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Klassentreffen - Alles beim Alten (2025)
T'as pas changé
30 Jahre nach dem Abi trifft sich eine Gruppe von Freunden zu einer großen Reunion-Sause. Französische Dramödie mit Stars wie Vanessa Paradis und François Damiens.Kritiker-Film-Bewertung:User-Film-Bewertung:
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Maxime (François Damiens), Hervé (Laurent Lafitte), Jordy (Jérôme Commandeur) erinnern sich gern an ihre Schul- und Abi-Zeit zurück, die fast genau 30 Jahre zurückliegt. Da das große Jubiläum kurz bevorsteht und der Tod eines Ex-Klassenkameraden sie ohnehin zurück in ihre Heimat führt, kommen die Drei auf eine Idee: eine große Party, die den Abitur-Jahrgang von einst wieder zusammenführen soll. Was eigentlich als nostalgischer Abend mit Retro-Touch, Hits aus der alten Zeit und schönen Erinnerungen geplant ist, entwickelt sich schnell zu einem emotionalen Stresstest für alle Anwesenden.
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Filmkritik
Tragikomik par excellence
Schon bei der Beerdigung des alten Klassenkameraden zeigt sich der Humor des von Jérôme Commandeur inszenierten Films, der auch das Drehbuch schrieb und gleichzeitig als einer der Hauptdarsteller auftritt. Zwischen Tragik und derbem Witz changiert diese Szene und jene tragikomische Note zieht sich gekonnt durch den gesamten Film. Commandeur verfügt außerdem über einen blendend aufgelegten Cast, aus dem vor allem zwei Darsteller herausragen. Zum einen Popstar Vanessa Paradis ("Be my baby“) als fragile Anne, die in Wahrheit bei weitem nicht so selbstsicher und souverän ist, wie sie anderen gegenüber tut. Und: François Damiens als verbitterter, zu Aggressionen neigender Wutbürger, der einige Schmunzler auf sich verbuchen kann.
Die wesentlichen Stärken von "Klassentreffen“ aber sind seine (überraschende) Tiefgründigkeit und die Vielzahl an komplexeren Fragestellungen, die inmitten all der gesalzenen One-Liner und pointierten Dialoge verhandelt werden. Eines dieser Themen ist die Diskrepanz zwischen Selbstwahrnehmung und Außenwirkung – zwischen Introspektion und "Image“.
Réunion-Party mit ernsten Themen
Commandeur arbeitet diesen Widerspruch schon relativ früh gewitzt und klug heraus, da die Resonanz auf die Einladung zum Klassentreffen bei weitem nicht so positiv ist, wie die drei Freunde gedacht haben. Im Gegenteil: kaum jemand will zum Klassentreffen kommen. Nach und nach zeigen sich die Gründe. In Wahrheit waren Maxime, Frauenheld Hervé (großartig: Laurent Lafitte) und Jordy (Jérôme Commandeur) damals nämlich alles andere beliebt und angesehen bei ihren Mitschülern. Stattdessen standen Missgunst, Mobbing und Demütigungen auf dem "Stundenplan“ der Abschlussklasse.
Dies alles zeigt: Unter der "komödiantischen Oberfläche“ beleuchtet die zunächst harmlos und generisch wirkende Story rund um eine Wiedersehens-Party unbequeme, ernste Themen wie soziale Ausgrenzung und – toxische – Gruppendynamiken. Daneben geht es um Vergänglichkeit, das Älterwerden und die Frage, wie man mit verpassten Chancen im Leben am besten umgeht. Zwischen diesen wohl dosierten Sentimentalitäten und melancholischen Szenen finden sich in "Klassentreffen“ aber immer noch etliche, gut getimte Comedy-Einlagen und schräge Momente. Und auch 90er-Liebhaber und Popkultur-Nostalgiker kommen auf ihre Kosten, da der Film die Sounds und das Lebensgefühl jenes Jahrzehnts wieder aufleben lässt. Allen voran in Form trashiger Euro-Dance-Hits und Spät-90er-Latin-Vibes.
