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Dry Leaf (2026)

Khmeli potoli

Roadmovie: Zwischen Suche, Erinnerung und Fußballpoesie: Alexandre Koberidze erzählt von einem Vater, der seiner verschwundenen Tochter durch die Landschaften Georgiens folgt.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelm??iggutweltklasse 4 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelm??iggutweltklasse 1.0 / 5

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Irakli macht sich auf die Suche nach seiner Tochter Lisa, die spurlos verschwunden ist. Die junge Fotografin hatte zuletzt verlassene Fußballplätze in ländlichen Regionen Georgiens dokumentiert und in einem Brief ausdrücklich erklärt, dass sie nicht gefunden werden möchte. Gemeinsam mit ihrem Freund Levan reist Irakli durch Dörfer und Landschaften, folgt den Spuren ihrer Fotografien und begegnet dabei Kindern, Dorfbewohnern sowie Tieren, die die Plätze bevölkern. Merkwürdig bleibt jedoch, dass Levan für das Publikum unsichtbar ist – man hört ihn sprechen, sieht ihn jedoch nie. Aus der Suche nach einer Vermissten entwickelt sich zunehmend ein kontemplatives Roadmovie, das weniger Antworten liefert als Beobachtungen über Landschaft, Erinnerung und das Leben zwischen den Bolzplätzen der georgischen Provinz.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelm??iggutweltklasse4 / 5

"Dry Leaf": Kino der Umwege und Erinnerungen

Mit "Dry Leaf" knüpft Alexandre Koberidze an die poetische Offenheit seiner früheren Arbeiten an und entwickelt ein Roadmovie, das sich konsequent konventionellen Erzählmustern entzieht. Schon der Titel verweist auf eine Fußballmetapher: Der Flatterball, so übersetzt man "Dry Leaf" wohl am ehesten, beschreibt eine Flugbahn, die zunächst berechenbar wirkt, dann jedoch abrupt ihre Richtung ändert. Genau diesem Prinzip folgt auch der Film. Was als klassische Suche beginnt, verliert sich immer wieder in Umwegen, Nebenbeobachtungen und scheinbar beiläufigen Momenten.

Dabei erweisen sich die verlassenen und improvisierten Fußballplätze als zentrales Motiv. Sie sind weit mehr als bloße Schauplätze, sondern fungieren als soziale und kulturelle Gedächtnisorte. Kinder spielen, Hunde streunen über das Feld, Kühe grasen auf dem Rasen – der Fußballplatz erscheint als einer der letzten öffentlichen Räume, in denen Gemeinschaft sichtbar wird. Koberidze beobachtet diese Orte mit großer Aufmerksamkeit und macht sie zu Projektionsflächen für Vergänglichkeit und Erinnerung.

Besonders reizvoll ist die Figur des unsichtbaren Levan. Dass er ausschließlich als Stimme existiert, bleibt unerklärt, entfaltet jedoch eine eigene poetische Logik. Seine Unsichtbarkeit lässt sich als Reflexion über das Kino selbst lesen, das Stimmen, Erinnerungen und Atmosphären oft nachhaltiger bewahrt als körperliche Präsenz. Während Irakli nach seiner Tochter sucht, wird er von einer Figur begleitet, die selbst nur noch als akustische Spur existiert.

Allerdings verlangt "Dry Leaf" seinem Publikum einiges an Geduld ab. Über eine Laufzeit von rund drei Stunden wiederholen sich Fahrten, Gespräche und Beobachtungen. Die narrative Entwicklung bleibt minimal, manche Motive kehren häufiger zurück, als es dramaturgisch notwendig erscheint. Diese Wiederholung ist jedoch Teil des Konzepts: Bedeutung entsteht hier weniger durch Handlung als durch Rhythmus und Verdichtung.

Hinzu kommt die bewusst reduzierte Bildästhetik, die mit einer alten Handykamera aus dem Jahr 2008 erzeugt wurde. Die grobpixeligen Bilder wirken zunächst irritierend, entwickeln jedoch eine eigentümliche Intensität. Konturen lösen sich auf, Farben verschwimmen, Gesichter bleiben flüchtig. Koberidse versteht Kino hier nicht als präzise Abbildung der Realität, sondern als bruchstückhafte Erinnerung an sie.

Gerade in dieser Kombination aus formaler Reduktion, narrativer Offenheit und genauer Beobachtung entfaltet "Dry Leaf" seine besondere Qualität. Der Film bewegt sich zwischen Melancholie, Humor und Naturbeobachtung, verliert zwischendurch an Tempo, findet jedoch immer wieder zu Momenten stiller, eindringlicher Schönheit.

Fazit: "Dry Leaf" ist ein eigenwilliges, entschleunigtes Roadmovie über Erinnerung, Landschaft und das Recht zu verschwinden. Seine formale Radikalität und enorme Laufzeit fordern Geduld, belohnen diese jedoch mit einer poetischen und ungewöhnlichen Kinoerfahrung.




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Zum Video: Dry Leaf

Besetzung & Crew von "Dry Leaf"

Land: Deutschland, Georgien
Jahr: 2026
Genre: Drama, Sport
Originaltitel: Khmeli potoli
Länge: 186 Minuten
Kinostart: 02.07.2026
Darsteller: Giorgi Bochorishvili, Irina Chelidze, Vakhtang Fanchulidze, David Koberidze, Otar Nijaradze
Verleih: Grandfilm

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