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Die letzten Glühwürmchen (1988)
Hotaru no haka
Erstaufführung eines Klassikers: Isao Takahatas rührendes Meisterwerk kommt endlich in die deutschen Kinos.Kritiker-Film-Bewertung:User-Film-Bewertung:
Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 3 Besucher eine Bewertung abgegeben.
Der 14-jährige Seita ist reif für sein Alter. Der Zweite Weltkrieg, der kurz vor seinem Ende auch die japanische Hafenstadt Kōbe erreicht hat, zwingt ihn dazu. Der Vater dient bei der Marine und als die Mutter bei einem Bombenangriffe der Amerikaner ums Leben kommt, sind Seita und seine 4-jährige Schwester Setsuko, um die er sich bereits zuvor liebevoll kümmerte, auf sich allein gestellt.
Zunächst kommen die Geschwister bei einer Tante auf dem Land unter, die neben ihrer eigenen Tochter einen bei ihr einquartierten, Kriegsdienst leistenden Mann durchfüttern muss. Die zwei zusätzlichen Mäuler stopft sie nur widerwillig. Die Spannungen zwischen ihr und den Kindern nehmen zu. Bis Seita einen folgenschweren Entschluss fasst: Er zieht gemeinsam mit Setsuko in einen stollenartigen Unterstand am Ortsrand, wo sie sich häuslich einrichten und fortan selbst durchschlagen. Was als unbeschwertes Spiel beginnt, endet fatal.
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Filmkritik
"Die letzten Glühwürmchen": Vom Ende der Kindheit
Wer sich auch nur ansatzweise für das Thema Animationsfilm interessiert, dem sind das Studio Ghibli und dessen berühmtester Vertreter Hayao Miyazaki ein Begriff. Der 1941 geborene Japaner zeichnet für einige der schönsten Zeichentrickfilme der Filmgeschichte verantwortlich und ist zum Glück so unermüdlich, dass er bereits mehrfach seinen Rücktritt vom Rücktritt vom Filmgeschäft verkündet hat. Diese Schaffenskraft bescherte dem Kinopublikum zuletzt das Meisterwerk "Der Junge und der Reiher" (2023), für den Miyazaki nach "Chihiros Reise ins Zauberland" (2001) seinen lang verdienten zweiten Oscar erhielt; den Ehrenoscar für sein Lebenswerk, der ihm 2015 verliehen wurde, nicht mit eingerechnet.
Das Studio Ghibli ist aber weit mehr als nur Hayao Miyazaki. Gegründet hat er es 1985 mit dem sieben Jahre jüngeren Produzenten Toshio Suzuki und seinem sechs Jahre älteren Kollegen Isao Takahata. Und bereits damals zeichnete sich eine Dichotomie ab, was die thematische Ausrichtung der Filme anbelangt. Während Miyzaki mit seiner ersten Ghibli-Produktion "Das Schloss im Himmel" (1986) und dem Nachfolger "Mein Nachbar Totoro" (1988) einen fantastischen Ton anschlug, den er sich bis heute bewahrt hat, setzte der 2018 gestorbene Takahata mit "Die letzten Glühwürmchen" (1988) ein realistisches Gegengewicht. Poetisch geht es aber auch bei Takahata zu. Denn so sehr die Handlung, die während der letzten Tage des Zweiten Weltkriegs spielt, auch in der unerbittlichen Wirklichkeit der Kriegswirren verwurzelt ist, sie ist nicht frei von metaphysischen Einschüben, die dem Werk bei aller angebrachten Schwere eine lyrische Leichtigkeit verleihen.
