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We'll Find Happiness (2025)
On sera heureux
Flüchtlingsdrama: Léa Pool erzählt die Liebesgeschichte zweier queerer Geflüchteter und verbindet sie mit einer eindringlichen Kritik an der Asylpolitik westlicher Demokratien.Kritiker-Film-Bewertung:User-Film-Bewertung:
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Der Syrer Saad (Mehdi Meskar) und der Iraner Reza (Aron Archer) lernen sich während ihrer Flucht in Spanien kennen und verlieben sich. Gemeinsam gelingt ihnen die Weiterreise nach Kanada, wo Saad unter falscher Identität versucht, sich in Montreal ein neues Leben aufzubauen. Reza hingegen droht die Abschiebung in den Iran, wo ihm wegen seiner Homosexualität Gefängnis, Folter oder sogar die Todesstrafe drohen.
In seiner Verzweiflung beginnt Saad eine Affäre mit Laurent (Alexandre Landry), einem Mitarbeiter der Migrationsministerin. Über ihn hofft er Einfluss auf Rezas Asylverfahren nehmen zu können. Doch je weiter sein Plan voranschreitet, desto stärker geraten Liebe, Loyalität und moralische Überzeugungen ins Wanken.
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Filmkritik
"We'll Find Happiness": Zwischen Liebe und Überleben
Saad und Reza verbindet mehr als nur das Schicksal der Flucht. Beide mussten ihre Heimat verlassen, weil sie als Homosexuelle dort nicht frei leben konnten. Léa Pool erzählt ihre Geschichte jedoch nicht als klassisches Flüchtlingsdrama, sondern als intensive Liebesgeschichte, deren größte Bedrohung nicht allein von den Verfolgern in den Herkunftsländern ausgeht, sondern ebenso von den bürokratischen Hürden eines Staates, der Schutz verspricht und ihn zugleich verweigern kann. Schon früh macht der Film deutlich, dass das Leben der beiden nicht nur von ihren Gefühlen füreinander bestimmt wird, sondern auch von politischen Entscheidungen, über die sie keinerlei Kontrolle besitzen.
Als Reza die Abschiebung droht, sieht Saad keinen anderen Ausweg mehr, als sich Laurent (Alexandre Landry), einem Mitarbeiter der Migrationsministerin, anzunähern. Was zunächst wie eine kalkulierte Manipulation erscheint, entwickelt sich zunehmend zu einer emotionalen Dreiecksgeschichte. Michel Marc Bouchards Drehbuch verweigert dabei einfache Antworten. Saad handelt aus Liebe und Verzweiflung zugleich, nutzt Laurents Gefühle für seine eigenen Zwecke und entwickelt dennoch selbst eine Bindung zu ihm. Gerade diese moralische Ambivalenz macht die Figuren glaubwürdig und verhindert, dass der Film seine Konflikte auf eindeutige Gut-und-Böse-Muster reduziert.
Politisches Drama mit persönlicher Dimension
Mit "We'll Find Happiness" widmet sich Léa Pool einem Thema, das im Kino bislang nur selten im Mittelpunkt stand: der Situation queerer Geflüchteter und den oft existenziellen Folgen staatlicher Asylpolitik. Gemeinsam mit Michel Marc Bouchard – einem der bedeutendsten zeitgenössischen frankokanadischen Dramatiker, der hier erstmals ein originäres Drehbuch für das Kino verfasst – verbindet sie persönliche Schicksale mit institutioneller Kritik. Der Film zeigt, dass über Leben und Tod nicht nur Verfolgung und Gewalt in den Herkunftsländern entscheiden, sondern ebenso politische Entscheidungen und behördliche Verfahren in vermeintlich sicheren Demokratien. Der Westen erscheint dabei nicht als uneingeschränkter Zufluchtsort, sondern als System voller Widersprüche, das Schutz verspricht und gleichzeitig neue Formen der Ausgrenzung hervorbringt.
Inszenatorisch bleibt Léa Pool ihrer zurückhaltenden Handschrift treu, die man aus Filmen wie "Das Geheimnis des blauen Schmetterlings" (2004) kennt. Große dramatische Gesten sucht man vergeblich. Stattdessen setzt sie auf Blicke, Pausen und unausgesprochene Gefühle. Die nichtlineare Erzählweise verbindet Gegenwart und Vergangenheit miteinander und verdeutlicht, wie sehr Flucht und Trauma das Leben der Figuren bis in die Gegenwart bestimmen. Yves Bélangers atmosphärische Kameraarbeit unterstreicht diesen Eindruck mit intimen Nahaufnahmen und weitläufigen Landschafts- und Stadtbildern, die Nähe und Entwurzelung gleichermaßen vermitteln.
Entscheidend für die emotionale Wirkung sind schließlich die Darsteller. Mehdi Meskar verleiht Saad gleichermaßen Verletzlichkeit und Entschlossenheit, während Aron Archer Reza trotz vergleichsweise kurzer Leinwandpräsenz eindrucksvoll verkörpert. Alexandre Landry wiederum macht Laurent zu weit mehr als einem bloßen Vertreter des Systems und stattet die Figur mit einer glaubwürdigen Menschlichkeit aus. Nicht jede dramaturgische Wendung überzeugt vollständig, und einige Rückblenden hätten etwas straffer ausfallen dürfen. Dennoch gelingt Léa Pool ein bewegendes Drama, das seine politische Aussage niemals über seine Figuren stellt und gerade dadurch nachhaltig berührt.
