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WHAM! 10 Days in China (2026)
Britischer Dokumentarfilm über eine außergewöhnliche Tournee.Kritiker-Film-Bewertung:User-Film-Bewertung:
Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 1 Besucher eine Bewertung abgegeben.
Obwohl erst 22 Jahre jung, haben die ehemaligen Klassenkameraden George Michael und Andrew Ridgeley im Jahr 1985 schon viel erreicht. Ihre 1981 gegründete Band Wham! hatte zu diesem Zeitpunkt bereits zwei Studioalben und Hits wie "Wake Me Up Before You Go-Go" oder "Careless Whisper" veröffentlicht. Als Nächstes stand jedoch ihre bis dato größte Herausforderung an: zwei Konzerte in China, eins in Peking, eins in Guangzhou.
Wham! ist die erste westliche Band, die in der Volksrepublik China auftreten darf. Nach ihrer Ankunft werden sie wie Staatsgäste hofiert. Die Konzertbesucher erhalten mit dem Erwerb einer Eintrittskarte auch ein Album der Band als Musikkassette, damit sie überhaupt eine Ahnung haben, was sie erwartet. Die Reaktionen des Publikums fallen sehr unterschiedlich aus.
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Filmkritik
"WHAM! 10 Days in China": Kurioser Kurztrip
Diese Reise hat alles, was es für einen abwechslungsreichen Kinoabend benötigt: Zwei junge Helden, die von ihrem Management vor den Marketingkarren gespannt werden, einen Regisseur, der einen Dokumentarfilm über sie drehen soll, mit den Jungs aber nichts anfangen kann, ein Publikum, das nicht weiß, wie es sich verhalten soll und einen Suizidversuch eines verzweifelten Trompeters. Doch beginnen wir von vorn.
Als George Michael (1963–2016) und Andrew Ridgeley im Frühjahr 1985 in der Volksrepublik China landen, um mit ihrer Band Wham! in Peking und in Guangzhou aufzutreten, ist das ein reiner PR-Stunt. Die Absicht ihres Managers Simon Napier-Bell, der im vorliegenden Dokumentarfilm in einem spartanisch eingerichteten Büroraum in einem Sessel fläzt und frank und frei Auskunft gibt, beabsichtigte nicht etwa, den chinesischen Markt mit westlicher Popmusik zu erobern. Napier-Bell zielte auf einen größeren Fisch. Sich dessen bewusst, dass der Auftritt als erster seiner Art weltweit Schlagzeilen machen würde, sollte er Wham! im Nachgang zum Durchbruch in den USA verhelfen – was tatsächlich gelang.
Was das Management und die Band derweil nicht voraussehen konnten, war der Effekt, den der Auftritt – PR-Stunt hin oder her – auf das Publikum hatte. In "WHAM! 10 Days in China" unter der Regie von Mike Christie kommen neben Simon Napier-Bell, Andrew Ridgeley, Bandmitgliedern wie Pepsi Demacque und Shirlie Holliman sowie einigen Journalisten, die die Tournee begleiteten, auch Zeitzeugen zu Wort, die damals im Publikum saßen. Und für einige von ihnen hat sich das Leben danach komplett verändert. Musiker wie Wang Di oder die Popsängerin Cheng Fangyuan fühlten sich von den Konzerten inspiriert, hängten ihre Jobs an den Nagel und starteten ihre Musikkarrieren.
Bestes Entertainment
Dass es diesen Dokumentarfilm über das kurze Gastspiel in China heute gibt, liegt zum Großteil daran, dass schon damals ein Dokumentarfilm entstehen sollte, der jedoch in seiner ursprünglich angedachten Form nie das Licht der Welt erblickt hat (sondern später in einer neu geschnittenen Version unter dem Titel "Wham! in China: Foreign Skies" veröffentlicht wurde). Ausgerechnet Lindsay Anderson (1923–1994; "Lockender Lorbeer", "If ...") wurde dafür als Regisseur engagiert, wurde mit George Michael und Andrew Ridgeley aber nicht warm. Zudem verletzte er sich gleich zu Beginn der Reise während eines Pressetermins an der Chinesischen Mauer so schwer, dass er fortan von einem Assistenten in einem Rollstuhl durch die Gegend geschoben werden musste. Was zu irrwitzigen Szenen führt, wenn Anderson griesgrämig dreinblickend und einen Gehstock schwingend am Bühnenrand sitzt. Das Skript zu dieser Mini-Tournee hätte sich kein Drehbuchautor besser ausdenken können.
Mehr als kurios ist beispielsweise das reglose Publikum in Peking. Es ist ihm anzusehen, wie gern es im Takt der Popmusik mitwippen möchte, sich aber nicht traut, weil es von der den Saal ordnenden Polizei dazu aufgefordert wurde, Ruhe zu bewahren. Mike Christie macht daraus einen kurzweiligen Dokumentarfilm, der abseits der skurrilen Vorkommnisse auch einiges über die Fremd- und Selbstwahrnehmung Großbritanniens und Chinas, über westliche Überheblichkeit und postkoloniale Strukturen verrät. Zu viel Tiefgang sollte man indessen nicht erwarten. Wie Wham! und ihre größten Hits ist auch der Dokumentarfilm über ihr China-Abenteuer in erster Linie eskapistisches Entertainment.