Verhärmte Seelen und ein Funken Menschlichkeit
Am 16. April 1988 zeitgleich mit "Mein Nachbar Totoro" in den japanischen Kinos gestartet, wurde "Die letzten Glühwürmchen" dort vielerorts nur in Doppelvorstellungen mit dem anderen Ghibli-Werk gezeigt. In Deutschland kam der Film gar nicht erst in die Kinos, sondern erschien stattdessen im Jahr 2002 zunächst auf VHS und wenig später auch als DVD. Fast 40 Jahre nach seiner Uraufführung schafft es dieses Meisterwerk hierzulande jetzt endlich auf die große Leinwand. Leider nur als Event-Kino an wenigen Terminen, muss man dazusagen. Eine reguläre Kinoauswertung wäre der Bedeutung dieses Films angemessen gewesen, ist für zukünftige Wiederaufführungen ja aber nicht ausgeschlossen.
Wer die Möglichkeit hat, "Die letzten Glühwürmchen" zum allerersten Mal im Kino zu sehen – ob allein oder gemeinsam mit den Kindern oder Enkelkindern –, der sollte die Gelegenheit unbedingt nutzen! Doch Achtung: Aufgrund seiner Thematik mag der Film trotz einer Altersfreigabe ab 6 Jahren nicht für jede/n Sechsjährige/n geeignet sein. Und Taschentücher sollte man auf jeden Fall bereithalten. Von seiner Kraft, Wucht und Poesie hat Isao Takahatas Film, der auf Akiyuki Nosakas (1930–2015) Kurzgeschichte "Das Grab der Leuchtkäfer" (1967) basiert, nämlich nichts verloren. Ganz im Gegenteil entfaltet er gerade auf der großen Leinwand noch einmal eine neue Qualität.
Im Kinosaal haben die Emotionen – die kleinen Glücksmomente und die tiefe Trauer, die Unbeschwertheit der kindlichen Gemüter und die Gefühlskälte und Gleichgültigkeit der Erwachsenen – freie Bahn. Die Botschaft des Films ist unmissverständlich: Der Krieg kennt nur Verlierer; verhärmt und verhärtet die Seelen der Menschen. Einzig die Geschwister Seita und Setsuko bewahren sich einen Funken Menschlichkeit, den sie – symbolisch im Funkeln der titelgebenden Glühwürmchen eingefangen – ins Jenseits hinüberretten.
Fazit: Isao Takahatas Meisterwerk "Die letzten Glühwürmchen", bei dem Glück und Unglück, Freude und Trauer, Leben und Tod so nah beieinanderliegen, kommt endlich in die deutschen Kinos. Ein berührendes und zu Tränen rührendes Werk, dem es gelingt, niemals rührselig zu sein. Großartiges Animationskino auf der Höhe seiner Zeit, das durch seine Zeitlosigkeit besticht.
Wer sich auch nur ansatzweise für das Thema Animationsfilm interessiert, dem sind das Studio Ghibli und dessen berühmtester Vertreter Hayao Miyazaki ein Begriff. Der 1941 geborene Japaner zeichnet für einige der schönsten Zeichentrickfilme der Filmgeschichte verantwortlich und ist zum Glück so unermüdlich, dass er bereits mehrfach seinen Rücktritt vom Rücktritt vom Filmgeschäft verkündet hat. Diese Schaffenskraft bescherte dem Kinopublikum zuletzt das Meisterwerk "Der Junge und der Reiher" (2023), für den Miyazaki nach "Chihiros Reise ins Zauberland" (2001) seinen lang verdienten zweiten Oscar erhielt; den Ehrenoscar für sein Lebenswerk, der ihm 2015 verliehen wurde, nicht mit eingerechnet.
Das Studio Ghibli ist aber weit mehr als nur Hayao Miyazaki. Gegründet hat er es 1985 mit dem sieben Jahre jüngeren Produzenten Toshio Suzuki und seinem sechs Jahre älteren Kollegen Isao Takahata. Und bereits damals zeichnete sich eine Dichotomie ab, was die thematische Ausrichtung der Filme anbelangt. Während Miyzaki mit seiner ersten Ghibli-Produktion "Das Schloss im Himmel" (1986) und dem Nachfolger "Mein Nachbar Totoro" (1988) einen fantastischen Ton anschlug, den er sich bis heute bewahrt hat, setzte der 2018 gestorbene Takahata mit "Die letzten Glühwürmchen" (1988) ein realistisches Gegengewicht. Poetisch geht es aber auch bei Takahata zu. Denn so sehr die Handlung, die während der letzten Tage des Zweiten Weltkriegs spielt, auch in der unerbittlichen Wirklichkeit der Kriegswirren verwurzelt ist, sie ist nicht frei von metaphysischen Einschüben, die dem Werk bei aller angebrachten Schwere eine lyrische Leichtigkeit verleihen.
