-Video, dass den Thrillerplot in Gang setzt dargestellt, nämlich zu einem Teil als Reflexionen in den Augen der Protagonistin. Diese Auslassungen erzeugen eine Unruhe, die weit über plakative Schockeffekte hinausgeht.
Der Film bewegt sich dabei zwischen Psychothriller und Charakterstudie, ohne sich je ganz für eine Seite zu entscheiden. Die Thrillerhandlung – Daisys Versuch, die vermeintlichen Täter von dem Video zur Rechenschaft zu ziehen – bleibt bewusst im Hintergrund. Im Zentrum steht vielmehr ihr innerer Zerfall: Schlaflosigkeit, Flashbacks und eine beginnende Entfremdung von der Realität.
Lili Reinhart trägt den Film mit einer nuancierten Darstellung, die den Wandel von abgeklärtem Zynismus hin zu brüchiger Verzweiflung überzeugend nachzeichnet. Ihr Spiel verleiht der Figur eine Dringlichkeit, die über das Drehbuch hinausweist. Die Nebenfiguren hingegen bleiben auffallend blass. Weder die Kolleginnen und Kollegen noch die Vorgesetzte gewinnen ausreichend Profil, um mehr als funktionale Stichwortgeber zu sein.
Doch so eindrucksvoll der Film seine Spannung über weite Strecken aufbaut, so unbefriedigend fällt letztlich die Auflösung aus. Weder der Thrilleraspekt noch das psychologische Drama finden zu einem wirklich konsequenten Ende.
Fazit: "American Sweatshop“ hinterlässt einen zwiespältigen Eindruck: ein atmosphärisch dichter, klug inszenierter Film, der sich inhaltlich mutig einem hochaktuellen Thema widmet – und doch auf den letzten Metern die erzählerische Präzision vermissen lässt, die ihm zur vollen Wirkung verholfen hätte.
Markus Solty
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Besetzung & Crew von "American Sweatshop"
Land: Deutschland, USAJahr: 2026
Genre: Thriller, Drama, Mystery
Kinostart: 30.04.2026
Regie: Uta Briesewitz
Darsteller: Lili Reinhart, Daniela Melchior, Jeremy Ang Jones, Josh Whitehouse, Tim Plester
Verleih: Plaion Pictures
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