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The Eyes of Others (2026)
Gli occhi degli altri
Prickelnde Mischung: In seinem jüngsten Spielfilm vermengt der italienische Regisseur Andrea De Sica Drama, Thriller und Erotik.Kritiker-Film-Bewertung:User-Film-Bewertung:
Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 1 Besucher eine Bewertung abgegeben.
Anfang der 1960er-Jahre lebt der wohlhabende Marquis Lelio (Filippo Timi) auf einer abgelegenen Privatinsel, auf der die italienische High Society ein- und ausgeht. Als er dort eines Tages der schönen Elena (Jasmine Trinca) begegnet, beginnen die zwei eine Affäre, die in den Scheidungen von ihren jeweiligen Partnern und in ihrer eigenen Heirat endet. Bereits die Hochzeitsreise des Paars ist von erotischen Wagnissen und Voyeurismus geprägt. Denn Lelio sieht gern dabei zu, wenn Elena mit anderen Männern schläft und filmt sie dabei.
Die kommenden Jahre auf der Insel sind von der Dynamik des Paars geprägt. Zwischen luxuriösen Dinnerpartys und Jagdgesellschaften finden die zwei stets Zeit, ihre erotischen Spielchen miteinander zu treiben. Doch der goldene Käfig, in dem Lelio Elena hält, führt zu einer tiefen Depression Elenas, aus der sie erst ihr junger Liebhaber Cesare (Matteo Olivetti) wieder hinausführt. Elenas wiedergefundenem Glück steht jedoch Lelios Eifersucht im Weg.
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Filmkritik
"The Eyes of Others": Eine pornografische Beziehung
Der Nachname des Regisseurs hat in der Kinobranche Gewicht. Vittorio De Sica (1901–1974), ein bedeutender Vertreter des Neorealismo, der mit "Fahrraddiebe" (1948) eines der wichtigsten Werke der Filmgeschichte schuf, war sein Großvater. Auch der Rest der Familie von Andrea De Sica ist tief im italienischen Film- und Kulturbetrieb verwurzelt. Seine Großmutter war die Schauspielerin María Mercader (1918–2011), sein Vater Manuel De Sica (1949–2004) machte Karriere als Komponist und steuerte unter anderem die Filmmusik zu Vittorio De Sicas oscarprämierter Literaturadaption "Der Garten der Finzi Contini" (1970) bei. Seine Mutter Tilde Corsi ist Filmproduzentin, sein Onkel Christian De Sica ist Schauspieler und sein Cousin Brando De Sica Schauspieler und Regisseur.
Der Weg in die Kinobranche schien für den 1981 in Rom geborenen Andrea somit vorgezeichnet. Die Fußstapfen, die der berühmte Großvater hinterlassen hat, sind derweil riesig. Füllen konnte Andrea De Sica sie bislang (noch) nicht. Mit seinem nunmehr dritten abendfüllenden Spielfilm beweist der prominente Sprössling aber zumindest sein Talent für großartige Bildkompositionen.
Tödlicher Cocktail aus Voyeurismus und Eifersucht
"The Eyes of Others" ist voll davon, denn Andrea De Sica weiß genau, welche Szene welcher Einstellung, Ausleuchtung und Farbgebung bedarf. Um die erotische Ausstrahlung der von Jasmine Trinca einnehmend gespielten Elena zu unterstreichen, stellt sein Kameramann Gogò Bianchi die weibliche Hauptfigur wiederholt farblich heraus. Aus einem Meer aus dunklen Farbtönen sticht Elena allein schon durch ihre leuchtend rote Kleidung hervor. Und wenn in einer verrückten Szene Elena und ihr von Filippo Timi verkörperter Ehemann Lelio in der Dämmerung splitterfasernackt auf die Jagd gehen und sich ihre entkleideten Körper lediglich als schwarze Silhouetten von der traumhaften Naturkulisse im Hintergrund abheben, dann stellt De Sica das ganze Potenzial unter Beweis, das in diesem düster erotischen Drama schlummert.
Eingangs ist auf der Kinoleinwand zwar zu lesen, dass die Figuren dieses Films frei erfunden seien, die Wahrscheinlichkeit ist jedoch hoch, dass sie vom tragischen Fall von Camillo II Casati Stampa di Soncino, dem Marquis von Casate, seiner Frau Anna Fallarino und ihrem Liebhaber Massimo Minorenti inspiriert sind. Das Beziehungsdreieck zwischen Lelio, Elena und ihrem Liebhaber Cesare, das Andrea De Sica in seinem Film daraus flicht, ist von gesundem Voyeurismus geprägt, der sukzessive in krankhafte Eifersucht und eine fatale Obsession umschlägt. Doch während die Bilder, die der Regisseur für diesen letztlich tödlichen Cocktail findet, nicht zuletzt deshalb überzeugen, weil es ihm gelingt, die Erotik prickelnd und sinnlich und nicht ausbeuterisch zu inszenieren, mangelt es seiner Geschichte an Tiefe. Das von ihm selbst gemeinsam mit Gianni Romoli und Silvana Tamma verfasste Drehbuch verharrt zu sehr an der glitzernden Oberfläche, anstatt einen Blick ins Innere der Figuren zu wagen. Wodurch der Film zwar wunderschön anzusehen ist, auf der psychologischen Ebene aber enttäuscht.