Fazit: "We'll Find Happiness" verbindet queeres Liebesdrama und politische Flüchtlingsgeschichte zu einem vielschichtigen, emotionalen Film über Liebe, Identität und Überleben. Dank sensibler Inszenierung, starker Darsteller und moralisch komplexer Figuren entsteht ein ebenso aktuelles wie berührendes Drama, das eindrucksvoll zeigt, wie eng persönliche Schicksale und politische Entscheidungen miteinander verwoben sind.
Saad und Reza verbindet mehr als nur das Schicksal der Flucht. Beide mussten ihre Heimat verlassen, weil sie als Homosexuelle dort nicht frei leben konnten. Léa Pool erzählt ihre Geschichte jedoch nicht als klassisches Flüchtlingsdrama, sondern als intensive Liebesgeschichte, deren größte Bedrohung nicht allein von den Verfolgern in den Herkunftsländern ausgeht, sondern ebenso von den bürokratischen Hürden eines Staates, der Schutz verspricht und ihn zugleich verweigern kann. Schon früh macht der Film deutlich, dass das Leben der beiden nicht nur von ihren Gefühlen füreinander bestimmt wird, sondern auch von politischen Entscheidungen, über die sie keinerlei Kontrolle besitzen.
Als Reza die Abschiebung droht, sieht Saad keinen anderen Ausweg mehr, als sich Laurent (Alexandre Landry), einem Mitarbeiter der Migrationsministerin, anzunähern. Was zunächst wie eine kalkulierte Manipulation erscheint, entwickelt sich zunehmend zu einer emotionalen Dreiecksgeschichte. Michel Marc Bouchards Drehbuch verweigert dabei einfache Antworten. Saad handelt aus Liebe und Verzweiflung zugleich, nutzt Laurents Gefühle für seine eigenen Zwecke und entwickelt dennoch selbst eine Bindung zu ihm. Gerade diese moralische Ambivalenz macht die Figuren glaubwürdig und verhindert, dass der Film seine Konflikte auf eindeutige Gut-und-Böse-Muster reduziert.
Politisches Drama mit persönlicher Dimension
Mit "We'll Find Happiness" widmet sich Léa Pool einem Thema, das im Kino bislang nur selten im Mittelpunkt stand: der Situation queerer Geflüchteter und den oft existenziellen Folgen staatlicher Asylpolitik. Gemeinsam mit Michel Marc Bouchard – einem der bedeutendsten zeitgenössischen frankokanadischen Dramatiker, der hier erstmals ein originäres Drehbuch für das Kino verfasst – verbindet sie persönliche Schicksale mit institutioneller Kritik. Der Film zeigt, dass über Leben und Tod nicht nur Verfolgung und Gewalt in den Herkunftsländern entscheiden, sondern ebenso politische Entscheidungen und behördliche Verfahren in vermeintlich sicheren Demokratien. Der Westen erscheint dabei nicht als uneingeschränkter Zufluchtsort, sondern als System voller Widersprüche, das Schutz verspricht und gleichzeitig neue Formen der Ausgrenzung hervorbringt.
Inszenatorisch bleibt Léa Pool ihrer zurückhaltenden Handschrift treu, die man aus Filmen wie "Das Geheimnis des blauen Schmetterlings" (2004) kennt. Große dramatische Gesten sucht man vergeblich. Stattdessen setzt sie auf Blicke, Pausen und unausgesprochene Gefühle. Die nichtlineare Erzählweise verbindet Gegenwart und Vergangenheit miteinander und verdeutlicht, wie sehr Flucht und Trauma das Leben der Figuren bis in die Gegenwart bestimmen. Yves Bélangers atmosphärische Kameraarbeit unterstreicht diesen Eindruck mit intimen Nahaufnahmen und weitläufigen Landschafts- und Stadtbildern, die Nähe und Entwurzelung gleichermaßen vermitteln.
Entscheidend für die emotionale Wirkung sind schließlich die Darsteller. Mehdi Meskar verleiht Saad gleichermaßen Verletzlichkeit und Entschlossenheit, während Aron Archer Reza trotz vergleichsweise kurzer Leinwandpräsenz eindrucksvoll verkörpert. Alexandre Landry wiederum macht Laurent zu weit mehr als einem bloßen Vertreter des Systems und stattet die Figur mit einer glaubwürdigen Menschlichkeit aus. Nicht jede dramaturgische Wendung überzeugt vollständig, und einige Rückblenden hätten etwas straffer ausfallen dürfen. Dennoch gelingt Léa Pool ein bewegendes Drama, das seine politische Aussage niemals über seine Figuren stellt und gerade dadurch nachhaltig berührt.
Fazit: "We'll Find Happiness" verbindet queeres Liebesdrama und politische Flüchtlingsgeschichte zu einem vielschichtigen, emotionalen Film über Liebe, Identität und Überleben. Dank sensibler Inszenierung, starker Darsteller und moralisch komplexer Figuren entsteht ein ebenso aktuelles wie berührendes Drama, das eindrucksvoll zeigt, wie eng persönliche Schicksale und politische Entscheidungen miteinander verwoben sind.
Markus Solty
Besetzung & Crew von "We'll Find Happiness"
Land: Kanada, LuxemburgJahr: 2025
Genre: Drama, Romantik, Gay
Originaltitel: On sera heureux
Länge: 101 Minuten
Kinostart: 16.07.2026
Regie: Léa Pool
Darsteller: Mehdi Meskar als Saad Idrissa, Alexandre Landry als Laurent Gauthier, Aron Archer als Reza Mohammadi, Céline Bonnier, Sascha Ley
Kamera: Yves Bélanger
Verleih: Cinemien