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Sechswochenamt (2026)

Drama über eine junge Frau, die um ihre verstorbene Mutter trauert und darum kämpft, sie auf die von ihr gewünschte Art zu bestatten.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelm??iggutweltklasse 3 / 5
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Lore (Magdalena Laubisch) ist bei ihrer Mutter im Hospizzimmer, als sie stirbt. In den nächsten Tagen und Wochen wohnt sie in Mutters Wohnung in ihrer rheinischen Heimatstadt Erkelenz. Die Beerdigung muss organisiert, die Wohnung aufgelöst werden, und die Covid-Pandemie hat gerade begonnen. Lore kennt Mutters Wunsch, was mit ihrer Asche geschehen soll und will ihn erfüllen. Dafür haben aber weder Omma Inge (Gerta Gormanns), noch der Onkel (Patrick Joswig) Verständnis.

Lore bittet ihre Schwester am Telefon vergeblich, auch nach Erkelenz zu kommen. So fühlt sich die junge Frau sehr allein. Wie der Bestatter (Markus Forg-Thelen) erklärt, ist es eigentlich nicht erlaubt, die Mutter auf die gewünschte Weise beizusetzen, aber vielleicht gäbe es eine Lösung. Der neue Pfarrer (Marc Fischer) kannte die Verstorbene nicht, möchte Lore aber etliche ihrer Möbel abkaufen. Lore gibt den Plan einer besonderen und würdevollen Trauerzeremonie nicht auf.

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"Sechswochenamt“: Die Nöte einer Trauernden

Mit ihrem Spielfilmdebüt greift die Regisseurin Jacqueline Jansen ein Thema auf, um das sich niemand gerne Gedanken macht. Und doch werden die meisten Menschen irgendwann mit dem Tod nahestehender Personen konfrontiert. Eine junge Frau trauert um ihre Mutter und stößt auf ungeahnte Hürden, als sie eine Bestattung nach deren Wünschen organisieren will. Jansen hatte für das Filmprojekt keine öffentlichen Fördergelder bekommen, "Sechswochenamt“ aber wurde dann auf verschiedenen Filmfestivals mit mehreren Preisen ausgezeichnet. Jansens Mutter starb während des ersten Corona-Lockdowns, die fiktionalisierte Filmhandlung basiert auf dieser Erfahrung. Zur authentischen Wirkung trägt bei, dass Jansen in ihrer Heimatstadt Erkelenz mit einer Besetzung drehte, zu der neben professionellen Schauspieler*innen auch Laien und Laiinnen gehören.

Wo kann sie Rückhalt finden?

Das Sechswochenamt wird im katholischen Glauben traditionell als eine Messe zum Gedenken an eine Person gefeiert, ungefähr sechs Wochen nach ihrem Tod oder ihrer Beerdigung. Lore kämpft in diesem Zeitraum um eine würdige Form des Abschieds von der Mutter überhaupt, ohne zu wissen, wie die gelingen kann. Bürokratische Hürden, auch wegen des Corona-Lockdowns, türmen sich unerwartet vor ihr auf. Während Lores Schwester Erkelenz fern bleibt, erweist sich Omma Inge als Lores wichtigste Bezugsperson aus der Familie vor Ort. Die Dialekt sprechende, von der Laiendarstellerin Gerta Gormanns mit viel Charakter gespielte Großmutter will, dass ihre Tochter im Familiengrab bestattet wird. Das aber, weiß Lore, wollte ihre Mutter auf keinen Fall. So findet die Enkelin bei Omma Inge zwar etwas Nestwärme, aber sonst wenig Rückhalt.

Auf sich selbst zurückgeworfen

Niemand scheint um die Verstorbene so zu trauern wie Lore. Magdalena Laubisch spielt die junge Frau beeindruckend in ihrem Schmerz und ihrer Verletzlichkeit. Es verblüfft und befremdet regelrecht, wie wenig Mitgefühl Lore entgegengebracht wird. Schon im Hospiz fällt eine relativ nüchterne Atmosphäre auf. Der Rest der Familie hatte sich offenbar schon innerlich von der Verstorbenen verabschiedet, deren Tod ja nicht unerwartet kam. Viele Worte, die Lore zu hören bekommt, wirken wohl auch besonders kalt, gleichgültig oder unpassend, weil der Film ihrer Perspektive folgt. Lores seelischer Ausnahmezustand färbt die Begegnungen ein. In dieser geballten Form wirkt das etwas übertrieben. Dass sich Lore oft auf sich selbst zurückgeworfen fühlt und neu orientieren muss, bleibt dennoch glaubwürdig.

Fazit: Das Spielfilmdebüt der Regisseurin und Drehbuchautorin Jacqueline Jansen beleuchtet die Not und Einsamkeit einer Frau, die um ihre Mutter trauert. Magdalena Laubisch spielt diese Tochter, die sich um eine unkonventionelle Bestattung bemüht und an der Bürokratie, dem Corona-Lockdown und verständnislosen Angehörigen zu scheitern droht, beeindruckend. Das mit Profis und Amateur*innen besetzte Drama wirkt oft sehr authentisch, wenn es demonstriert, wie wenig soziale Unterstützung und Empathie die Trauernde erfährt.




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Besetzung & Crew von "Sechswochenamt"

Land: Deutschland
Jahr: 2026
Genre: Drama
Länge: 98 Minuten
Kinostart: 18.06.2026
Regie: Jacqueline Jansen
Darsteller: Marc Fischer, Patrick Joswig, Bettina Kaminski, Lola Klamroth, Nicole Marischka
Verleih: Piffl Medien

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