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Immortals - Bagdads Jugend erhebt ihre Stimme (2024)
Immortals
Bleiben oder gehen?Kritiker-Film-Bewertung:User-Film-Bewertung:
Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 2 Besucher eine Bewertung abgegeben.
Im Mittelpunkt des Dokumentarfilms steht der unermüdliche Kampf einer jungen irakischen Generation für Freiheit und Selbstbestimmung. Der Fokus dreht sich um Milo, die sich zum Schutz als Mann ausgibt, samt ihrem Streben nach Freiheit und Selbstbestimmung, und Kameramann Khalili, der die Proteste dokumentiert. Vor dem Hintergrund des anhaltenden Konflikts im Nahen Osten gewann der Film bedeutende Auszeichnungen bei internationalen Festivals wie DOX Copenhagen oder dem We World Festival Bologna. Zudem erlangte "Immortals – Bagdads Jugend erhebt ihre Stimme“ den Prix de Soleure und den Titel "Bester Dokumentarfilm“ beim Raindance Filmfestival in London.
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Filmkritik
Als Mischung aus Dokumentarfilm und nachinszenierten Aufnahmen stellt die Schweizer Regisseurin Maja Tschumi das Mädchen Melak Mahdi, genannt Milo, und Mohamed Al Khalili als Gesichter einer irakischen Jugend im Kampf für eine bessere Zukunft vor. Während im ersten Kapitel die von ihrem Vater unterdrückte junge Frau und im zweiten der ehrgeizige Kameramann im Fokus stehen, vereinen sich im dritten Part ihre Positionen in paralleler Montage. Milo erzählt ihre Geschichte aus dem Off, während die Inszenierung ihrem Weg folgt. Dagegen spricht Khalili direkt in die Kamera, bevor als Rückblenden zur Oktoberrevolution des Jahres 2019 seine Aufnahmen im brodelnden Geschehen einsetzen.
In ihrem Debüt "Rotzloch“ beschäftigte sich Maja Tschumi mit der Situation männlicher Geflüchteter in der Schweiz und ihrem Culture Clash. Dass zahlreiche Szenen in "Immortals“ nachinszeniert wurden, erweist sich als Vorteil. Damit gelingen der Inszenierung nicht nur stimmige Kamerabilder. Mit nächtlichen Aufnahmen menschenleerer Straßen entsteht ein Gefühl von Angst und Verlorenheit. Ebenso musste man Sequenzen zum Schutz mancher Beteiligter nachstellen.
In seiner Hybridform gewinnt Tschumis zweiter Kinofilm durchaus an Spannung. Hier hebt sie im ersten Kapitel ("Hidden Battles“) nicht nur die Machtgefüge der Clans und Regierung hervor, sondern ebenso die marginalisierte Rolle von Frauen. Von ihrem Vater unterdrückt und eingesperrt, muss die burschikose Milo in die Rolle eines Jungen schlüpfen. Damit entgeht sie auf nächtlichen Touren Angriffen und fühlt sich selbstsicherer. Der Teil endet mit einem Cliffhanger zu ihrem ungewissen Schicksal.
Im zweiten Kapitel "Confrontation“ folgt man Khalilis Spuren mitten durch die Proteste, wobei Maja Tschumi auf seine per Handy oder einer GoPro-Kamera eingefangenen Bilder zurückgreifen kann. Obwohl ein Freund dabei ums Leben kommt und er selbst verletzt wird, zieht es ihn immer wieder zurück zu den Demonstrationen am Al-Tahrir-Platz. Im dritten Teil "Decisions“ aus dem Sommer 2022 ergeben sich für die Protagonisten neue Konflikte: Soll man bleiben oder das Land verlassen? "Meine Treue gilt dem Irak“, steht unter einer Zeichnung in Khalilis Zimmer. Den rücksichtslosen Machthabern und dem korrupten System gilt diese Zusage nicht. Milo möchte nicht ohne ihre Freundin Avin fliehen, mit der sie in trauter Zweisamkeit am Flussufer verweilt, da die Rückkehr zur Familie ihren Tod bedeuten könnte. Gewalt/Angst und Vertrauen stehen sich hier gegenüber.