Fazit: Der Regisseur Mike Christie hat tief in der Archiv-Kiste gekramt und altes Filmmaterial über die China-Reise der Popgruppe Wham! ausgegraben. Herausgekommen ist ein kurzweiliger Dokumentarfilm über einen mehr als kuriosen Trip, der beste Unterhaltung bietet.
Diese Reise hat alles, was es für einen abwechslungsreichen Kinoabend benötigt: Zwei junge Helden, die von ihrem Management vor den Marketingkarren gespannt werden, einen Regisseur, der einen Dokumentarfilm über sie drehen soll, mit den Jungs aber nichts anfangen kann, ein Publikum, das nicht weiß, wie es sich verhalten soll und einen Suizidversuch eines verzweifelten Trompeters. Doch beginnen wir von vorn.
Als George Michael (1963–2016) und Andrew Ridgeley im Frühjahr 1985 in der Volksrepublik China landen, um mit ihrer Band Wham! in Peking und in Guangzhou aufzutreten, ist das ein reiner PR-Stunt. Die Absicht ihres Managers Simon Napier-Bell, der im vorliegenden Dokumentarfilm in einem spartanisch eingerichteten Büroraum in einem Sessel fläzt und frank und frei Auskunft gibt, beabsichtigte nicht etwa, den chinesischen Markt mit westlicher Popmusik zu erobern. Napier-Bell zielte auf einen größeren Fisch. Sich dessen bewusst, dass der Auftritt als erster seiner Art weltweit Schlagzeilen machen würde, sollte er Wham! im Nachgang zum Durchbruch in den USA verhelfen – was tatsächlich gelang.
Was das Management und die Band derweil nicht voraussehen konnten, war der Effekt, den der Auftritt – PR-Stunt hin oder her – auf das Publikum hatte. In "WHAM! 10 Days in China" unter der Regie von Mike Christie kommen neben Simon Napier-Bell, Andrew Ridgeley, Bandmitgliedern wie Pepsi Demacque und Shirlie Holliman sowie einigen Journalisten, die die Tournee begleiteten, auch Zeitzeugen zu Wort, die damals im Publikum saßen. Und für einige von ihnen hat sich das Leben danach komplett verändert. Musiker wie Wang Di oder die Popsängerin Cheng Fangyuan fühlten sich von den Konzerten inspiriert, hängten ihre Jobs an den Nagel und starteten ihre Musikkarrieren.
Bestes Entertainment
Dass es diesen Dokumentarfilm über das kurze Gastspiel in China heute gibt, liegt zum Großteil daran, dass schon damals ein Dokumentarfilm entstehen sollte, der jedoch in seiner ursprünglich angedachten Form nie das Licht der Welt erblickt hat (sondern später in einer neu geschnittenen Version unter dem Titel "Wham! in China: Foreign Skies" veröffentlicht wurde). Ausgerechnet Lindsay Anderson (1923–1994; "Lockender Lorbeer", "If ...") wurde dafür als Regisseur engagiert, wurde mit George Michael und Andrew Ridgeley aber nicht warm. Zudem verletzte er sich gleich zu Beginn der Reise während eines Pressetermins an der Chinesischen Mauer so schwer, dass er fortan von einem Assistenten in einem Rollstuhl durch die Gegend geschoben werden musste. Was zu irrwitzigen Szenen führt, wenn Anderson griesgrämig dreinblickend und einen Gehstock schwingend am Bühnenrand sitzt. Das Skript zu dieser Mini-Tournee hätte sich kein Drehbuchautor besser ausdenken können.
Mehr als kurios ist beispielsweise das reglose Publikum in Peking. Es ist ihm anzusehen, wie gern es im Takt der Popmusik mitwippen möchte, sich aber nicht traut, weil es von der den Saal ordnenden Polizei dazu aufgefordert wurde, Ruhe zu bewahren. Mike Christie macht daraus einen kurzweiligen Dokumentarfilm, der abseits der skurrilen Vorkommnisse auch einiges über die Fremd- und Selbstwahrnehmung Großbritanniens und Chinas, über westliche Überheblichkeit und postkoloniale Strukturen verrät. Zu viel Tiefgang sollte man indessen nicht erwarten. Wie Wham! und ihre größten Hits ist auch der Dokumentarfilm über ihr China-Abenteuer in erster Linie eskapistisches Entertainment.
Fazit: Der Regisseur Mike Christie hat tief in der Archiv-Kiste gekramt und altes Filmmaterial über die China-Reise der Popgruppe Wham! ausgegraben. Herausgekommen ist ein kurzweiliger Dokumentarfilm über einen mehr als kuriosen Trip, der beste Unterhaltung bietet.
Falk Straub
Besetzung & Crew von "WHAM! 10 Days in China"
Land: GroßbritannienJahr: 2026
Genre: Dokumentation, Musik
Länge: 90 Minuten
Kinostart: 28.07.2026
Regie: Mike Christie
Darsteller: George Michael, Andrew Ridgeley
Verleih: LUF Kino GmbH