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Funeral Casino Blues (2025)
In dem Mix aus Großstadt-Thriller und Mystery-Drama kreuzen sich die Wege einer mittellosen Rezeptionistin und eines hoch verschuldeten Barkeepers.Kritiker-Film-Bewertung:User-Film-Bewertung:
Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 1 Besucher eine Bewertung abgegeben.
Jen (Jutamat Lamoon) pendelt zwischen ihrem Arbeitsort in einer Hochhaus-Rezeption und anonymen Hotelzimmern, in denen sie ihren Körper für Geld anbietet. Eines Tages trifft sie zufällig auf den Barkeeper Wason (Wason Dokkathum). Für eine kurze Zeit treiben die beiden einsamen Seelen gemeinsam durch die schwülen Nächte Bangkoks. Dann verschwindet Jen spurlos – ohne ein Wort des Abschieds oder eine Botschaft. Pim (Jutarat Burinok), Jens Mitbewohnerin, und Wason machen sich auf die Suche nach der jungen Frau. Diese führt sie bis an die kambodschanische Grenze und je länger sie dauert, desto aussichtsloser erscheint sie.
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Filmkritik
Eine Welt voller Entfremdung und Einsamkeit
Der deutsche Regisseur Roderick Warich kreiert eine stimmungsvolle Welt, in der Einsamkeit und zwischenmenschliche Distanz dominieren. Dies passt exakt zu Jen und Wason, die als verlorene Seelen durch das nächtliche, neondurchflutete Bangkok driften und ums Überleben kämpfen. Geeint sind sie in ihrer isolierten Existenz und ihrem täglichen Kampf gegen die Armut. Sie halten sich mit schlecht bezahlten Gelegenheitsjobs und Escort-Diensten über Wasser, ein Großteil des hart verdienten Geldes geht an die Familien in der Provinz. Sich türmende Schulden erhöhen den Druck weiter.
Warich thematisiert damit soziale Ungleichheit, Klassenunterschiede und die finanzielle Not der "einfachen“ Stadtbevölkerung. Jen und Wason stehen stellvertretend für wirtschaftlich abgehängte Menschen, denen es am nötigsten fehlt. Kein Wunder: In Thailands Hauptstadt leben Hunderttausende Einwohner unter prekären Bedingungen. Viele von ihnen hausen in den berüchtigten Armen- und Armutsvierteln der Metropole.
150 Minuten pure Langsamkeit
Abseits der für Touristen so attraktiven Wolkenkratzer und glitzernden Vergnügungsviertel symbolisieren die Protagonisten also die Kehrseite der "Moderne“. Jutamat Lamoon und Jutarat Burinok verleihen ihnen eine besondere Fragilität, hinter der jedoch Stärke und Entschlossenheit durchscheinen. Mit ihrem zwischen kühler Distanz und emotionaler Verletzlichkeit schwankendem Spiel ziehen sie den Betrachter in ihren Bann.
Optisch setzt der Film auf eine ruhige, hoch atmosphärische Bildsprache. Hinzu kommt eine bedächtig-entschleunigte Erzählweise, die dem Geschehen viel Raum lässt – für manch einen Kinobesucher womöglich aber zu viel. Denn die schiere Langsamkeit und die damit einhergehende Laufzeit von über 150 Minuten können durchaus erschlagend wirken. Zudem sollte man ein Faible für das moderne, typisch urbane Neon-Noir-Feeling melancholischer Großstadtmärchen (siehe "Drive“ mit Ryan Gosling) mitbringen.
Bisweilen verliert sich Warich in der visuellen Kraft und bedeutungsschwangeren Symbolhaftigkeit seiner Bilder. In all seiner hypnotischen, geheimnisvoll-mysteriösen Stimmung vernachlässigt er darüber den Spannungsbogen, was sich vor allem im Verlauf der Krimi-Handlung (die Suche nach Jen) zeigt. Hier wäre eine stärkere Fokussierung bzw. Rückbesinnung auf den Erzählkern zielführender gewesen.
Fazit: "Funeral Casino Blues“ ist ein visuell kraftvoller, atmosphärischer Arthouse-Film, dessen ausufernde Länge und bewusste Langsamkeit allerdings Geduld und Konzentration einfordern.
Der deutsche Regisseur Roderick Warich kreiert eine stimmungsvolle Welt, in der Einsamkeit und zwischenmenschliche Distanz dominieren. Dies passt exakt zu Jen und Wason, die als verlorene Seelen durch das nächtliche, neondurchflutete Bangkok driften und ums Überleben kämpfen. Geeint sind sie in ihrer isolierten Existenz und ihrem täglichen Kampf gegen die Armut. Sie halten sich mit schlecht bezahlten Gelegenheitsjobs und Escort-Diensten über Wasser, ein Großteil des hart verdienten Geldes geht an die Familien in der Provinz. Sich türmende Schulden erhöhen den Druck weiter.
Warich thematisiert damit soziale Ungleichheit, Klassenunterschiede und die finanzielle Not der "einfachen“ Stadtbevölkerung. Jen und Wason stehen stellvertretend für wirtschaftlich abgehängte Menschen, denen es am nötigsten fehlt. Kein Wunder: In Thailands Hauptstadt leben Hunderttausende Einwohner unter prekären Bedingungen. Viele von ihnen hausen in den berüchtigten Armen- und Armutsvierteln der Metropole.
150 Minuten pure Langsamkeit
Abseits der für Touristen so attraktiven Wolkenkratzer und glitzernden Vergnügungsviertel symbolisieren die Protagonisten also die Kehrseite der "Moderne“. Jutamat Lamoon und Jutarat Burinok verleihen ihnen eine besondere Fragilität, hinter der jedoch Stärke und Entschlossenheit durchscheinen. Mit ihrem zwischen kühler Distanz und emotionaler Verletzlichkeit schwankendem Spiel ziehen sie den Betrachter in ihren Bann.
Optisch setzt der Film auf eine ruhige, hoch atmosphärische Bildsprache. Hinzu kommt eine bedächtig-entschleunigte Erzählweise, die dem Geschehen viel Raum lässt – für manch einen Kinobesucher womöglich aber zu viel. Denn die schiere Langsamkeit und die damit einhergehende Laufzeit von über 150 Minuten können durchaus erschlagend wirken. Zudem sollte man ein Faible für das moderne, typisch urbane Neon-Noir-Feeling melancholischer Großstadtmärchen (siehe "Drive“ mit Ryan Gosling) mitbringen.
Bisweilen verliert sich Warich in der visuellen Kraft und bedeutungsschwangeren Symbolhaftigkeit seiner Bilder. In all seiner hypnotischen, geheimnisvoll-mysteriösen Stimmung vernachlässigt er darüber den Spannungsbogen, was sich vor allem im Verlauf der Krimi-Handlung (die Suche nach Jen) zeigt. Hier wäre eine stärkere Fokussierung bzw. Rückbesinnung auf den Erzählkern zielführender gewesen.
Fazit: "Funeral Casino Blues“ ist ein visuell kraftvoller, atmosphärischer Arthouse-Film, dessen ausufernde Länge und bewusste Langsamkeit allerdings Geduld und Konzentration einfordern.
Björn Schneider
Besetzung & Crew von "Funeral Casino Blues"
Land: DeutschlandJahr: 2025
Genre: Drama
Länge: 153 Minuten
FSK: 12
Kinostart: 13.08.2026
Regie: Roderick Warich
Darsteller: Jutamat Lamoon, Wason Dokkathum, Jutarat Burinok, Piyapong Saebui, Rinda Hamer
Kamera: Roland Stuprich
Verleih: eksystent distribution filmverleih