Fazit: "The Eyes of Others" von Andrea De Sica ist ein verführerischer Mix aus Ehedrama und Erotikthriller. Doch so sehr Jasmine Trinca und Filippo Timi in den Hauptrollen als sich in den Abgrund ziehendes Paar auch überzeugen und so betörend die Bilder sind, die im Film erzählte Geschichte hat deutlich Luft nach oben.
Der Nachname des Regisseurs hat in der Kinobranche Gewicht. Vittorio De Sica (1901–1974), ein bedeutender Vertreter des Neorealismo, der mit "Fahrraddiebe" (1948) eines der wichtigsten Werke der Filmgeschichte schuf, war sein Großvater. Auch der Rest der Familie von Andrea De Sica ist tief im italienischen Film- und Kulturbetrieb verwurzelt. Seine Großmutter war die Schauspielerin María Mercader (1918–2011), sein Vater Manuel De Sica (1949–2004) machte Karriere als Komponist und steuerte unter anderem die Filmmusik zu Vittorio De Sicas oscarprämierter Literaturadaption "Der Garten der Finzi Contini" (1970) bei. Seine Mutter Tilde Corsi ist Filmproduzentin, sein Onkel Christian De Sica ist Schauspieler und sein Cousin Brando De Sica Schauspieler und Regisseur.
Der Weg in die Kinobranche schien für den 1981 in Rom geborenen Andrea somit vorgezeichnet. Die Fußstapfen, die der berühmte Großvater hinterlassen hat, sind derweil riesig. Füllen konnte Andrea De Sica sie bislang (noch) nicht. Mit seinem nunmehr dritten abendfüllenden Spielfilm beweist der prominente Sprössling aber zumindest sein Talent für großartige Bildkompositionen.
Tödlicher Cocktail aus Voyeurismus und Eifersucht
"The Eyes of Others" ist voll davon, denn Andrea De Sica weiß genau, welche Szene welcher Einstellung, Ausleuchtung und Farbgebung bedarf. Um die erotische Ausstrahlung der von Jasmine Trinca einnehmend gespielten Elena zu unterstreichen, stellt sein Kameramann Gogò Bianchi die weibliche Hauptfigur wiederholt farblich heraus. Aus einem Meer aus dunklen Farbtönen sticht Elena allein schon durch ihre leuchtend rote Kleidung hervor. Und wenn in einer verrückten Szene Elena und ihr von Filippo Timi verkörperter Ehemann Lelio in der Dämmerung splitterfasernackt auf die Jagd gehen und sich ihre entkleideten Körper lediglich als schwarze Silhouetten von der traumhaften Naturkulisse im Hintergrund abheben, dann stellt De Sica das ganze Potenzial unter Beweis, das in diesem düster erotischen Drama schlummert.
Eingangs ist auf der Kinoleinwand zwar zu lesen, dass die Figuren dieses Films frei erfunden seien, die Wahrscheinlichkeit ist jedoch hoch, dass sie vom tragischen Fall von Camillo II Casati Stampa di Soncino, dem Marquis von Casate, seiner Frau Anna Fallarino und ihrem Liebhaber Massimo Minorenti inspiriert sind. Das Beziehungsdreieck zwischen Lelio, Elena und ihrem Liebhaber Cesare, das Andrea De Sica in seinem Film daraus flicht, ist von gesundem Voyeurismus geprägt, der sukzessive in krankhafte Eifersucht und eine fatale Obsession umschlägt. Doch während die Bilder, die der Regisseur für diesen letztlich tödlichen Cocktail findet, nicht zuletzt deshalb überzeugen, weil es ihm gelingt, die Erotik prickelnd und sinnlich und nicht ausbeuterisch zu inszenieren, mangelt es seiner Geschichte an Tiefe. Das von ihm selbst gemeinsam mit Gianni Romoli und Silvana Tamma verfasste Drehbuch verharrt zu sehr an der glitzernden Oberfläche, anstatt einen Blick ins Innere der Figuren zu wagen. Wodurch der Film zwar wunderschön anzusehen ist, auf der psychologischen Ebene aber enttäuscht.
Fazit: "The Eyes of Others" von Andrea De Sica ist ein verführerischer Mix aus Ehedrama und Erotikthriller. Doch so sehr Jasmine Trinca und Filippo Timi in den Hauptrollen als sich in den Abgrund ziehendes Paar auch überzeugen und so betörend die Bilder sind, die im Film erzählte Geschichte hat deutlich Luft nach oben.
Falk Straub
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Besetzung & Crew von "The Eyes of Others"
Land: ItalienJahr: 2026
Genre: Thriller, Drama
Originaltitel: Gli occhi degli altri
Kinostart: 13.08.2026
Regie: Andrea De Sica
Darsteller: Jasmine Trinca, Filippo Timi, Matteo Olivetti
Verleih: Busch Media Group GmbH & Co KG
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