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Exit 8 (2026)
8-ban deguchi
Japanischer Mystery-Horrorfilm über einen ver(w)irrten Mann.Kritiker-Film-Bewertung:User-Film-Bewertung:
Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben bislang 0 Besucher eine Bewertung abgegeben.
Ein Mann (Kazunari Ninomiya) ist auf dem Weg zur Arbeit, als ihn ein Anruf seiner Partnerin (Nana Komatsu) aus dem Konzept bringt. Sie teilt ihm am Telefon mit, dass sie schwanger ist, gerade beim Arzt sitzt und sich überlegt, ob sie das Kind behalten soll oder nicht. Kurzentschlossen nimmt sich der Mann frei, um seiner Lebensgefährtin beizustehen.
Doch auf dem Weg aus der U-Bahn verirrt er sich. Statt den ausgeschilderten Ausgang 8 zu finden, tappt er in eine raumzeitliche Dauerschleife, in der ihm wieder und wieder ein Mann mit Anzug und Aktenkoffer (Yamato Kochi) und später ein kleines Kind (Naru Asanuma) begegnen. Um aus dem Labyrinth herauszufinden, müssen der Mann und das Kind die Zeichen an den Wänden richtig deuten.
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Filmkritik
"Exit 8": In den Gängen
Der Auftakt mutet wie aus einem Computerspiel an, denn der Regisseur Genki Kawamura führt das Kinopublikum in den Kopf seines Protagonisten. Wir begleiten einen von Kazunari Ninomiya gespielten Mann auf seinem Weg zur Arbeit. Dessen Blick aufs Smartphone, das Beobachten einer unschönen Szene in einer U-Bahn, ein Telefonat mit der Partnerin und das mühsame Treppensteigen, um zum Ausgang aus dem Tunnelsystem zu gelangen, sind komplett mit subjektiver Kamera gedreht. Was beim Zusehen den Eindruck verstärkt, einen Charakter in der Egoperspektive zu steuern.
Dieser Eindruck ist insofern nicht falsch, als es sich bei "Exit 8" um die Adaption des gleichnamigen japanischen Videospiels aus dem Jahr 2023 handelt, das sich mit mehr als 1,5 Millionen Downloads zum Sensationserfolg in der Indie-Szene entwickelte. Wie in der Vorlage des Escape-Games muss der Protagonist auch in deren Verfilmung den Ausgang finden. Was einfacher klingt, als es am Ende ist. Zum Glück für das Kinopublikum gibt der Regisseur die subjektive Sicht nach dem Prolog aber auf und zeigt das rätselhafte Geschehen aus dem gewohnten Blickwinkel.
Acht Runden bis zum Ziel
Um den verworrenen Gängen, die sich beim Durchschreiten wiederholen, zu entrinnen, muss die verwirrte Hauptfigur Anomalien erkennen und – sollte eine solche Abweichung vom vorgegebenen Normalzustand auftreten – umkehren, also den entgegengesetzten Weg durch die U-Bahn-Flure nehmen. Tritt indessen keine Anomalie auf, gilt es, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen. Ist die Richtung korrekt, rückt der verheißungsvolle Ausgang 8 eine Nummer näher. Bei einem begangenen Fehler ist auf den "Exit"-Schildern stattdessen eine Null zu lesen. Somit fällt der Protagonist – um in der Terminologie von Computerspielen zu bleiben – auf das Ausgangslevel zurück.
Diese Idee ist so simpel wie genial, trägt aber allenfalls für einen Kurzfilm. Weshalb der Regisseur und sein Koautor Kentaro Hirase nach gut 30 Drehbuchseiten die Perspektive wechseln. Nun wird der labyrinthische Albtraum, der alle Beteiligten sukzessive in den Wahnsinn treibt, aus Sicht eben jenes Anzugträgers (Yamato Kochi) geschildert, der dem Protagonisten bei jedem Durchgang begegnet und in der ersten halben Stunde des Films durch sein wortloses Auftreten und sein zu einer grinsenden Fratze entstelltes Gesicht für Grusel sorgt. Im Anschluss daran wechselt die Sicht erneut. Jetzt ist ein kleiner Junge (Naru Asanuma) an der Reihe, dessen Auffassungsgabe zur Lösung des Problems beitragen könnte.
