oder

Wolken über Lützerath (2025)

Doku über den Erhalt des Dorfes Lützerath im rheinischen Braunkohlerevier und die Menschen, die sich dafür einsetzen.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelm??iggutweltklasse 4 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelm??iggutweltklasse 4.0 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 1 Besucher eine Bewertung abgegeben.


Lützerath – für viele ein Symbol einer radikal gescheiterten Energie- und Klimapolitik. Die Aktivisten*innen Blinker, Ronni und die grüne Bundestagsabgeordnete Kathrin Henneberger kämpfen für den Erhalt des mitten im rheinischen Braunkohlerevier liegenden Dorfes. Doch alle drei haben unterschiedliche Methoden an die Problematik heranzugehen. Ronni verfolgt eine ausgeklügelte Medienstrategie, während Blinker die Siedlung mit "Körpereinsatz“ zu schützen versucht. Henneberger kämpft hingegen mit politischen Mitteln für den Erhalt von Lützerath. Doch letztlich ohne Erfolg. Die vollständige Räumung und der Abriss des Dorfes erfolgen im Januar 2023. Ein Jahr später trifft der Regisseur Lukas Reiter die drei Protagonist*innen wieder. Wie blicken sie auf die Geschehnisse zurück und wie geht es ihnen jetzt?

Bildergalerie zum Film "Wolken über Lützerath"

Wolken über LützerathWolken über LützerathWolken über LützerathWolken über LützerathWolken über LützerathWolken über Lützerath

Hier streamen


Filmkritikunterirdischschlechtmittelm??iggutweltklasse4 / 5

Ikonische Bilder

Mehr als drei Jahre liegen die Ereignisse rund um Lützerath nun zurück. Im Januar 2023 und den Monaten davor bestimmte das Thema die Medien und Berichterstattung in Deutschland. "Wolken über Lützerath“ weckt Erinnerungen an einige der ikonischen Bilder und Aufnahmen, die sich auf ewig eingebrannt haben. Da sind die meterhohen Barrikaden und provisorisch errichteten Baumhaussiedlungen der Aktivisten. Die Szenen der Abriss- und Baumfällarbeiten. Die (teils gewaltsamen) Räumungen durch die Polizei, während im Nachbarort hunderte Menschen lautstark dagegen demonstrieren.

Oder die beeindruckenden Luftbilder, die das Dorf mit den Aktivisten und die direkt angrenzende, gewaltige Mondlandschaft des Braunkohletagebaus zeigen – ein auf Video gebannter, nachdrücklicher Kontrast. Und nicht zu vergessen: Klimaaktivistin Greta Thunberg, die sich medienwirksam für die Protestierenden und Aktivisten einsetzt – und ihr Schild mit der Aufschrift "Lützi lebt“ tagelang in jede Kamera hält.

Spannendes Porträt dreier Sichtweisen

Regisseur und Drehbuchautor Lukas Reiter war während der Ereignisse mitten im Geschehen. Der 32-Jährige lebte über ein halbes Jahr selbst im Camp. Mit "Wolken über Lützerath“ gelingt ihm das bewegende, zurückgenommene Porträt einer (wütenden) Generation im Ausnahmezustand. Stellvertretend für diese Generation stehen die jungen Aktivisten*innen Blinker und Ronni. Spannend sind ihre gegensätzlichen Ansätze und Versuche, die Zerstörung des Weilers zu verhindern. Während Ronni die Medienarbeit aus dem besetzten Lützerath heraus steuert, setzt Blinker, die ursprünglich aus der "Fridays-for-Future“-Bewegung stammt, auf eine andere, radikalere Form des Protests.

Sie steht symbolisch für zivilen Ungehorsam und den "physischen Widerstand“, sprich: Sie klettert auf Bäume, verbringt Tage in Baumhäusern und organisiert den Bau von Barrikaden, um das Vorankommen der RWE-Bagger zu verlangsamen. Reiter kommt Ronni und Blinker beiden im Laufe der Doku sehr nah und arbeitet ihren Antrieb sowie ihre Motivation sorgsam heraus. In den späteren, "retrospektiven“ Interviews äußern sie sich reflektiert und überlegt zu den Geschehnissen. Mit einem Jahr Abstand hat sich vieles beruhigt, doch an ihren Ansichten zur Demokratie und der Macht kollektiven zivilen Ungehorsams hat sich nichts geändert. Das machen die unaufgeregten Interviews, die kluge Gedanken und messerscharfe Analysen zu Tage fördern, deutlich.

Bei der Betrachtung von Hennebergers Versuchen, den Protest auf parlamentarischer Ebene zu unterstützen, zeigen sich hingegen die Grenzen von (Partei-)Politik. Und einen tragischen Konflikt: Henneberger schlug sich auf die Seite der Aktivisten, während ihre eigene Partei die Räumung des Dorfes beschlossen hatte und – bis zum Schluss – verteidigte.

Fazit: Ohne Effekthascherei und moralischen Zeigefinger realisierte Doku, die hinter die Kulissen einer der Aufsehen erregendsten klimapolitischen Protestaktionen blickt und seine Protagonist*innen sensibel und aufmerksam porträtiert.




TrailerAlle "Wolken über Lützerath"-Trailer anzeigen

Zum Video: Wolken über Lützerath

Besetzung & Crew von "Wolken über Lützerath"

Land: Deutschland
Jahr: 2025
Genre: Dokumentation
Länge: 106 Minuten
FSK: 12
Kinostart: 18.05.2026
Regie: Lukas Reiter
Verleih: Rotzfrech Cinema

Verknüpfungen zu "Wolken über Lützerath"Alle anzeigen





Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.