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Hope (2026)
Hopeu
Südkoreanischer Monsterfilm über ein abgelegenes Küstendorf, in dem eine Handvoll Dorfbewohner auf die Jagd nach einer Kreatur geht, die Menschen und Tiere tötet.Kritiker-Film-Bewertung:User-Film-Bewertung:
Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 1 Besucher eine Bewertung abgegeben.
Hopo Port liegt an der Küste, nicht weit von der demilitarisierten Zone zwischen Nord- und Südkorea. Viel los ist in dem abgelegenen Ort mit seiner überwiegend älteren Bevölkerung ohnehin nicht. Dann werden Tiere auf grausame Weise getötet. Jugendliche erzählen von einem Tiger, doch bald ist klar, dass etwas anderes hinter den Angriffen steckt. Polizeichef Bum-seok (Hwang Jung-min), die junge Polizistin Sung-ae (Hoyeon) und der Jäger Sung-ki (Zo In-sung) versuchen herauszufinden, was in der Gegend vor sich geht.
Die Lage wird schnell unübersichtlich. Häuser werden verwüstet, Menschen kommen ums Leben, der Kontakt zur Außenwelt bricht ab. Weil gleichzeitig Waldbrände die verfügbaren Einsatzkräfte beschäftigen, kann von Hilfe von außen keine Rede sein. Während Bum-seok und Sung-ae im Ort bleiben, zieht Sung-ki mit anderen Jägern hinaus, um die Kreatur aufzuspüren. Was zunächst wie die Geschichte einer Gruppe Menschen wirkt, die sich gegen ein unbekanntes Raubtier behaupten muss, entwickelt sich jedoch in eine andere Richtung. Das Wesen ist nicht das, wofür die Menschen es halten, und auch ihre eigene Rolle in der Katastrophe verändert sich.
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Filmkritik
“Hope”: Wer jagt hier wen?
In der ersten Stunde verzichtet Regisseur Na Hong-jin fast vollständig auf das, was man bei einem Monsterfilm erwarten würde. Es gibt keine dunklen Wälder, in denen sich etwas schemenhaft bewegt, keinen Nebel und kaum Nacht. Stattdessen liegt Hopo Port im hellen Tageslicht. Die Kamera von Hong Kyung-pyo arbeitet mit extremen Weitwinkeln und rückt den Figuren dicht auf den Leib. Gleichzeitig bleibt die Kreatur lange unsichtbar. Zu sehen sind stattdessen die Folgen ihrer Anwesenheit: aufgerissene Wände, Blut auf dem Asphalt, ein verwüsteter Laden. Das genügt. Das Dorf wirkt so konkret und wenig filmisch, dass jede Zerstörung darin sofort etwas Endgültiges bekommt. Hwang Jung-min bestimmt diese erste Phase fast im Alleingang. Sein Bum-seok versucht, Ordnung herzustellen und muss dabei zusehen, wie seine Autorität Stück für Stück an ihre Grenzen kommt.
Na Hong-jin baut daraus zunächst einen erstaunlich geradlinigen Spannungsfilm. Polizeichef, Polizistin und Jäger erfüllen genau die Funktionen, die man von ihnen erwartet. Sie suchen nach einem Gegner, den sie nicht verstehen, und handeln entsprechend. Erst nach und nach wird klar, dass eben darin das Problem liegt. Die Katastrophe ist nicht einfach über die Menschen hereingebrochen. Sie ist auch eine Folge dessen, was sie nicht wissen, falsch einschätzen oder aus eigenem Vorteil heraus tun. Niemand muss dabei zum großen Bösewicht werden. Es reicht, das Gegenüber für etwas anderes zu halten, als es tatsächlich ist. Die Jagd, ein Motiv, das Na schon in The Chaser und The Yellow Sea geprägt hat, bekommt dadurch eine neue Richtung: Wer verfolgt hier eigentlich wen?
Dass das Ganze ausgerechnet an der DMZ spielt, gibt dieser Verschiebung zusätzlich Gewicht. Hopo Port liegt in einer Gegend, in der die Vorstellung vom Eindringling, vom Fremden und von einer Bedrohung von außen ohnehin Teil des Alltags ist. Hope macht aus dieser alten Angst keine politische Parabel, aber der Film lässt sie in seine Science-Fiction-Geschichte hineinspielen.
Genau an diesem Punkt verliert der Film allerdings etwas von seiner Stärke. Solange Na die Perspektiven nur verschiebt, ist er am überzeugendsten. Man sieht die Welt aus dem begrenzten Blick seiner Figuren und tappt gemeinsam mit ihnen in die falschen Erklärungen. Später beginnt der Film stärker auszubuchstabieren, was zuvor noch offen war. Die zweite Hälfte erklärt mehr, als ihr guttut. Figuren sprechen dann nicht nur aus ihrer Situation heraus, sondern immer häufiger auch über die Bedeutung dessen, was gerade passiert. Damit wird der Film eindeutiger, aber nicht unbedingt interessanter. Was zuvor aus Bildern, Handlungen und Missverständnissen hervorging, liegt nun ausgesprochen vor einem.