Große Vorbilder und zufällige Querverweise
"Exit 8" ist ein perfektes Beispiel dafür, dass es für einen guten Film nicht viel bedarf. Die Sets sind simpel, der Cast ist klein. Und doch macht Genki Kawamura aus dieser minimalistischen Herangehensweise großes, atmosphärisch dichtes Kino. Als Referenzwerke hat er die Filme "Ugetsu – Erzählungen unter dem Regenmond" (1953) seines Landsmanns Kenji Mizoguchi und "Shining" (1980) von Stanley Kubrick genannt. Angesichts der "liminal spaces", also der befremdlichen Zwischenräume bzw. Nicht-Orte, die eine zentrale Rolle in seinem Film einnehmen, ließe sich aber auch ein Vergleich zum aktuellen Kassenschlager "Backrooms" (2026) ziehen, der freilich erst nach "Exit 8" entstanden ist. Der spielerische Charakter in sich wiederholenden Räumen erinnert wiederum an andere Escape-Room-Horrorfilme, die mit "Cube" (1997) ihren Anfang nahmen.
Das Schöne an "Exit 8" ist, dass alles bereits im Prolog angelegt ist. Die Musik, die der namenlose Protagonist auf dem Weg zur Arbeit hört, Maurice Ravels weltberühmtes Orchesterstück Boléro (1928), das von der Repetition lebt, nimmt die sich wiederholende Handlung vorweg. Und ein Plakat in der U-Bahn, das eine Ausstellung des Künstlers M. C. Escher ankündigt, zeigt ein Möbiusband, das den Weg des Protagonisten vorzeichnet. Mit dieser kreativen Übertragung geometrischer Figuren auf die Handlung eines Films ist Genki Kawamura in Japan übrigens nicht allein. Sein Kollege Junta Yamaguchi hat mit seinen zwei cleveren Independent-Filmen "Beyond the Infinite Two Minutes" (2020) und "River" (2023) vorgemacht, wie sich geometrische Figuren, Zeitschleifen und Humor zu einer verschrobenen Mischung aus Science-Fiction und Alltagskomödie verquicken lassen. Bei Kawamura geht es indessen ernster und existenzieller zu. Ganz am Ende erhält sein (Anti-)Held eine zweite Chance, eine verpasste Gelegenheit zu nutzen.
Fazit: Die Videospiel-Adaption "Exit 8", die im Rahmen der Midnight Screenings bei den Internationalen Filmfestspielen in Cannes im Mai 2025 ihre Weltpremiere feierte, ist ein kreativer Mix aus Mystery, Horror und existenziellem Drama. Trotz des minimalistischen Ansatzes liefert der Regisseur Genki Kawamura atmosphärisch dichtes und anspielungsreiches Kino. Ein großes Plus ist der rätselhafte Charakter des Films, der das Publikum dazu animiert, mitzuraten, ob die Hauptfigur den richtigen Weg einschlägt.
Der Auftakt mutet wie aus einem Computerspiel an, denn der Regisseur Genki Kawamura führt das Kinopublikum in den Kopf seines Protagonisten. Wir begleiten einen von Kazunari Ninomiya gespielten Mann auf seinem Weg zur Arbeit. Dessen Blick aufs Smartphone, das Beobachten einer unschönen Szene in einer U-Bahn, ein Telefonat mit der Partnerin und das mühsame Treppensteigen, um zum Ausgang aus dem Tunnelsystem zu gelangen, sind komplett mit subjektiver Kamera gedreht. Was beim Zusehen den Eindruck verstärkt, einen Charakter in der Egoperspektive zu steuern.
Dieser Eindruck ist insofern nicht falsch, als es sich bei "Exit 8" um die Adaption des gleichnamigen japanischen Videospiels aus dem Jahr 2023 handelt, das sich mit mehr als 1,5 Millionen Downloads zum Sensationserfolg in der Indie-Szene entwickelte. Wie in der Vorlage des Escape-Games muss der Protagonist auch in deren Verfilmung den Ausgang finden. Was einfacher klingt, als es am Ende ist. Zum Glück für das Kinopublikum gibt der Regisseur die subjektive Sicht nach dem Prolog aber auf und zeigt das rätselhafte Geschehen aus dem gewohnten Blickwinkel.
Acht Runden bis zum Ziel
Um den verworrenen Gängen, die sich beim Durchschreiten wiederholen, zu entrinnen, muss die verwirrte Hauptfigur Anomalien erkennen und – sollte eine solche Abweichung vom vorgegebenen Normalzustand auftreten – umkehren, also den entgegengesetzten Weg durch die U-Bahn-Flure nehmen. Tritt indessen keine Anomalie auf, gilt es, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen. Ist die Richtung korrekt, rückt der verheißungsvolle Ausgang 8 eine Nummer näher. Bei einem begangenen Fehler ist auf den "Exit"-Schildern stattdessen eine Null zu lesen. Somit fällt der Protagonist – um in der Terminologie von Computerspielen zu bleiben – auf das Ausgangslevel zurück.
