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Semillas - Bis der Regen fällt (2025)
Semillas
Spielfilm über ein zehnjähriges Mädchen, das mit seinem Großvater auf einer kolumbianischen Ranch lebt.Kritiker-Film-Bewertung:User-Film-Bewertung:
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Die zehnjährige Shaira (Shaira Castro) lebt mit ihrem Großvater (Álvaro Chaparro) und ihrem älteren Bruder Andrey (Andrés Andrade) auf einer Ranch in Kolumbien. Es herrscht Armut, der Großvater hat Schulden. Shairas Bruder möchte mit Semillas, dem Pferd der Familie, am Coleo-Wettbewerb teilnehmen, einer Art Rodeo. Doch er verunglückt tödlich. Shaira bittet den Großvater, selbst am Coleo mitmachen zu dürfen, doch er sagt nur, das sei nichts für Mädchen.
Ihre einsamen Tage verbringt Shaira mit Kochen, Waschen und dem Sammeln von Samen und Körnern für die Rassel, die nach altem Glauben den Regen herbeiruft. Doch die Dürre hält an. Der Großvater hat Shaira erzählt, dass der Himmel Tiere mitnimmt und erst wieder zurückkommen lässt, wenn es regnet. Eines Tages ist das Pferd Semillas verschwunden. Shaira meint, es auf dem Coleo gesehen zu haben. Wird es mit dem Regen zu ihr zurückkommen?
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Filmkritik
"Semillas“: Ein Mädchen in Kolumbien
Shaira zieht am liebsten die Sachen ihres älteren Bruders an. Sie möchte wie er eine Coleo-Reiterin werden. Mit Mädchen hat die Zehnjährige keinen Kontakt auf der Ranch. Nach dem Unfalltod des Bruders ist der Großvater ihre einzige Bezugsperson. Als Semillas, das von ihr geliebte Pferd der Familie verschwindet, bleibt Shaira mit ihren Fragen allein. Mit traditionellem Glauben, den Geschichten des Großvaters und zunehmend auch eigenen Beobachtungen versucht die Heranwachsende, sich die Realität selbst zu erschließen. Das Spielfilmdebüt "Semillas – Bis der Regen fällt“ der kolumbianischen Regisseurin Eliana Niño erzählt eine atmosphärisch dichte Coming-of-Age-Geschichte aus einer entlegenen ländlichen Region Lateinamerikas.
Wie ein Junge gekleidet
Shaira wächst umgeben von Männern auf und so ist es für sie nur selbstverständlich, auch einen Cowboy-Hut zu tragen und am Coleo-Turnier teilnehmen zu wollen. Zum Einkaufen ins Dorf geschickt, sieht Shaira Mädchen und junge Frauen in schönen Kleidern und mit geflochtenen Zöpfen. Sie hört, dass eine Kundin im Laden einen BH für ihre elfjährige Tochter sucht. Bei Shaira zuhause aber reicht das Geld nicht einmal mehr für Lebensmittel und Medikamente. Und mit den Dingen, die junge Mädchen benötigen, kennt sich der Großvater ohnehin nicht aus.
Abschied von der Kindheit
Es ist Sommer und es herrscht eine schlimme Dürre. Der Mais vertrocknet. Shaira ist viel allein, spaziert zwischen den Feldern, sitzt unter dem Baum, unter dem sie zuletzt mit dem Bruder sprach. Wie er sammelt sie bunte Samen für die Musikrassel, die den Regen herbeirufen soll. Der wortkarge Großvater ist eigentlich ein begabter Geschichtenerzähler und versteht sich auf die Kunst des improvisierten, gereimten Gesangs. Doch im harten Alltag steht ihm der Sinn kaum noch danach. Man bekommt dennoch ein paar solcher Sprechgesänge zu hören, beispielsweise auf dem Contrapunteo-Turnier im Dorf, bei dem zwei Sänger gegeneinander antreten. Sachte führt der Film sein Publikum an Traditionen der Llaneros oder Viehhirten heran in einer Welt, die sich im Umbruch befindet. Shaira wird selbst abwägen müssen, wie sich die Überlieferungen mit den heutigen Zwängen und Chancen vereinbaren lassen.
Überwiegend aus der Perspektive des Mädchens erzählt, das ohne jeglichen Komfort aufwächst, vertraut der Film auf die Atmosphäre langsamer, oft ereignisarmer Szenen. Shaira liebt den Großvater, möchte aber eigene Wege ausloten. Sich nach ihm zu richten, kann ihr emotional und geistig nicht mehr genügen. In der Trägheit des Sommers, der unter der Dürre ächzt, balanciert Shaira zwischen wachen Beobachtungen und Wünschen, die sie in Legenden widergespiegelt findet. So schwebt eine zarte Poesie über dem Geschehen.
