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Noga (2026)
Bewegende Beats: Dokumentarfilm über die israelische Musikerin Noga Erez.Kritiker-Film-Bewertung:User-Film-Bewertung:
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Mit der Veröffentlichung ihres zweiten Albums "Kids" (2021) steht die israelische Sängerin Noga Erez kurz vor dem internationalen Durchbruch. Ihre Mischung aus Pop, Elektronik und Hip-Hop kommt bei Fans, Kritikern und Kollegen gut an. Sie tritt in der US-Talkshow von Jimmy Kimmel auf, eröffnet für Florence + the Machine und kollaboriert mit Missy Elliott und Robbie Williams. Doch dann verändert der Terroranschlag der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 alles. Bei Auftritten im Ausland wird Noga Erez fortan kritisch beäugt oder gar boykottiert. Wird ihre vorerst ausgebremste Karriere doch noch die Kurve kriegen?
Die Brüder Jono und Benji Bergmann haben Noga Erez und ihren kreativen Partner und Lebensgefährten Ori Rousso über mehrere Jahre mit der Kamera begleitet. Dabei haben sie nicht nur das berufliche, sondern auch das private Auf und Ab des Paars festgehalten.
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Filmkritik
"Noga": Kraftvolle Songs zwischen Poesie, Politik und Privatleben
Auf den Albumcovern steht nur ein Name: Noga Erez. Auf der Bühne steht die israelische Sängerin aber stets gemeinsam mit Ori Rousso, der nicht nur ihr Kreativpartner beim Komponieren und Produzieren neuer Songs, sondern auch ihr Lebensgefährte ist. Die Entscheidung, die Band nach ihrer charismatischen Frontfrau zu benennen, sei bewusst getroffen worden, heißt es im Dokumentarfilm der österreichischen Brüder Jono und Benji Bergmann. Die Spannungen, die damit einhergehen, lassen sich dennoch nicht verbergen. Wie es dem Film der Brüder Bergmann überhaupt gelingt, persönliche Gedanken und heuchlerische Strukturen offenzulegen.
Ungeschminkter Blick und absurde Verhältnisse
Das Regieduo hat das Künstlerpaar ab 2021 fünf Jahre lang begleitet und in diesem Zeitraum mit der Kamera festgehalten, wie es sich trennt, wieder zueinanderfindet und ein Kind bekommt. Die Offenheit und Ehrlichkeit, mit der Noga Erez und Ori Rousso vor der Linse des Kameramanns Roei Morad agieren und diskutieren, ist verblüffend und verleiht "Noga" eine Unmittelbarkeit und Intimität, die vielen anderen Dokumentarfilm abgeht. Hinzu kommt das große Glück bzw. himmelschreiende Unglück, mit der Kamera zur richtigen Zeit am richtigen Ort gewesen zu sein.
In den Entstehungszeitraum des Films fällt nicht nur das private Auf und Ab, sondern auch die COVID-19-Pandemie und der Terrorangriff der Hamas auf Israel sowie all die gesellschafts- und kulturpolitischen Nachwehen dieser einschneidenden Ereignisse. Fortan muss Noga Erez, die im eigenen Land als linksliberal gilt und konservativen Gemütern ein Dorn im Auge ist, im Ausland permanent Stellung beziehen. Über ihre Musik spricht sie kaum noch, stattdessen werden allerorten Bekenntnisse von ihr eingefordert. Distanziert sie sich nicht schnell genug, nicht stark genug oder überhaupt nicht von Israels Vorgehen in Gaza, drohen Konzertveranstalter damit, ihre Auftritte abzusagen. Eine Situation, die angesichts ihres politischen Engagements, etwa für die Zweistaatenlösung, geradezu absurd anmutet.
Dokumentarisches Mixtape
Jono und Benji Bergmann haben sich dagegen entschieden, ihren Dokumentarfilm chronologisch zu erzählen. Nach dem Auftakt während eines Konzerts im Dezember 2023 springt das Geschehen zwei Jahre in der Zeit zurück – und bewegt sich auch danach, die Tracks auf einem Musikalbum nachahmend, frei auf der Zeitachse hin und her. Das erschwert es dem Kinopublikum zwar, jederzeit im Klaren darüber zu sein, in welchem Jahr und Monat sich das Paar gerade befindet. Diese eher assoziative Erzählweise ist aber perfekt dazu geeignet, Stimmungen zu transportieren. Im Wechselspiel zwischen bewegenden privaten Erlebnissen und energiegeladenen Bühnenauftritten ergibt sich so eine "Art Mixtape" bzw. "dokumentarisches Album", wie es die Brüder selbst formulieren.
Letzten Endes ist "Noga" aber mehr als nur ein gelungener Musikfilm und ein spannendes Porträt einer aufstrebenden Künstlerin, die von der Unberechenbarkeit der Zeitläufte zwischenzeitlich ausgebremst wird. Nebenbei ist dieser Dokumentarfilm auch ein gesellschaftspolitisches Lehrstück, das den Sinn kultureller Boykotte hinterfragt und die Selbstgefälligkeit der Boykottierenden vor Augen führt, die damit zwar das eigene Gewissen beruhigen, ihr Mütchen aber an den falschen Adressaten kühlen. Statt Künstler wie Noga Erez und Ori Rousso für die gemeinsame Sache mit ins Boot zu holen, grenzen sie vorschnell und reflexhaft aus. Womit am Ende niemandem geholfen und nichts erreicht ist.
