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Wild Foxes (2026)
La danse des renards
Ungewöhnlicher Boxerfilm aus Belgien, der mit den Klischees des Genres spielt und die Ursprünge toxischer Männlichkeit ergründet.Kritiker-Film-Bewertung:User-Film-Bewertung:
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Camille (Samuel Kircher) lebt in einem Sportinternat im ländlichen Frankreich und gilt als großes Talent. Eines Tages entgeht er, auch dank seines besten Freundes Matteo (Faycal Anaflous), nur knapp einem schweren Unfall. Camille kommt schneller als erwartet wieder zu Kräften, doch dann wird er von Schmerzen heimgesucht, die nicht mehr verschwinden. Von jetzt auf gleich steht alles, wofür Camille so lange gekämpft hat, auf dem Spiel: der Titel, seine gesamte Sportkarriere, die Unterstützung seines Teams – und der Glaube an sich selbst.
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Filmkritik
Toxisches Umfeld
Der belgische Drehbuchautor und Regisseur Valéry Carnoy hat sich für sein Langfilmdebüt den Sport- und Boxerfilm vorgenommen, ohne sich jedoch in den gängigen Allgemeinplätzen der Genres zu verlieren. Viele Filme dieser Art verlaufen inhaltlich sowie dramaturgisch nach demselben Muster. Sie erzählen von Sieg und Niederlage und vom Weg des Underdogs zum Titel. Carnoy geht einen anderen Weg, da er sich auf die Suche nach den Grauzonen und Nuancen begibt. Und: Er entlarvt die Klischees des Milieus, in dem sich Camille bewegt.
In der rauen Welt des Boxens scheint für Verletzlichkeit oder Schwäche letztlich kein Platz zu sein – weder im Ring noch im Miteinander mit seinen Mannschaftskollegen nach dem Training. Der Umgangston ist derb und ruppig, davon zeugt allein der Umgangs- und Kommunikationsstil des wenig verständnisvollen Trainers. Und auch sein Team macht es Camille nicht leicht. Schnell kommen Gerüchte auf, Camille hätte seine Fähigkeiten eingebüßt, hätte gar keine Schmerzen und würde gar nur simulieren.
Queere Lovestory?
Camillie (ausdrucksstark: Hauptdarsteller Samuel Kircher) droht, vom Druck, der von allen Seiten auf ihn einprasselt und natürlich vor allem von ihm selbst kommt, zu zerbrechen. Der große Kampf rückt immer näher und die (Phantom-)Schmerzen wollen nicht verschwinden. Kraft und Ablenkung verschaffen ihm zwei enge Verbindungen, die Carnoy anspielungsreich und feinfühlig beschreibt. Einmal ist da die empathische Yas, eine Taekwondo-Kämpferin, die Camille zeigt, welche Einstellungen und Werte im Leben wirklich wichtig sind.
Und schließlich spielt auch Matteo eine tragende Rolle, der für Camille womöglich mehr nur als "nur“ ein guter Freund ist. Häufiger deutet "Wild Foxes“ das überdeutlich an, doch letztlich überlässt Carnoy diesen Aspekt der Interpretation und Beobachtungsgabe des Betrachters. Das passt gut zur rätselhaften Aura dieses Coming-of-Age-Sportdramas, das lediglich etwas zu häufig die Metapher vom einsamen, instinktiv vorgehenden (und titelgebenden) Fuchs bemüht. Die Botschaft ist klar: Camille sehnt sich nach der Freiheit, Listigkeit und Intelligenz der Tiere. Dabei übersieht er, dass er über all das bereits verfügt – er muss lediglich seine fest etablierten Glaubenssätze und die falschen Bewertungsmuster hinter sich lassen.
Fazit: "Wild Foxes“ ist ein starkes Debüt über die Suche nach den eigenen (wahren) Idealen, das von einem überzeugenden Cast und einer intelligent konstruierten Geschichte profitiert. Bewegend, feinsinnig, mit zärtlichem Wohlwollen erzählt.
Der belgische Drehbuchautor und Regisseur Valéry Carnoy hat sich für sein Langfilmdebüt den Sport- und Boxerfilm vorgenommen, ohne sich jedoch in den gängigen Allgemeinplätzen der Genres zu verlieren. Viele Filme dieser Art verlaufen inhaltlich sowie dramaturgisch nach demselben Muster. Sie erzählen von Sieg und Niederlage und vom Weg des Underdogs zum Titel. Carnoy geht einen anderen Weg, da er sich auf die Suche nach den Grauzonen und Nuancen begibt. Und: Er entlarvt die Klischees des Milieus, in dem sich Camille bewegt.
In der rauen Welt des Boxens scheint für Verletzlichkeit oder Schwäche letztlich kein Platz zu sein – weder im Ring noch im Miteinander mit seinen Mannschaftskollegen nach dem Training. Der Umgangston ist derb und ruppig, davon zeugt allein der Umgangs- und Kommunikationsstil des wenig verständnisvollen Trainers. Und auch sein Team macht es Camille nicht leicht. Schnell kommen Gerüchte auf, Camille hätte seine Fähigkeiten eingebüßt, hätte gar keine Schmerzen und würde gar nur simulieren.
Queere Lovestory?
Camillie (ausdrucksstark: Hauptdarsteller Samuel Kircher) droht, vom Druck, der von allen Seiten auf ihn einprasselt und natürlich vor allem von ihm selbst kommt, zu zerbrechen. Der große Kampf rückt immer näher und die (Phantom-)Schmerzen wollen nicht verschwinden. Kraft und Ablenkung verschaffen ihm zwei enge Verbindungen, die Carnoy anspielungsreich und feinfühlig beschreibt. Einmal ist da die empathische Yas, eine Taekwondo-Kämpferin, die Camille zeigt, welche Einstellungen und Werte im Leben wirklich wichtig sind.
Und schließlich spielt auch Matteo eine tragende Rolle, der für Camille womöglich mehr nur als "nur“ ein guter Freund ist. Häufiger deutet "Wild Foxes“ das überdeutlich an, doch letztlich überlässt Carnoy diesen Aspekt der Interpretation und Beobachtungsgabe des Betrachters. Das passt gut zur rätselhaften Aura dieses Coming-of-Age-Sportdramas, das lediglich etwas zu häufig die Metapher vom einsamen, instinktiv vorgehenden (und titelgebenden) Fuchs bemüht. Die Botschaft ist klar: Camille sehnt sich nach der Freiheit, Listigkeit und Intelligenz der Tiere. Dabei übersieht er, dass er über all das bereits verfügt – er muss lediglich seine fest etablierten Glaubenssätze und die falschen Bewertungsmuster hinter sich lassen.
Fazit: "Wild Foxes“ ist ein starkes Debüt über die Suche nach den eigenen (wahren) Idealen, das von einem überzeugenden Cast und einer intelligent konstruierten Geschichte profitiert. Bewegend, feinsinnig, mit zärtlichem Wohlwollen erzählt.
Björn Schneider
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Besetzung & Crew von "Wild Foxes"
Land: Frankreich, BelgienJahr: 2026
Genre: Drama, Sport
Originaltitel: La danse des renards
Länge: 92 Minuten
Kinostart: 07.05.2026
Regie: Valery Carnoy
Darsteller: Samuel Kircher, Faycal Anaflous, Anna Heckel, Jef Jacobs, Hassane Alili
Verleih: Grandfilm
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