Fazit: Das Spielfilmdebüt der Regisseurin Eliana Niño erzählt die atmosphärisch beeindruckende Coming-of-Age-Geschichte eines kolumbianischen Mädchens, das auf dem Land bei seinem Großvater aufwächst. Eine zarte Poesie liegt über den Bildern, die in den kargen Alltag und die Traditionen der vom Fortschritt vernachlässigten Region einführen. Die wortkarge Erzählweise spiegelt die Einsamkeit des Mädchens, das sich Zusammenhänge mit wachem Verstand selbst erschließt.
Shaira zieht am liebsten die Sachen ihres älteren Bruders an. Sie möchte wie er eine Coleo-Reiterin werden. Mit Mädchen hat die Zehnjährige keinen Kontakt auf der Ranch. Nach dem Unfalltod des Bruders ist der Großvater ihre einzige Bezugsperson. Als Semillas, das von ihr geliebte Pferd der Familie verschwindet, bleibt Shaira mit ihren Fragen allein. Mit traditionellem Glauben, den Geschichten des Großvaters und zunehmend auch eigenen Beobachtungen versucht die Heranwachsende, sich die Realität selbst zu erschließen. Das Spielfilmdebüt "Semillas – Bis der Regen fällt“ der kolumbianischen Regisseurin Eliana Niño erzählt eine atmosphärisch dichte Coming-of-Age-Geschichte aus einer entlegenen ländlichen Region Lateinamerikas.
Wie ein Junge gekleidet
Shaira wächst umgeben von Männern auf und so ist es für sie nur selbstverständlich, auch einen Cowboy-Hut zu tragen und am Coleo-Turnier teilnehmen zu wollen. Zum Einkaufen ins Dorf geschickt, sieht Shaira Mädchen und junge Frauen in schönen Kleidern und mit geflochtenen Zöpfen. Sie hört, dass eine Kundin im Laden einen BH für ihre elfjährige Tochter sucht. Bei Shaira zuhause aber reicht das Geld nicht einmal mehr für Lebensmittel und Medikamente. Und mit den Dingen, die junge Mädchen benötigen, kennt sich der Großvater ohnehin nicht aus.
Abschied von der Kindheit
Es ist Sommer und es herrscht eine schlimme Dürre. Der Mais vertrocknet. Shaira ist viel allein, spaziert zwischen den Feldern, sitzt unter dem Baum, unter dem sie zuletzt mit dem Bruder sprach. Wie er sammelt sie bunte Samen für die Musikrassel, die den Regen herbeirufen soll. Der wortkarge Großvater ist eigentlich ein begabter Geschichtenerzähler und versteht sich auf die Kunst des improvisierten, gereimten Gesangs. Doch im harten Alltag steht ihm der Sinn kaum noch danach. Man bekommt dennoch ein paar solcher Sprechgesänge zu hören, beispielsweise auf dem Contrapunteo-Turnier im Dorf, bei dem zwei Sänger gegeneinander antreten. Sachte führt der Film sein Publikum an Traditionen der Llaneros oder Viehhirten heran in einer Welt, die sich im Umbruch befindet. Shaira wird selbst abwägen müssen, wie sich die Überlieferungen mit den heutigen Zwängen und Chancen vereinbaren lassen.
Überwiegend aus der Perspektive des Mädchens erzählt, das ohne jeglichen Komfort aufwächst, vertraut der Film auf die Atmosphäre langsamer, oft ereignisarmer Szenen. Shaira liebt den Großvater, möchte aber eigene Wege ausloten. Sich nach ihm zu richten, kann ihr emotional und geistig nicht mehr genügen. In der Trägheit des Sommers, der unter der Dürre ächzt, balanciert Shaira zwischen wachen Beobachtungen und Wünschen, die sie in Legenden widergespiegelt findet. So schwebt eine zarte Poesie über dem Geschehen.
Fazit: Das Spielfilmdebüt der Regisseurin Eliana Niño erzählt die atmosphärisch beeindruckende Coming-of-Age-Geschichte eines kolumbianischen Mädchens, das auf dem Land bei seinem Großvater aufwächst. Eine zarte Poesie liegt über den Bildern, die in den kargen Alltag und die Traditionen der vom Fortschritt vernachlässigten Region einführen. Die wortkarge Erzählweise spiegelt die Einsamkeit des Mädchens, das sich Zusammenhänge mit wachem Verstand selbst erschließt.
Bianka Piringer
Besetzung & Crew von "Semillas - Bis der Regen fällt"
Land: KolumbienWeitere Titel: Seeds
Jahr: 2025
Genre: Drama
Originaltitel: Semillas
Kinostart: 13.08.2026
Regie: Eliana Niño Oviedo
Verleih: Landfilm