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Billie (2026)
Deutsche Tragikomödie über zwei Freundinnen, die in eine brenzlige Lage geraten.Kritiker-Film-Bewertung:User-Film-Bewertung:
Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben bislang 0 Besucher eine Bewertung abgegeben.
Von außen betrachtet scheint Nina (Ruby Commey) mit ihrem Mann Marco (Timo Jacobs) und der gemeinsamen Tochter Maya (Sannrae Rehnström) ein glückliches Leben zu führen. Doch im Innern der Beziehung brodelt es. Ninas beste Freundin Angie (Thelma Buabeng) trägt ihre Probleme hingegen für alle offensichtlich vor sich her. Derzeit hat sie mit ihrer pubertierenden Tochter Rahel (Joy Ewulu) zu kämpfen, die unbedingt mit auf Klassenfahrt möchte. Doch dafür fehlt Angie trotz zweier Minijobs das Geld.
Als Marc, der in der lokalen Bankfiliale arbeitet, Angie einen Kredit über lächerliche 300 Euro verweigert, ergreift sie drastische Maßnahmen. Durch Zufall an eine Pistole gekommen, halten Angie und die hinzugeeilte Nina die Filiale in Schach. Während draußen vor der Tür die Polizei um die Einsatzleiterin Stein (Anne Schäfer) und den mit ihr konkurrierenden Kriminalbeamten Radtke (Patrick Abozen) Stellung beziehen, solidarisieren sich die im Gebäude festgehaltenen Geiseln nacheinander mit den zwei ungewöhnlichen Bankräuberinnen.
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Filmkritik
"Billie": Diebinnen wie wir
Hinter dem Filmtitel verbirgt sich ein Geheimnis, das erst gegen Ende der Handlung gelüftet wird. Der Name "Billie" steht für eine traumatische Erfahrung aus der Vergangenheit einer der zwei Hauptfiguren, der Mutter und Ehefrau Nina. Das Trauma und sein Auslöser haben die von Ruby Commey eindrücklich gespielte Frau bis heute im Würgegriff, bevor die Protagonistin sich in einer fulminanten Szene im Tresorraum einer Bank davon befreit. Und ein bisschen verhält es sich mit dem neuen Film der Schauspielerin, Drehbuchautorin und Regisseurin Sheri Hagen ("Auf den zweiten Blick", 2011; "Fenster Blau", 2018) wie mit Ninas Leben und der Szene im Tresorraum: Er ist ein wilder Ritt mit herausragenden Höhe-, aber leider auch vielen Tiefpunkten.
Genremix über eine Freundschaft
Sheri Hagen hat einen Film über eine Frauenfreundschaft gedreht, daraus jedoch kein Drama, sondern einen tragikomischen Genrefilm gemacht. Denn als Ninas beste Freundin, die von Thelma Buabeng verkörperte Angie, aus der Not und einem Zufall heraus zur Bankräuberin wird, driftet das, was als Ehe- und Sozialdrama beginnt, in eine absurde Krimikomödie ab. Am gelungensten daran ist neben den überzeugenden Schauspielleistungen die an die Swinging Sixties erinnernde Musik, die Ralf Petter für den Film komponiert hat.
Visuell berauschend ist "Billie" indessen nicht, weil die Mittel zur Realisierung dieses Films überschaubar gewesen sein dürften. Eine Kamera, die in viele Szenen unnötig Unruhe bringt, macht die Sache nicht besser. Die größte Schwäche ist jedoch das von Hagen selbst verfasste Drehbuch, das zu viel will.
Tonale Schieflage zwischen Drama und Farce
Hätte sich Hagen auf die Frauenfreundschaft und die Situation schwarzer Frauen in Deutschland beschränkt, dann hätte "Billie" vermutlich besser funktioniert. Stattdessen nimmt die Handlung zu viele Um- und Seitenwege. Und über einen bunten Strauß an Nebenfiguren – von den Geiseln in der Bank über die ermittelnden Polizisten bis zu Ninas und Angies Familien- und Bekanntenkreis – schneidet Hagen so viele zusätzliche Themen an, das fast alle davon zu kurz kommen.
Das gilt auch für viele der Figuren, die entweder, wie der schwarze Kriminalpolizist Radtke (Patrick Abozen), zu unterkomplex geschrieben sind oder als reine Stichwortgebern herhalten müssen. Eine Figur wie Angies Tochter Rahel (Joy Ewulu) beispielsweise, die stark in die Handlung eingeführt wird und danach so gut wie keine Rolle mehr spielt, ist arg verschenkt. "Billie" schwankt beständig zwischen ernsthaftem Drama, das dringliche Probleme anspricht, und Farce, die diese Probleme ins Lächerliche verzerrt – und trifft dabei zu selten den richtigen Ton.