Tschumi schneidet dabei Themen wie Rollenverständnisse, Identität, Solidarität und Heimat an. Der Nachspann verdeutlicht, dass Proteste immer noch eine Bedrohung für Aktivisten bedeuten. Ihr zweiter Kinofilm überzeugt durch einen erhellenden Einblick in ihre angespannte Lage.
Fazit: Dokumentarfilm mit nachgestellten Szenen um zwei junge irakische Aktivisten der Oktoberrevolution 2019 und den Auswirkungen auf ihr Leben. Private Momente verbinden sich wirkungsvoll mit dem Schicksal des Landes.
In ihrem Debüt "Rotzloch“ beschäftigte sich Maja Tschumi mit der Situation männlicher Geflüchteter in der Schweiz und ihrem Culture Clash. Dass zahlreiche Szenen in "Immortals“ nachinszeniert wurden, erweist sich als Vorteil. Damit gelingen der Inszenierung nicht nur stimmige Kamerabilder. Mit nächtlichen Aufnahmen menschenleerer Straßen entsteht ein Gefühl von Angst und Verlorenheit. Ebenso musste man Sequenzen zum Schutz mancher Beteiligter nachstellen.
In seiner Hybridform gewinnt Tschumis zweiter Kinofilm durchaus an Spannung. Hier hebt sie im ersten Kapitel ("Hidden Battles“) nicht nur die Machtgefüge der Clans und Regierung hervor, sondern ebenso die marginalisierte Rolle von Frauen. Von ihrem Vater unterdrückt und eingesperrt, muss die burschikose Milo in die Rolle eines Jungen schlüpfen. Damit entgeht sie auf nächtlichen Touren Angriffen und fühlt sich selbstsicherer. Der Teil endet mit einem Cliffhanger zu ihrem ungewissen Schicksal.
Im zweiten Kapitel "Confrontation“ folgt man Khalilis Spuren mitten durch die Proteste, wobei Maja Tschumi auf seine per Handy oder einer GoPro-Kamera eingefangenen Bilder zurückgreifen kann. Obwohl ein Freund dabei ums Leben kommt und er selbst verletzt wird, zieht es ihn immer wieder zurück zu den Demonstrationen am Al-Tahrir-Platz. Im dritten Teil "Decisions“ aus dem Sommer 2022 ergeben sich für die Protagonisten neue Konflikte: Soll man bleiben oder das Land verlassen? "Meine Treue gilt dem Irak“, steht unter einer Zeichnung in Khalilis Zimmer. Den rücksichtslosen Machthabern und dem korrupten System gilt diese Zusage nicht. Milo möchte nicht ohne ihre Freundin Avin fliehen, mit der sie in trauter Zweisamkeit am Flussufer verweilt, da die Rückkehr zur Familie ihren Tod bedeuten könnte. Gewalt/Angst und Vertrauen stehen sich hier gegenüber.
Tschumi schneidet dabei Themen wie Rollenverständnisse, Identität, Solidarität und Heimat an. Der Nachspann verdeutlicht, dass Proteste immer noch eine Bedrohung für Aktivisten bedeuten. Ihr zweiter Kinofilm überzeugt durch einen erhellenden Einblick in ihre angespannte Lage.
Fazit: Dokumentarfilm mit nachgestellten Szenen um zwei junge irakische Aktivisten der Oktoberrevolution 2019 und den Auswirkungen auf ihr Leben. Private Momente verbinden sich wirkungsvoll mit dem Schicksal des Landes.
Gregor Ries
TrailerAlle "Immortals - Bagdads Jugend erhebt ihre Stimme"-Trailer anzeigen

Besetzung & Crew von "Immortals - Bagdads Jugend erhebt ihre Stimme"
Land: Schweiz, IrakJahr: 2024
Genre: Dokumentation
Originaltitel: Immortals
Länge: 94 Minuten
Kinostart: 21.05.2026
Regie: Maja Tschumi
Darsteller: Mohammed Al Khalili, Melak Mahdi
Verleih: W-Film






