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Der perfekte Schein - Der Fall Bojarski (2026)
L'affaire Bojarski
Drama über den polnischen Flüchtling Jan Bojarski, der sich in der Nachkriegszeit als einer der besten (und gefürchtetsten) Geldfälscher Europas einen Namen macht.Kritiker-Film-Bewertung:User-Film-Bewertung:
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Frankreich in den 1950ern: Jan Bojarski (Reda Kateb) ist ein polnischer Ingenieur, der während des Zweiten Weltkriegs als Geflüchteter ins Land kam. Seit dem Ende des Kriegs fehlen ihm zwei elementare Dinge: ein offizieller Status als anerkannter Flüchtling und ein Job. Aus seiner finanziellen Not heraus beginnt Bojarksi, professionell Banknoten zu fälschen. In seiner verstaubten Werkstatt tüftelt er jahrelang an Holzpressen, Farben und Gravuren, bis seine fingierten Scheine von echten nicht mehr zu unterscheiden sind – mit Erfolg. Seiner Frau Suzanne (Sara Giraudeau) sagt er erst nach Jahren, womit er eigentlich sein Geld verdient. Derweil heftet sich der beharrliche Kommissar Mattei (Bastien Bouillon) an Bojarskis Fersen. Es ist der Beginn einer 15-jährigen Verfolgung.
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Filmkritik
Der sympathische Verbrecher
"Der perfekte Schein“ basiert auf dem verbürgten Fall des Ingenieurs Czesław Bojarski, der sich zum "genialsten Fälscher“ seiner Zeit entwickelte. In den 50er- und 60er-Jahren brachte er die französische Zentralbank, Justiz und Polizei zum Verzweifeln. Erst 1964 wurde er gefasst – und zu 20 Jahren Haft verurteilt (von denen er 13 Jahre verbüßte). Regisseur Jean-Paul Salomé zeichnet die Hauptfigur aber zu keinem Zeitpunkt als geldgierigen, hinterhältigen Betrüger oder unerbittlichen Schurken.
Stattdessen erscheint Bojarski (charismatisch und mit roher Präsenz: Reda Kateb) zuerst einmal als Opfer seiner Zeit. Im Nachkriegsfrankreich wurden ausländische Qualifikationen und Diplome oft nicht oder nur sehr schwer anerkannt. Hinzu kam, dass ihm – als Kriegsflüchtling – der Zugang zum französischen Arbeitsmarkt verwehrt blieb. Und so begann er schließlich aus Verzweiflung und aus Sorge, seine Frau und sich nicht mehr ernähren zu können, mit dem Fälschen.
Geldfälschen als Akt der Kunst
Bojarskis Antrieb ist ein stark verinnerlichter Perfektionismus. Er möchte nämlich den titelgebenden "perfekten Schein“ kreieren, der sich nicht vom echten unterscheiden lässt. Um Luxus oder Reichtum geht es ihm nicht. Diese Charakterzeichnung der Hauptfigur, die hier eben kein unsympathischer Antagonist ist, ist unalltäglich und sticht in diesem entschleunigt erzählten Film positiv heraus. Ebenso außergewöhnlich und erfrischend ist die Hingabe, mit der Salomé das Fälschen als Kunst und filigrane, meditativ anmutende Handarbeit inszeniert.
In Nahaufnahmen zeigt die Kamera, wie der "Cézanne des Falschgeldes“ akribisch in seinem schlecht ausgeleuchteten Kellerlabor zu Werke geht. Er schneidet, graviert, presst, druckt, mischt Farben an, schleift und nutzt für alles – natürlich selbstgebaute – Holz- und Handpressen. Ihm auf der Spur ist Kommissar Mattei, wie Bojarski ein Getriebener und Besessener. "Der perfekte Schein“ widmet sich nicht im Detail der Beziehung bzw. dem Zusammenleben von Bojarski und seiner Frau. Stattdessen schenkt er seine größte Aufmerksamkeit der Beziehung, oder vielmehr dem Duell, der beiden Männer (ganz im Stil von "Heat“). Und dieses ist, ebenfalls ungewöhnlich, von gegenseitiger Bewunderung und größtem Respekt geprägt.