Fazit: Sheri Hagens tragikomischer Genremix "Billie" ist ein wilder Ritt. Gut gespielt und durchaus überraschend erzählt, handelt der Film im Kern von einem wichtigen Thema, schwankt tonal aber so stark, dass er selten den richtigen Ton trifft. Vor allem das Drehbuch hätte im Hinblick auf die Dramaturgie und die Komplexität der Figuren mehr Genauigkeit vertragen.
Hinter dem Filmtitel verbirgt sich ein Geheimnis, das erst gegen Ende der Handlung gelüftet wird. Der Name "Billie" steht für eine traumatische Erfahrung aus der Vergangenheit einer der zwei Hauptfiguren, der Mutter und Ehefrau Nina. Das Trauma und sein Auslöser haben die von Ruby Commey eindrücklich gespielte Frau bis heute im Würgegriff, bevor die Protagonistin sich in einer fulminanten Szene im Tresorraum einer Bank davon befreit. Und ein bisschen verhält es sich mit dem neuen Film der Schauspielerin, Drehbuchautorin und Regisseurin Sheri Hagen ("Auf den zweiten Blick", 2011; "Fenster Blau", 2018) wie mit Ninas Leben und der Szene im Tresorraum: Er ist ein wilder Ritt mit herausragenden Höhe-, aber leider auch vielen Tiefpunkten.
Genremix über eine Freundschaft
Sheri Hagen hat einen Film über eine Frauenfreundschaft gedreht, daraus jedoch kein Drama, sondern einen tragikomischen Genrefilm gemacht. Denn als Ninas beste Freundin, die von Thelma Buabeng verkörperte Angie, aus der Not und einem Zufall heraus zur Bankräuberin wird, driftet das, was als Ehe- und Sozialdrama beginnt, in eine absurde Krimikomödie ab. Am gelungensten daran ist neben den überzeugenden Schauspielleistungen die an die Swinging Sixties erinnernde Musik, die Ralf Petter für den Film komponiert hat.
Visuell berauschend ist "Billie" indessen nicht, weil die Mittel zur Realisierung dieses Films überschaubar gewesen sein dürften. Eine Kamera, die in viele Szenen unnötig Unruhe bringt, macht die Sache nicht besser. Die größte Schwäche ist jedoch das von Hagen selbst verfasste Drehbuch, das zu viel will.
Tonale Schieflage zwischen Drama und Farce
Hätte sich Hagen auf die Frauenfreundschaft und die Situation schwarzer Frauen in Deutschland beschränkt, dann hätte "Billie" vermutlich besser funktioniert. Stattdessen nimmt die Handlung zu viele Um- und Seitenwege. Und über einen bunten Strauß an Nebenfiguren – von den Geiseln in der Bank über die ermittelnden Polizisten bis zu Ninas und Angies Familien- und Bekanntenkreis – schneidet Hagen so viele zusätzliche Themen an, das fast alle davon zu kurz kommen.
Das gilt auch für viele der Figuren, die entweder, wie der schwarze Kriminalpolizist Radtke (Patrick Abozen), zu unterkomplex geschrieben sind oder als reine Stichwortgebern herhalten müssen. Eine Figur wie Angies Tochter Rahel (Joy Ewulu) beispielsweise, die stark in die Handlung eingeführt wird und danach so gut wie keine Rolle mehr spielt, ist arg verschenkt. "Billie" schwankt beständig zwischen ernsthaftem Drama, das dringliche Probleme anspricht, und Farce, die diese Probleme ins Lächerliche verzerrt – und trifft dabei zu selten den richtigen Ton.
Fazit: Sheri Hagens tragikomischer Genremix "Billie" ist ein wilder Ritt. Gut gespielt und durchaus überraschend erzählt, handelt der Film im Kern von einem wichtigen Thema, schwankt tonal aber so stark, dass er selten den richtigen Ton trifft. Vor allem das Drehbuch hätte im Hinblick auf die Dramaturgie und die Komplexität der Figuren mehr Genauigkeit vertragen.
Falk Straub
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Besetzung & Crew von "Billie"
Land: DeutschlandJahr: 2026
Genre: Drama
Länge: 107 Minuten
Kinostart: 17.09.2026
Regie: Sheri Hagen
Darsteller: Ruby Commey, Patrick Abozen, Adam Bousdoukos, Thelma Buabeng, Imke Büchel
Verleih: barnsteiner-film
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