Diese Idee ist so simpel wie genial, trägt aber allenfalls für einen Kurzfilm. Weshalb der Regisseur und sein Koautor Kentaro Hirase nach gut 30 Drehbuchseiten die Perspektive wechseln. Nun wird der labyrinthische Albtraum, der alle Beteiligten sukzessive in den Wahnsinn treibt, aus Sicht eben jenes Anzugträgers (Yamato Kochi) geschildert, der dem Protagonisten bei jedem Durchgang begegnet und in der ersten halben Stunde des Films durch sein wortloses Auftreten und sein zu einer grinsenden Fratze entstelltes Gesicht für Grusel sorgt. Im Anschluss daran wechselt die Sicht erneut. Jetzt ist ein kleiner Junge (Naru Asanuma) an der Reihe, dessen Auffassungsgabe zur Lösung des Problems beitragen könnte.
Große Vorbilder und zufällige Querverweise
"Exit 8" ist ein perfektes Beispiel dafür, dass es für einen guten Film nicht viel bedarf. Die Sets sind simpel, der Cast ist klein. Und doch macht Genki Kawamura aus dieser minimalistischen Herangehensweise großes, atmosphärisch dichtes Kino. Als Referenzwerke hat er die Filme "Ugetsu – Erzählungen unter dem Regenmond" (1953) seines Landsmanns Kenji Mizoguchi und "Shining" (1980) von Stanley Kubrick genannt. Angesichts der "liminal spaces", also der befremdlichen Zwischenräume bzw. Nicht-Orte, die eine zentrale Rolle in seinem Film einnehmen, ließe sich aber auch ein Vergleich zum aktuellen Kassenschlager "Backrooms" (2026) ziehen, der freilich erst nach "Exit 8" entstanden ist. Der spielerische Charakter in sich wiederholenden Räumen erinnert wiederum an andere Escape-Room-Horrorfilme, die mit "Cube" (1997) ihren Anfang nahmen.
Das Schöne an "Exit 8" ist, dass alles bereits im Prolog angelegt ist. Die Musik, die der namenlose Protagonist auf dem Weg zur Arbeit hört, Maurice Ravels weltberühmtes Orchesterstück Boléro (1928), das von der Repetition lebt, nimmt die sich wiederholende Handlung vorweg. Und ein Plakat in der U-Bahn, das eine Ausstellung des Künstlers M. C. Escher ankündigt, zeigt ein Möbiusband, das den Weg des Protagonisten vorzeichnet. Mit dieser kreativen Übertragung geometrischer Figuren auf die Handlung eines Films ist Genki Kawamura in Japan übrigens nicht allein. Sein Kollege Junta Yamaguchi hat mit seinen zwei cleveren Independent-Filmen "Beyond the Infinite Two Minutes" (2020) und "River" (2023) vorgemacht, wie sich geometrische Figuren, Zeitschleifen und Humor zu einer verschrobenen Mischung aus Science-Fiction und Alltagskomödie verquicken lassen. Bei Kawamura geht es indessen ernster und existenzieller zu. Ganz am Ende erhält sein (Anti-)Held eine zweite Chance, eine verpasste Gelegenheit zu nutzen.
Fazit: Die Videospiel-Adaption "Exit 8", die im Rahmen der Midnight Screenings bei den Internationalen Filmfestspielen in Cannes im Mai 2025 ihre Weltpremiere feierte, ist ein kreativer Mix aus Mystery, Horror und existenziellem Drama. Trotz des minimalistischen Ansatzes liefert der Regisseur Genki Kawamura atmosphärisch dichtes und anspielungsreiches Kino. Ein großes Plus ist der rätselhafte Charakter des Films, der das Publikum dazu animiert, mitzuraten, ob die Hauptfigur den richtigen Weg einschlägt.
Falk Straub
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Besetzung & Crew von "Exit 8"
Land: JapanJahr: 2026
Genre: Action, Horror, Abenteuer
Originaltitel: 8-ban deguchi
Länge: 95 Minuten
Kinostart: 13.08.2026
Darsteller: Kazunari Ninomiya, Yamato Kochi, Naru Asanuma, Kotone Hanase, Hirota Otsuka
Verleih: Plaion Pictures
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