Fazit: Spannend inszeniertes biografisches Krimidrama über einen genialischen Geldfälscher und seinen obsessiven Verfolger. Präzise erzählt und hingebungsvoll gespielt.
"Der perfekte Schein“ basiert auf dem verbürgten Fall des Ingenieurs Czesław Bojarski, der sich zum "genialsten Fälscher“ seiner Zeit entwickelte. In den 50er- und 60er-Jahren brachte er die französische Zentralbank, Justiz und Polizei zum Verzweifeln. Erst 1964 wurde er gefasst – und zu 20 Jahren Haft verurteilt (von denen er 13 Jahre verbüßte). Regisseur Jean-Paul Salomé zeichnet die Hauptfigur aber zu keinem Zeitpunkt als geldgierigen, hinterhältigen Betrüger oder unerbittlichen Schurken.
Stattdessen erscheint Bojarski (charismatisch und mit roher Präsenz: Reda Kateb) zuerst einmal als Opfer seiner Zeit. Im Nachkriegsfrankreich wurden ausländische Qualifikationen und Diplome oft nicht oder nur sehr schwer anerkannt. Hinzu kam, dass ihm – als Kriegsflüchtling – der Zugang zum französischen Arbeitsmarkt verwehrt blieb. Und so begann er schließlich aus Verzweiflung und aus Sorge, seine Frau und sich nicht mehr ernähren zu können, mit dem Fälschen.
Geldfälschen als Akt der Kunst
Bojarskis Antrieb ist ein stark verinnerlichter Perfektionismus. Er möchte nämlich den titelgebenden "perfekten Schein“ kreieren, der sich nicht vom echten unterscheiden lässt. Um Luxus oder Reichtum geht es ihm nicht. Diese Charakterzeichnung der Hauptfigur, die hier eben kein unsympathischer Antagonist ist, ist unalltäglich und sticht in diesem entschleunigt erzählten Film positiv heraus. Ebenso außergewöhnlich und erfrischend ist die Hingabe, mit der Salomé das Fälschen als Kunst und filigrane, meditativ anmutende Handarbeit inszeniert.
In Nahaufnahmen zeigt die Kamera, wie der "Cézanne des Falschgeldes“ akribisch in seinem schlecht ausgeleuchteten Kellerlabor zu Werke geht. Er schneidet, graviert, presst, druckt, mischt Farben an, schleift und nutzt für alles – natürlich selbstgebaute – Holz- und Handpressen. Ihm auf der Spur ist Kommissar Mattei, wie Bojarski ein Getriebener und Besessener. "Der perfekte Schein“ widmet sich nicht im Detail der Beziehung bzw. dem Zusammenleben von Bojarski und seiner Frau. Stattdessen schenkt er seine größte Aufmerksamkeit der Beziehung, oder vielmehr dem Duell, der beiden Männer (ganz im Stil von "Heat“). Und dieses ist, ebenfalls ungewöhnlich, von gegenseitiger Bewunderung und größtem Respekt geprägt.
Fazit: Spannend inszeniertes biografisches Krimidrama über einen genialischen Geldfälscher und seinen obsessiven Verfolger. Präzise erzählt und hingebungsvoll gespielt.
Björn Schneider
TrailerAlle "Der perfekte Schein - Der Fall Bojarski"-Trailer anzeigen

Besetzung & Crew von "Der perfekte Schein - Der Fall Bojarski"
Land: FrankreichWeitere Titel: The Money Maker
Jahr: 2026
Genre: Drama, Krimi, Biografie
Originaltitel: L'affaire Bojarski
Länge: 128 Minuten
Kinostart: 30.07.2026
Darsteller: Reda Kateb, Sara Giraudeau, Bastien Bouillon, Pierre Lottin, Quentin Dolmaire
Verleih: Progress Film






