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Donkey Dogs (2026)
Regisseurin Rosanne Pel verbindet pechschwarze Komödie, Familiendrama und psychologischen Fiebertraum zu einer ebenso schmerzhaften wie grotesken Auseinandersetzung mit generationsübergreifenden Konflikten.Kritiker-Film-Bewertung:User-Film-Bewertung:
Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben bislang 0 Besucher eine Bewertung abgegeben.
Anna (Jil Krammer) stellt ihre Partnerin Noe (Amke Wegner) bei einem Restaurantbesuch erstmals ihrer Mutter Ines (Hildegard Schmahl) und ihrer Schwester Charlotte (Susanne Wolff) vor. Schon dieses erste Treffen macht deutlich, dass die familiären Beziehungen von Spannungen, unausgesprochenen Vorwürfen und subtilen Machtkämpfen geprägt sind.
Im weiteren Verlauf entfaltet sich “Donkey Days” als lose Folge von Begegnungen, Erinnerungen und Konfrontationen, in denen Anna und Charlotte immer wieder mit den Verletzungen ihrer Kindheit und der manipulativen Art ihrer Mutter konfrontiert werden. Traumartige Begegnungen mit der jungen Ines (Carla Juri) lassen Vergangenheit und Gegenwart ineinanderfließen und verwandeln den Film in einen ebenso verstörenden wie vielschichtigen Streifzug durch familiäre Abhängigkeiten.
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Filmkritik
"Donkey Days”: Schmerz, Humor und toxische Dynamiken
Bereits in ihrem Debüt “Leicht wie Federn” hat Rosanne Pel ein Interesse an den verborgenen Dynamiken familiärer Gewalt erkennen lassen, das sie hier konsequent weiterführt. Erneut sind es nicht die großen Eskalationen, sondern die kleinen, oft kaum wahrnehmbaren Demütigungen, die das Geschehen prägen. “Donkey Days” bewegt sich dabei zwischen schwarzer Komödie, Familiendrama und psychologischem Fiebertraum.
Bereits die Eröffnungssequenz im Restaurant verdeutlicht diese Ausrichtung. Was zunächst wie ein harmloses Kennenlernen erscheint, entpuppt sich schnell als fein austarierter Machtkampf. Hinter beiläufigen Bemerkungen verbergen sich Spitzen, hinter Gesten Kontrolle. Im Zentrum steht dabei die Mutterfigur Ines, die Hildegard Schmahl mit großer Präzision verkörpert. Ihre Darstellung verbindet Charme mit subtiler Grausamkeit und macht die Figur zu einer ebenso glaubwürdigen wie beunruhigenden Präsenz, die das Geschehen jederzeit dominiert.
Im Mittelpunkt steht jedoch Anna, eindrucksvoll gespielt von Jil Krammer. Die Newcomerin trägt den Film mit bemerkenswerter Offenheit und verleiht ihrer Figur eine verletzliche, widersprüchliche Tiefe. Besonders deutlich wird dies in einer späteren Restaurantszene, in der Anna vor Freunden von einem abgebrochenen Frankreich-Urlaub berichtet. Die Geschichte eines übergewichtigen Jungen, den seine Familie auf Diät setzt, entwickelt sich dabei zu einer beklemmenden Metapher für Beschämung und Kontrolle – zentrale Motive, die den gesamten Film durchziehen.
Überhaupt widmet sich “Donkey Days” intensiv Fragen von Körperbildern und weiblicher Selbstwahrnehmung. Essstörungen und Selbsthass erscheinen hier nicht als individuelle Schwächen, sondern als Resultat gesellschaftlicher und familiärer Erwartungen. Pel gelingt es, diese Themen ohne pädagogischen Gestus in die Handlung zu integrieren und ihnen eine unmittelbare emotionale Wucht zu verleihen.
Auch die Beziehung zwischen Anna und Charlotte gehört zu den Stärken des Films. Susanne Wolff zeichnet die ältere Schwester als kontrollierte, nach außen gefestigte Figur, hinter deren Fassade Unsicherheiten und Konkurrenzdruck sichtbar werden. Zwischen den Schwestern entsteht ein glaubwürdiges Spannungsfeld aus Nähe und Rivalität, das selbst dann bestehen bleibt, wenn beide beginnen, die Mutter als Teil eines zerstörerischen Systems zu begreifen.
Nicht alle formalen Entscheidungen überzeugen jedoch gleichermaßen. Die fragmentierte Erzählweise mit ihren Zeitsprüngen und den Begegnungen mit der jungen Ines eröffnet zwar interessante Perspektiven, wirkt stellenweise aber unnötig verkopft. Ähnliches gilt für die Handkamera: Ihre Unruhe passt zwar grundsätzlich zur emotionalen Verfassung der Figuren, erscheint jedoch in ihrer Intensität gelegentlich überstrapaziert. Mitunter entsteht der Eindruck, die Inszenierung wolle emotionale Wirkung erzwingen, statt ihr zu vertrauen.
Dennoch gelingt Pel ein ungewöhnlicher und eigenwilliger Familienfilm, der sich einfachen Erklärungen verweigert. Der rabenschwarze Humor und die bewusst grotesken Momente verhindern, dass die Geschichte in reiner Tristesse versinkt. Stattdessen entsteht ein vielschichtiges Porträt von Menschen, die sich gegenseitig verletzen, obwohl sie nach Nähe suchen.
