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Auf zwei Rädern (2026)

À bicyclette!

Französisches Roadmovie: Ein trauernder Vater und sein bester Freund unternehmen eine außergewöhnliche Reise.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelm??iggutweltklasse 3 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelm??iggutweltklasse 3.0 / 5

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Mathias (Mathias Mlekuz) und sein bester Freund Philippe (Philippe Rebbot) haben Ungewöhnliches vor. In Gedenken an Mathias' gestorbenen Sohn Youri unternehmen sie eine Fahrradtour, die Youri ein paar Jahre zuvor gemacht hat: von La Rochelle bis nach Istanbul. Mit im Gepäck haben sie neben Mathias' Hund Lucky auch ein Fotobuch, das Youri von seiner Reise erstellt hat. Es dient ihnen unterwegs als Orientierung.

Nach anfänglicher Euphorie stellt sich schnell Ernüchterung ein. Mathias isst und Philippe raucht und trinkt zu viel, was die Fahrt ebenso erschwert wie die Tatsache, dass Philippe, der stets einen verwaschenen Anzug trägt, auf einem klapprigen Dreigang-Rad unterwegs ist. Zwischendurch kürzen die zwei Freunde schon mal ab, wenn sie sich von einem Wohnmobil mitnehmen lassen oder von Stuttgart nach Wien den Bus nehmen. An ihrem Ziel angekommen, stößt Mathias' zweiter Sohn Jo (Josef Mlekuz) hinzu, um dabei zu sein, wenn sich Mathias und Philippe mit Youris Freundin Marzi (Marzieh Rezaee) treffen.

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"Auf zwei Rädern": Zwei Männer, ein Hund und die Trauer

Der Anlass dieses Films ist real, was sich gleich zu Beginn zwar erahnen lässt, letzten Endes aber erst während des Abspanns vollends erschließt. Wenn die Schauspieler Mathias Mlekuz und Philippe Rebbot auf ihre Fahrräder steigen, um von La Rochelle an der französischen Atlantikküste bis an Schwarze Meer nach Istanbul zu radeln, dann könnte das auch einfach der Auftakt des nächstbesten Roadmovies sein. Die zwei Freunde unternehmen die Reise in Gedenken an Mathias' toten Sohn Youri, der wenige Jahre zuvor dieselbe Strecke auf einem Drahtesel zurücklegte. Diese Ausgangslage klingt wie eine originelle Drehbuchidee. Dass sie in der Realität fußt, deutet sich bereits dadurch an, dass die zwei Protagonisten dieselben Vornamen wie im wahren Leben tragen.

Mathias Mlekuz' Sohn Youri ist tatsächlich gestorben, und Philippe Rebbot ist tatsächlich Mlekuz' bester Freund. Als die Idee Gestalt annahm, die Strecke von Frankreich in die Türkei auf den Spuren Youris nachzufahren, schlug Rebbot vor, daraus auch gleich einen Film zu machen. Die zwei Schauspieler waren also nicht allein, sondern mit einer kleinen Crew durch halb Europa unterwegs, die in der Öffentlichkeit teils mit versteckter Kamera filmte, etwa in Stuttgart auf dem Cannstatter Wasen. Dadurch ist ein Film entstanden, der sich irgendwo im Spannungsfeld zwischen Roadmovie, Dokumentarfilm, fiktionalisierter Realität und Drama bewegt. Dass man bis zuletzt annehmen könnte, es handle sich um reine Fiktion liegt unter anderem daran, dass sich Mlekuz und Rebbot während ihrer Reise nie über ihren Beruf als Schauspieler und die Filmbranche unterhalten.

Improvisierte Spurensuche

Mit nur ein paar wenigen ausgearbeiteten Drehbuchseiten wurde der Großteil des Films improvisiert. Was zugleich Segen und Fluch ist. Die Improvisation verleiht der Handlung zwar mehr Authentizität, die gepaart mit der Kameraführung den dokumentarischen Charakter des Films unterstreicht. Auf zu viel Dramaturgie und pointierte Szenen sollte man indessen nicht hoffen, denn die Improvisation ist auch der Grund, warum vieles an diesem Film zu langatmig und bisweilen auch langweilig geraten sind.

Es ist bezeichnend, dass ausgerechnet die witzigste Szene des Films, als die zwei Freunde in Wien auf eine pingelige Airbnb-Vermieterin treffen, gescriptet war und die Vermieterin von der befreundeten Schauspielerin Adriane Grzadziel verkörpert wird. Ebenso augenfällig: Die volle emotionale Wucht trifft einen erst, als im Abspann Fotos von Mathias und Youri gezeigt werden und somit klar wird, dass der Film auf realen Ereignissen basiert. Etwas weniger Improvisation und deutlich mehr ausgearbeitete Szenen hätten diesem außergewöhnlichen filmischen Experiment gutgetan.

Fazit: Der französische Schauspieler Mathias Mlekuz hat zum zweiten Mal Regie geführt. Sein neuer Film "Auf zwei Rädern" hat einen wahren, todtraurigen Kern. Und die Mischung aus Roadmovie, Drama und Dokumentarfilm ist durchaus bewegend, hätte aber etwas weniger Improvisation und deutlich mehr ausgearbeitete Szenen vertragen.




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Besetzung & Crew von "Auf zwei Rädern"

Land: Frankreich
Weitere Titel: Ride Away
Jahr: 2026
Genre: Drama, Komödie
Originaltitel: À bicyclette!
Kinostart: 09.07.2026
Regie: Mathias Mlekuz
Darsteller: Mathias Mlekuz, Philippe Rebbot, Josef Mlekuz, Adriane Grzadziel, Marziyeh Rezaei
Verleih: Weltkino Filmverleih

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