Fazit: Überraschend facettenreiche, hintersinnige Tragikomödie über die Kluft zwischen nostalgischer Verklärung und verdrängten Erinnerungen, über Schulzeit-Traumata, das Älterwerden und den (melancholischen) Rückblick auf die erste Lebenshälfte.
Schon bei der Beerdigung des alten Klassenkameraden zeigt sich der Humor des von Jérôme Commandeur inszenierten Films, der auch das Drehbuch schrieb und gleichzeitig als einer der Hauptdarsteller auftritt. Zwischen Tragik und derbem Witz changiert diese Szene und jene tragikomische Note zieht sich gekonnt durch den gesamten Film. Commandeur verfügt außerdem über einen blendend aufgelegten Cast, aus dem vor allem zwei Darsteller herausragen. Zum einen Popstar Vanessa Paradis ("Be my baby“) als fragile Anne, die in Wahrheit bei weitem nicht so selbstsicher und souverän ist, wie sie anderen gegenüber tut. Und: François Damiens als verbitterter, zu Aggressionen neigender Wutbürger, der einige Schmunzler auf sich verbuchen kann.
Die wesentlichen Stärken von "Klassentreffen“ aber sind seine (überraschende) Tiefgründigkeit und die Vielzahl an komplexeren Fragestellungen, die inmitten all der gesalzenen One-Liner und pointierten Dialoge verhandelt werden. Eines dieser Themen ist die Diskrepanz zwischen Selbstwahrnehmung und Außenwirkung – zwischen Introspektion und "Image“.
Réunion-Party mit ernsten Themen
Commandeur arbeitet diesen Widerspruch schon relativ früh gewitzt und klug heraus, da die Resonanz auf die Einladung zum Klassentreffen bei weitem nicht so positiv ist, wie die drei Freunde gedacht haben. Im Gegenteil: kaum jemand will zum Klassentreffen kommen. Nach und nach zeigen sich die Gründe. In Wahrheit waren Maxime, Frauenheld Hervé (großartig: Laurent Lafitte) und Jordy (Jérôme Commandeur) damals nämlich alles andere beliebt und angesehen bei ihren Mitschülern. Stattdessen standen Missgunst, Mobbing und Demütigungen auf dem "Stundenplan“ der Abschlussklasse.
Dies alles zeigt: Unter der "komödiantischen Oberfläche“ beleuchtet die zunächst harmlos und generisch wirkende Story rund um eine Wiedersehens-Party unbequeme, ernste Themen wie soziale Ausgrenzung und – toxische – Gruppendynamiken. Daneben geht es um Vergänglichkeit, das Älterwerden und die Frage, wie man mit verpassten Chancen im Leben am besten umgeht. Zwischen diesen wohl dosierten Sentimentalitäten und melancholischen Szenen finden sich in "Klassentreffen“ aber immer noch etliche, gut getimte Comedy-Einlagen und schräge Momente. Und auch 90er-Liebhaber und Popkultur-Nostalgiker kommen auf ihre Kosten, da der Film die Sounds und das Lebensgefühl jenes Jahrzehnts wieder aufleben lässt. Allen voran in Form trashiger Euro-Dance-Hits und Spät-90er-Latin-Vibes.
Fazit: Überraschend facettenreiche, hintersinnige Tragikomödie über die Kluft zwischen nostalgischer Verklärung und verdrängten Erinnerungen, über Schulzeit-Traumata, das Älterwerden und den (melancholischen) Rückblick auf die erste Lebenshälfte.
Björn Schneider
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Besetzung & Crew von "Klassentreffen - Alles beim Alten"
Land: FrankreichJahr: 2025
Genre: Komödie
Originaltitel: T'as pas changé
Länge: 105 Minuten
Kinostart: 23.04.2026
Darsteller: Jérôme Commandeur, François Damiens, Vanessa Paradis, Laurent Lafitte
Verleih: Studiocanal