Fazit: “Donkey Days” verbindet bissigen Humor mit einer präzisen Beobachtung familiärer Gewalt und weiblicher Selbstbilder. Getragen von starken Darstellerinnen und einer konsequenten inhaltlichen Ausrichtung, bleibt der Film formal nicht immer überzeugend, ist aber gerade in seiner Eigenwilligkeit sehenswert.
Bereits in ihrem Debüt “Leicht wie Federn” hat Rosanne Pel ein Interesse an den verborgenen Dynamiken familiärer Gewalt erkennen lassen, das sie hier konsequent weiterführt. Erneut sind es nicht die großen Eskalationen, sondern die kleinen, oft kaum wahrnehmbaren Demütigungen, die das Geschehen prägen. “Donkey Days” bewegt sich dabei zwischen schwarzer Komödie, Familiendrama und psychologischem Fiebertraum.
Bereits die Eröffnungssequenz im Restaurant verdeutlicht diese Ausrichtung. Was zunächst wie ein harmloses Kennenlernen erscheint, entpuppt sich schnell als fein austarierter Machtkampf. Hinter beiläufigen Bemerkungen verbergen sich Spitzen, hinter Gesten Kontrolle. Im Zentrum steht dabei die Mutterfigur Ines, die Hildegard Schmahl mit großer Präzision verkörpert. Ihre Darstellung verbindet Charme mit subtiler Grausamkeit und macht die Figur zu einer ebenso glaubwürdigen wie beunruhigenden Präsenz, die das Geschehen jederzeit dominiert.
Im Mittelpunkt steht jedoch Anna, eindrucksvoll gespielt von Jil Krammer. Die Newcomerin trägt den Film mit bemerkenswerter Offenheit und verleiht ihrer Figur eine verletzliche, widersprüchliche Tiefe. Besonders deutlich wird dies in einer späteren Restaurantszene, in der Anna vor Freunden von einem abgebrochenen Frankreich-Urlaub berichtet. Die Geschichte eines übergewichtigen Jungen, den seine Familie auf Diät setzt, entwickelt sich dabei zu einer beklemmenden Metapher für Beschämung und Kontrolle – zentrale Motive, die den gesamten Film durchziehen.
Überhaupt widmet sich “Donkey Days” intensiv Fragen von Körperbildern und weiblicher Selbstwahrnehmung. Essstörungen und Selbsthass erscheinen hier nicht als individuelle Schwächen, sondern als Resultat gesellschaftlicher und familiärer Erwartungen. Pel gelingt es, diese Themen ohne pädagogischen Gestus in die Handlung zu integrieren und ihnen eine unmittelbare emotionale Wucht zu verleihen.
Auch die Beziehung zwischen Anna und Charlotte gehört zu den Stärken des Films. Susanne Wolff zeichnet die ältere Schwester als kontrollierte, nach außen gefestigte Figur, hinter deren Fassade Unsicherheiten und Konkurrenzdruck sichtbar werden. Zwischen den Schwestern entsteht ein glaubwürdiges Spannungsfeld aus Nähe und Rivalität, das selbst dann bestehen bleibt, wenn beide beginnen, die Mutter als Teil eines zerstörerischen Systems zu begreifen.
Nicht alle formalen Entscheidungen überzeugen jedoch gleichermaßen. Die fragmentierte Erzählweise mit ihren Zeitsprüngen und den Begegnungen mit der jungen Ines eröffnet zwar interessante Perspektiven, wirkt stellenweise aber unnötig verkopft. Ähnliches gilt für die Handkamera: Ihre Unruhe passt zwar grundsätzlich zur emotionalen Verfassung der Figuren, erscheint jedoch in ihrer Intensität gelegentlich überstrapaziert. Mitunter entsteht der Eindruck, die Inszenierung wolle emotionale Wirkung erzwingen, statt ihr zu vertrauen.
Dennoch gelingt Pel ein ungewöhnlicher und eigenwilliger Familienfilm, der sich einfachen Erklärungen verweigert. Der rabenschwarze Humor und die bewusst grotesken Momente verhindern, dass die Geschichte in reiner Tristesse versinkt. Stattdessen entsteht ein vielschichtiges Porträt von Menschen, die sich gegenseitig verletzen, obwohl sie nach Nähe suchen.
Fazit: “Donkey Days” verbindet bissigen Humor mit einer präzisen Beobachtung familiärer Gewalt und weiblicher Selbstbilder. Getragen von starken Darstellerinnen und einer konsequenten inhaltlichen Ausrichtung, bleibt der Film formal nicht immer überzeugend, ist aber gerade in seiner Eigenwilligkeit sehenswert.
Markus Solty
Besetzung & Crew von "Donkey Dogs"
Land: Niederlande, DeutschlandJahr: 2026
Genre: Drama, Komödie
Länge: 107 Minuten
Kinostart: 25.06.2026
Regie: Rosanne Pel
Darsteller: Jil Krammer, Susanne Wolff, Hildegard Schmahl, Carla Juri, Amke Wegner
Verleih: Salzgeber & Co. Medien GmbH