Fazit: Nach seiner Weltpremiere beim Tribeca Festival und seiner Deutschlandpremiere beim Filmfest München kommt der Dokumentarfilm "Noga" jetzt auch regulär in die deutschen Kinos. Den Brüdern Jono und Benji Bergmann ist ein intimes Porträt der aufstrebenden israelischen Sängerin Noga Erez und ihres Kreativ- und Lebenspartners Ori Rousso geglückt, das Musikfans und politisch interessierte und engagierte Menschen gleichermaßen anspricht. Eine kraftvolle Musikdoku, die viel über unsere künstlich erregte Gegenwart verrät und die man sich nicht entgehen lassen sollte.
Auf den Albumcovern steht nur ein Name: Noga Erez. Auf der Bühne steht die israelische Sängerin aber stets gemeinsam mit Ori Rousso, der nicht nur ihr Kreativpartner beim Komponieren und Produzieren neuer Songs, sondern auch ihr Lebensgefährte ist. Die Entscheidung, die Band nach ihrer charismatischen Frontfrau zu benennen, sei bewusst getroffen worden, heißt es im Dokumentarfilm der österreichischen Brüder Jono und Benji Bergmann. Die Spannungen, die damit einhergehen, lassen sich dennoch nicht verbergen. Wie es dem Film der Brüder Bergmann überhaupt gelingt, persönliche Gedanken und heuchlerische Strukturen offenzulegen.
Ungeschminkter Blick und absurde Verhältnisse
Das Regieduo hat das Künstlerpaar ab 2021 fünf Jahre lang begleitet und in diesem Zeitraum mit der Kamera festgehalten, wie es sich trennt, wieder zueinanderfindet und ein Kind bekommt. Die Offenheit und Ehrlichkeit, mit der Noga Erez und Ori Rousso vor der Linse des Kameramanns Roei Morad agieren und diskutieren, ist verblüffend und verleiht "Noga" eine Unmittelbarkeit und Intimität, die vielen anderen Dokumentarfilm abgeht. Hinzu kommt das große Glück bzw. himmelschreiende Unglück, mit der Kamera zur richtigen Zeit am richtigen Ort gewesen zu sein.
In den Entstehungszeitraum des Films fällt nicht nur das private Auf und Ab, sondern auch die COVID-19-Pandemie und der Terrorangriff der Hamas auf Israel sowie all die gesellschafts- und kulturpolitischen Nachwehen dieser einschneidenden Ereignisse. Fortan muss Noga Erez, die im eigenen Land als linksliberal gilt und konservativen Gemütern ein Dorn im Auge ist, im Ausland permanent Stellung beziehen. Über ihre Musik spricht sie kaum noch, stattdessen werden allerorten Bekenntnisse von ihr eingefordert. Distanziert sie sich nicht schnell genug, nicht stark genug oder überhaupt nicht von Israels Vorgehen in Gaza, drohen Konzertveranstalter damit, ihre Auftritte abzusagen. Eine Situation, die angesichts ihres politischen Engagements, etwa für die Zweistaatenlösung, geradezu absurd anmutet.
Dokumentarisches Mixtape
Jono und Benji Bergmann haben sich dagegen entschieden, ihren Dokumentarfilm chronologisch zu erzählen. Nach dem Auftakt während eines Konzerts im Dezember 2023 springt das Geschehen zwei Jahre in der Zeit zurück – und bewegt sich auch danach, die Tracks auf einem Musikalbum nachahmend, frei auf der Zeitachse hin und her. Das erschwert es dem Kinopublikum zwar, jederzeit im Klaren darüber zu sein, in welchem Jahr und Monat sich das Paar gerade befindet. Diese eher assoziative Erzählweise ist aber perfekt dazu geeignet, Stimmungen zu transportieren. Im Wechselspiel zwischen bewegenden privaten Erlebnissen und energiegeladenen Bühnenauftritten ergibt sich so eine "Art Mixtape" bzw. "dokumentarisches Album", wie es die Brüder selbst formulieren.
Letzten Endes ist "Noga" aber mehr als nur ein gelungener Musikfilm und ein spannendes Porträt einer aufstrebenden Künstlerin, die von der Unberechenbarkeit der Zeitläufte zwischenzeitlich ausgebremst wird. Nebenbei ist dieser Dokumentarfilm auch ein gesellschaftspolitisches Lehrstück, das den Sinn kultureller Boykotte hinterfragt und die Selbstgefälligkeit der Boykottierenden vor Augen führt, die damit zwar das eigene Gewissen beruhigen, ihr Mütchen aber an den falschen Adressaten kühlen. Statt Künstler wie Noga Erez und Ori Rousso für die gemeinsame Sache mit ins Boot zu holen, grenzen sie vorschnell und reflexhaft aus. Womit am Ende niemandem geholfen und nichts erreicht ist.
Fazit: Nach seiner Weltpremiere beim Tribeca Festival und seiner Deutschlandpremiere beim Filmfest München kommt der Dokumentarfilm "Noga" jetzt auch regulär in die deutschen Kinos. Den Brüdern Jono und Benji Bergmann ist ein intimes Porträt der aufstrebenden israelischen Sängerin Noga Erez und ihres Kreativ- und Lebenspartners Ori Rousso geglückt, das Musikfans und politisch interessierte und engagierte Menschen gleichermaßen anspricht. Eine kraftvolle Musikdoku, die viel über unsere künstlich erregte Gegenwart verrät und die man sich nicht entgehen lassen sollte.
Falk Straub
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Besetzung & Crew von "Noga"
Land: USA, Deutschland, Israel, ÖsterreichJahr: 2026
Genre: Dokumentation, Musik, Biografie
Länge: 95 Minuten
Kinostart: 13.08.2026
Darsteller: Noga Erez
Verleih: Port au Prince Pictures GmbH
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