Auch die Kreaturen verlieren etwas, sobald sie vollständig zu sehen sind. Das liegt weniger an der Idee als an der Umsetzung. Das gleißende Licht, das die erste Hälfte so wirkungsvoll macht, ist für die digitalen Wesen zugleich eine Belastung. Zwischen der real gefilmten Umgebung, den Stunts, Pferden und Fahrzeugen und den CGI-Körpern bleibt ein Unterschied sichtbar, den der Film nicht immer überbrücken kann. Dabei steckt in der Besetzung ein schöner Gedanke: Michael Fassbender, Alicia Vikander, Taylor Russell und Cameron Britton verleihen den fremden Figuren ihre Gesichter und Bewegungen, ohne dass man die Stars in ihnen wirklich wiedererkennt. Gerade ihre Mimik soll aus den Wesen individuelle Charaktere machen. Nicht jede dieser Regungen kommt allerdings beim Zuschauer an.
Im Werk Na Hong-jins ist Hope trotzdem gut verankert. The Chaser handelte von einer Jagd, The Yellow Sea machte daraus eine immer weiter ausufernde Hetzjagd, The Wailing verlegte die Suche nach dem Ursprung des Unheils ins Ungewisse. Hope geht noch einen Schritt weiter und macht daraus eine Begegnung zwischen verschiedenen Formen von Leben, deren jeweilige Perspektive sich erst allmählich erschließt. Auch der Maßstab wächst entsprechend: vom einzelnen Täter über organisierte Gewalt und das Übernatürliche bis hin zu einer Bedrohung, die nicht mehr auf menschliche Erfahrungen begrenzt ist.
Der Unterschied zu The Wailing ist dabei entscheidend. Dort war die Ungewissheit selbst das Zentrum des Films. Hope arbeitet ebenfalls mit falschen Annahmen und einem Wechsel des Blickwinkels, nimmt sich aber später die Zeit, vieles davon zu erklären. Das Ende lässt zwar Fragen offen und deutet an, dass die Geschichte noch nicht zu Ende erzählt ist. In seiner zentralen Aussage ist der Film zu diesem Zeitpunkt allerdings bereits sehr viel eindeutiger.
Fazit: Hope beginnt stärker, als er endet. Die erste Stunde gehört zu den spannendsten Passagen des Blockbusterkino der letzten Jahre, weil Na Hong-jin mit wenig Mitteln eine Bedrohung erzeugt, die ständig größer wirkt, obwohl man sie kaum zu Gesicht bekommt. Später erklärt der Film seine eigene Idee zu ausführlich, während die digitale Kreatur im hellen Licht ihre Wirkung nicht immer halten kann. Sehenswert bleibt das allemal – schon weil Na aus einem großen Monsterfilm etwas Persönlicheres machen will. Die offene Frage des Titels passt dabei gut: Es geht nicht nur darum, ob Hoffnung möglich ist, sondern auch darum, worauf sie sich richtet.
In der ersten Stunde verzichtet Regisseur Na Hong-jin fast vollständig auf das, was man bei einem Monsterfilm erwarten würde. Es gibt keine dunklen Wälder, in denen sich etwas schemenhaft bewegt, keinen Nebel und kaum Nacht. Stattdessen liegt Hopo Port im hellen Tageslicht. Die Kamera von Hong Kyung-pyo arbeitet mit extremen Weitwinkeln und rückt den Figuren dicht auf den Leib. Gleichzeitig bleibt die Kreatur lange unsichtbar. Zu sehen sind stattdessen die Folgen ihrer Anwesenheit: aufgerissene Wände, Blut auf dem Asphalt, ein verwüsteter Laden. Das genügt. Das Dorf wirkt so konkret und wenig filmisch, dass jede Zerstörung darin sofort etwas Endgültiges bekommt. Hwang Jung-min bestimmt diese erste Phase fast im Alleingang. Sein Bum-seok versucht, Ordnung herzustellen und muss dabei zusehen, wie seine Autorität Stück für Stück an ihre Grenzen kommt.
Na Hong-jin baut daraus zunächst einen erstaunlich geradlinigen Spannungsfilm. Polizeichef, Polizistin und Jäger erfüllen genau die Funktionen, die man von ihnen erwartet. Sie suchen nach einem Gegner, den sie nicht verstehen, und handeln entsprechend. Erst nach und nach wird klar, dass eben darin das Problem liegt. Die Katastrophe ist nicht einfach über die Menschen hereingebrochen. Sie ist auch eine Folge dessen, was sie nicht wissen, falsch einschätzen oder aus eigenem Vorteil heraus tun. Niemand muss dabei zum großen Bösewicht werden. Es reicht, das Gegenüber für etwas anderes zu halten, als es tatsächlich ist. Die Jagd, ein Motiv, das Na schon in The Chaser und The Yellow Sea geprägt hat, bekommt dadurch eine neue Richtung: Wer verfolgt hier eigentlich wen?
