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Mit leiser Stimme (2026)

À voix basse

Eine junge Frau besucht ihre tunesische Familie, welche die Homosexualität des Onkels über den Tod hinaus verheimlicht.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelm??iggutweltklasse 4 / 5
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Die Ingenieurin Lilia (Eya Bouteraa) reist aus Paris zur Beerdigung ihres Onkels nach Tunesien. Sie bringt ihre Lebensgefährtin Alice (Marion Barbeau), die sie begleitet, in einem Hotel unter. Die Familie, die sich im Haus der Großmutter (Salma Baccar) versammelt, weiß nicht, dass Lilia lesbisch ist. Der Onkel war schwul, durfte es aber in Tunesien nicht offen sein. Er starb unter mysteriösen Umständen und zwei Polizisten kommen ins Haus, um Fragen zu stellen.

Die Großmutter möchte um jeden Preis verhindern, dass die Homosexualität des Sohnes ans Licht kommt. Sie erwartet, dass auch Lilias Mutter Wahida (Hiam Abbass), Tante Hayet (Fériel Chammari) und die anderen Angehörigen weiterhin den Mund halten. Lilia aber forscht nach und kommt dem tragischen Drama des Verstorbenen auf die Spur. Alice wird unruhig, weil Lilia immer noch zögert, sie in die Familie einzuführen.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelm??iggutweltklasse4 / 5

"Mit leiser Stimme“: Das Leid des schwulen Onkels

Homosexualität hat es nicht zu geben in Tunesien. Sie ist gesetzlich verboten und queere Menschen müssen die Ächtung ihrer eigenen Familie befürchten. Das bewegende Drama "Mit leiser Stimme“ der tunesisch-französischen Regisseurin und Drehbuchautorin Leyla Bouzid verbindet zwei Geschichten aus verschiedenen Generationen einer Familie. Die junge Filmheldin Lilia, die in Paris ein selbstbestimmtes Leben führt, scheut sich, ihrer Mutter in Tunesien zu sagen, dass sie lesbisch ist. Doch indem sie sich für das Schicksal des verstorbenen schwulen Onkels interessiert, erkennt sie die unheilvollen Folgen des Schweigens und der Selbstverleugnung.

Geflecht aus Angst und Schweigen

Als die Polizei mehr über die Umstände erfahren will, unter denen der Onkel starb, sieht Lilia überrascht, wie sich die Großmutter energisch widersetzt. Der Mutter des Verstorbenen geht es nur darum, dass niemand außerhalb der Familie von seiner Homosexualität erfährt. Lilia aber forscht nach, trifft den fremden Herrn, der sich vom Toten verabschiedet und den jungen Mann, mit dem der Onkel den letzten Abend verbrachte. Sie bekommt das Klima der Angst zu spüren, in dem die schwule Szene lebt.

Spannend und gut beobachtet

Die Handlung wirkt sehr gut beobachtet und realitätsnah. An der Seite Lilias, deren Perspektive der Film folgt, taucht das Publikum in die tunesische Kultur rund um das Familienleben ein. Der Trauerfall führt Mutter, Onkel und Tante, deren Kinder und Enkel zusammen. Auch aus der Nachbarschaft erscheinen Leute, umringen die Großmutter. In solch einer Gemeinschaft gibt es ungeschriebene Regeln, niemand will aus der Reihe tanzen. Lilia fühlt sich zugehörig, sie fügt sich ein, nimmt Rücksicht. Eya Bouteraa spielt sehr glaubwürdig, wie sie ihre soziale Rolle einnimmt und zugleich um eine eigene Position ringt. Hiam Abbass verleiht der Mutter, die ebenfalls vieles wachsam registriert, aber wenig spricht, eine starke Präsenz und Autorität.

Die Zeitebenen verbinden sich, wenn Lilia kurze Erinnerungen bestürmen. So sieht Lilia beispielsweise drei Kinder – eines davon ist sie - durchs Treppenhaus laufen, das sie gerade betritt. Als gute Nichte nähert sich Lilia dem Onkel postum an. Die Beziehung wird so stark, dass er einmal gar an ihrer Seite auftaucht. Während sich der Film mit Krimispannung auflädt, kommt man den Charakteren sehr nahe, fühlt mit Lilia mit und versteht ihre emotionalen Konflikte immer besser.

Fazit: Von der jungen Frau, deren Perspektive das Drama folgt, erwartet ihre Familie in Tunesien, dass sie eine gute Tochter und Enkelin ist. Die Ingenieurin ist aus Paris mit ihrer Partnerin zu Besuch gekommen, versteckt sie aber vor der Mutter. Als sie nachforscht, wie ihr schwuler Onkel zu Tode kam, erfährt sie, wie sehr homosexuelle Menschen unter gesellschaftlicher Ächtung und juristischer Strafandrohung leiden. Der Regisseurin Leyla Bouzid und ihren Schauspieler*innen, zu denen auch Hiam Abbass gehört, gelingt ein berührendes, einfühlsames, mit Krimispannung gewürztes Drama.









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Besetzung & Crew von "Mit leiser Stimme"

Land: Frankreich, Tunesien
Weitere Titel: In a Whisper
Jahr: 2026
Genre: Drama, Mystery
Originaltitel: À voix basse
Länge: 111 Minuten
Kinostart: 09.07.2026
Darsteller: Hiam Abbass, Salma Baccar, Marion Barbeau, Eya Bouteraa, Feriel Chamari
Verleih: Neue Visionen

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