Verhärmte Seelen und ein Funken Menschlichkeit
Am 16. April 1988 zeitgleich mit "Mein Nachbar Totoro" in den japanischen Kinos gestartet, wurde "Die letzten Glühwürmchen" dort vielerorts nur in Doppelvorstellungen mit dem anderen Ghibli-Werk gezeigt. In Deutschland kam der Film gar nicht erst in die Kinos, sondern erschien stattdessen im Jahr 2002 zunächst auf VHS und wenig später auch als DVD. Fast 40 Jahre nach seiner Uraufführung schafft es dieses Meisterwerk hierzulande jetzt endlich auf die große Leinwand. Leider nur als Event-Kino an wenigen Terminen, muss man dazusagen. Eine reguläre Kinoauswertung wäre der Bedeutung dieses Films angemessen gewesen, ist für zukünftige Wiederaufführungen ja aber nicht ausgeschlossen.
Wer die Möglichkeit hat, "Die letzten Glühwürmchen" zum allerersten Mal im Kino zu sehen – ob allein oder gemeinsam mit den Kindern oder Enkelkindern –, der sollte die Gelegenheit unbedingt nutzen! Doch Achtung: Aufgrund seiner Thematik mag der Film trotz einer Altersfreigabe ab 6 Jahren nicht für jede/n Sechsjährige/n geeignet sein. Und Taschentücher sollte man auf jeden Fall bereithalten. Von seiner Kraft, Wucht und Poesie hat Isao Takahatas Film, der auf Akiyuki Nosakas (1930–2015) Kurzgeschichte "Das Grab der Leuchtkäfer" (1967) basiert, nämlich nichts verloren. Ganz im Gegenteil entfaltet er gerade auf der großen Leinwand noch einmal eine neue Qualität.
Im Kinosaal haben die Emotionen – die kleinen Glücksmomente und die tiefe Trauer, die Unbeschwertheit der kindlichen Gemüter und die Gefühlskälte und Gleichgültigkeit der Erwachsenen – freie Bahn. Die Botschaft des Films ist unmissverständlich: Der Krieg kennt nur Verlierer; verhärmt und verhärtet die Seelen der Menschen. Einzig die Geschwister Seita und Setsuko bewahren sich einen Funken Menschlichkeit, den sie – symbolisch im Funkeln der titelgebenden Glühwürmchen eingefangen – ins Jenseits hinüberretten.
Fazit: Isao Takahatas Meisterwerk "Die letzten Glühwürmchen", bei dem Glück und Unglück, Freude und Trauer, Leben und Tod so nah beieinanderliegen, kommt endlich in die deutschen Kinos. Ein berührendes und zu Tränen rührendes Werk, dem es gelingt, niemals rührselig zu sein. Großartiges Animationskino auf der Höhe seiner Zeit, das durch seine Zeitlosigkeit besticht.
Falk Straub
TrailerAlle "Die letzten Glühwürmchen"-Trailer anzeigen

Besetzung & Crew von "Die letzten Glühwürmchen"
Land: JapanWeitere Titel: Grave of the Fireflies
Jahr: 1988
Genre: Drama, Animation, Kriegsfilm
Originaltitel: Hotaru no haka
Länge: 88 Minuten
FSK: 6
Kinostart: 30.06.2026
Darsteller: Tsutomu Tatsumi, Ayano Shiraishi, Yoshiko Shinohara, Akemi Yamaguchi, Kôzô Hashida
Verleih: Sony Pictures