Dass das Ganze ausgerechnet an der DMZ spielt, gibt dieser Verschiebung zusätzlich Gewicht. Hopo Port liegt in einer Gegend, in der die Vorstellung vom Eindringling, vom Fremden und von einer Bedrohung von außen ohnehin Teil des Alltags ist. Hope macht aus dieser alten Angst keine politische Parabel, aber der Film lässt sie in seine Science-Fiction-Geschichte hineinspielen.
Genau an diesem Punkt verliert der Film allerdings etwas von seiner Stärke. Solange Na die Perspektiven nur verschiebt, ist er am überzeugendsten. Man sieht die Welt aus dem begrenzten Blick seiner Figuren und tappt gemeinsam mit ihnen in die falschen Erklärungen. Später beginnt der Film stärker auszubuchstabieren, was zuvor noch offen war. Die zweite Hälfte erklärt mehr, als ihr guttut. Figuren sprechen dann nicht nur aus ihrer Situation heraus, sondern immer häufiger auch über die Bedeutung dessen, was gerade passiert. Damit wird der Film eindeutiger, aber nicht unbedingt interessanter. Was zuvor aus Bildern, Handlungen und Missverständnissen hervorging, liegt nun ausgesprochen vor einem.
Auch die Kreaturen verlieren etwas, sobald sie vollständig zu sehen sind. Das liegt weniger an der Idee als an der Umsetzung. Das gleißende Licht, das die erste Hälfte so wirkungsvoll macht, ist für die digitalen Wesen zugleich eine Belastung. Zwischen der real gefilmten Umgebung, den Stunts, Pferden und Fahrzeugen und den CGI-Körpern bleibt ein Unterschied sichtbar, den der Film nicht immer überbrücken kann. Dabei steckt in der Besetzung ein schöner Gedanke: Michael Fassbender, Alicia Vikander, Taylor Russell und Cameron Britton verleihen den fremden Figuren ihre Gesichter und Bewegungen, ohne dass man die Stars in ihnen wirklich wiedererkennt. Gerade ihre Mimik soll aus den Wesen individuelle Charaktere machen. Nicht jede dieser Regungen kommt allerdings beim Zuschauer an.
Im Werk Na Hong-jins ist Hope trotzdem gut verankert. The Chaser handelte von einer Jagd, The Yellow Sea machte daraus eine immer weiter ausufernde Hetzjagd, The Wailing verlegte die Suche nach dem Ursprung des Unheils ins Ungewisse. Hope geht noch einen Schritt weiter und macht daraus eine Begegnung zwischen verschiedenen Formen von Leben, deren jeweilige Perspektive sich erst allmählich erschließt. Auch der Maßstab wächst entsprechend: vom einzelnen Täter über organisierte Gewalt und das Übernatürliche bis hin zu einer Bedrohung, die nicht mehr auf menschliche Erfahrungen begrenzt ist.
Der Unterschied zu The Wailing ist dabei entscheidend. Dort war die Ungewissheit selbst das Zentrum des Films. Hope arbeitet ebenfalls mit falschen Annahmen und einem Wechsel des Blickwinkels, nimmt sich aber später die Zeit, vieles davon zu erklären. Das Ende lässt zwar Fragen offen und deutet an, dass die Geschichte noch nicht zu Ende erzählt ist. In seiner zentralen Aussage ist der Film zu diesem Zeitpunkt allerdings bereits sehr viel eindeutiger.
Fazit: Hope beginnt stärker, als er endet. Die erste Stunde gehört zu den spannendsten Passagen des Blockbusterkino der letzten Jahre, weil Na Hong-jin mit wenig Mitteln eine Bedrohung erzeugt, die ständig größer wirkt, obwohl man sie kaum zu Gesicht bekommt. Später erklärt der Film seine eigene Idee zu ausführlich, während die digitale Kreatur im hellen Licht ihre Wirkung nicht immer halten kann. Sehenswert bleibt das allemal – schon weil Na aus einem großen Monsterfilm etwas Persönlicheres machen will. Die offene Frage des Titels passt dabei gut: Es geht nicht nur darum, ob Hoffnung möglich ist, sondern auch darum, worauf sie sich richtet.
Markus Solty
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Besetzung & Crew von "Hope"
Land: SüdkoreaJahr: 2026
Genre: Action, Drama, Horror
Originaltitel: Hopeu
Kinostart: 08.10.2026
Darsteller: Jeong-min Hwang, Zo In-sung, Hoyeon, Michael Fassbender, Alicia Vikander
Verleih: MUBI
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