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Call Me Queen (2026)

In Emily Atefs neuem Drama, das in Kenia spielt, verbünden sich zwei gegensätzliche Frauen für die gemeinsame Sache.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelm??iggutweltklasse 2 / 5
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Kenia im Jahr 1999: Die aus Ruanda stammende Queen Achungo (Eliane Umuhire) schlägt sich in der Hauptstadt Nairobi als alleinerziehende Mutter durch. Um sich selbst und ihre zwei Kinder über Wasser zu halten, benötigt sie dringend Arbeit. Also stellt sie sich bei der irischen Auslandskorrespondentin Anna (Denise Gough) als Haushaltshilfe vor und quasi selbst ein.

Anna ist mit ihrem Partner Michael (Charlie Carrick) nach Kenia gekommen. Der ist ebenfalls Journalist und selten zu Hause, weil er in den Krisengebieten der benachbarten Staaten unterwegs ist. Obwohl Annas Chefredakteur Warren (Dominic West) eine andere Story von ihr erwartet, schwenkt sie mithilfe von Queen auf ein ihrer Meinung nach dringlicheres Thema um: die Bedrohung durch AIDS, das in der westlichen Welt längst behandelbar ist. Über Queen erhält Anna Zugang zu den Bewohnern der ärmeren Viertel und zu Pater Alexis (Danny Sapani), der in seiner täglichen Arbeit mit vielen Infizierten in Kontakt kommt.

Queen ist selbst HIV-positiv und kann, dem Tod Nahe, nur durch Annas Insistieren gerettet werden. Ein Glücksfall, der auch auf Annas Privilegien zurückzuführen ist. Als Michael bei einem Auslandseinsatz unerwartet stirbt, entzweit Annas Trauer die beiden Frauen. Derweil setzt sich Queen in ihrer Nachbarschaft gegen Vorurteile und auf einer übergeordneten Ebene gegen die Macht der ausländischen Pharmakonzerne zur Wehr. Queens Kampf für eine gerechtere Verteilung lebenserhaltender Medikamente vereint sie schließlich wieder mit Anna.

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"Call Me Queen": Zu zweit gegen die AIDS-Epidemie

Ein wiederkehrendes Element in den Filmen von Emily Atef sind starke Frauenfiguren. Worunter nicht zwangsläufig eine physische oder psychische Kraft der Protagonistinnen zu verstehen ist. Viele von ihnen, etwa Susanne Wolff als Mutter in "Das Fremde in mir" (2008), die unter postpartaler Depression leidet, oder Marie Bäumer, die in "3 Tage in Quiberon" (2018) als Leinwandikone Romy Schneider mit ihrem Selbstbild und dem medial vermittelten Fremdbild hadert, sind seelisch angegriffen. "Stark" sind sie trotzdem, und zwar insofern, als sie realistisch und facettenreich gezeichnet sind, wo viele andere Filme leider nach wie vor nur weibliche Abziehbilder anbieten.

Das neue Drama der in Westberlin geborenen, iranisch-deutsch-französischen Regisseurin hat gleich zwei starke Frauen zu bieten: Die Afrikanerin Quinta, die sich selbst Queen nennt, prallt mit der Europäerin Anna zusammen, bevor sich die zwei Sturköpfe im Kampf für die gemeinsame Sache verbünden. Daraus hätte ein beeindruckender Film über gesellschaftliche Missstände und eine Freundschaft, die diese überwindet, werden können. Doch das Drehbuch und dessen Inszenierung enttäuschen.

Leider nur gut gemeint, statt gut gemacht

Im Zentrum stehen die von Eliane Umuhire gespielte Titelfigur Queen Achungo und ihr Kampf gegen die AIDS-Epidemie in Kenia. Dass der Blick auf das Geschehen kein eurozentrischer sein durfte, war für Atef essenziell. "Um eine afrikanische Geschichte authentisch zu erzählen, war für uns von Anfang an klar, dass das nur in engster Zusammenarbeit mit einem majoritär kenianischen Team gelingen kann", sagt sie in einem Interview zum Film. Dementsprechend holte sich die Regisseurin neben Josune Hahnheiser auch die Kenianerin Hawa Essuman als Co-Autorin mit ins Boot. Gegenüber der literarischen Vorlage nimmt das Drehbuch-Trio zwar einige entscheidende Veränderungen vor, kann die Schwäche des Romans "Mercy" (2007) der Italienerin Lara Santoro aber nicht überdecken.

Santoro war selbst Auslandskorrespondentin in Nairobi, was die Figur der Anna, die in der Buchvorlage keine Irin, sondern Italoamerikanerin ist, erklärt. In ihrem Romandebüt dichtet Santoro ihrer Protagonistin ein Liebesdreieck an, auf das im Film zum Glück verzichtet wurde. Auch ist die Entscheidung, die Geschichte nicht aus Annas, sondern aus Queens Sicht zu erzählen, die richtige. Warum es der Figur der Anna (und noch mehr ihres Lebensgefährten Michael) aber überhaupt bedurfte, ist fragwürdig. Ohne sie und aus rein afrikanischer Perspektive erzählt, hätte "Call Me Queen" mit hoher Wahrscheinlichkeit besser funktioniert. Dessen ungeachtet liegen die größten Schwächen dieses gut gemeinten, aber nicht gut gemachten Dramas jedoch woanders. Im Bestreben ein unbestreitbar bedeutendes Thema möglichst inspirierend zu erzählen, geraten die Figuren zu klischiert, verläuft die Handlung zu formelhaft und sind viele Dialoge zu plakativ. Statt eines mitreißendes Dramas ist "Call Me Queen" schablonenhaftes Parolen-Kino geworden.

Fazit: Emily Atef, deren Kino eigentlich für facettenreiche Frauenfiguren steht, tappt in ihrem jüngsten Film in die Klischeefalle. "Call Me Queen", der ein wichtiges Kapitel im Kampf gegen die AIDS-Epidemie erzählt, ist zwar gut gemeint, aber nicht gut gemacht. Während die zwei Hauptdarstellerinnen überzeugen, enttäuschen das Drehbuch und die Inszenierung, die zu formelhaft, vorhersehbar und plakativ bleiben, um wirklich mitzureißen.




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Besetzung & Crew von "Call Me Queen"

Land: Deutschland, Großbritannien, Frankreich
Jahr: 2026
Genre: Drama
Kinostart: 15.10.2026
Regie: Emily Atef
Darsteller: Eliane Umuhire, Danny Sapani, Charlie Carrick, Dominic West, Denise Gough
Verleih: filmreederei

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