
© Progress Film
Morgen war Krieg (2026)
Kein Halt in der FamilieKritiker-Film-Bewertung:User-Film-Bewertung:
Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben bislang 0 Besucher eine Bewertung abgegeben.
Während rechtspopulistische Kräfte in Deutschland an die Macht kommen, wächst die Furcht vor einem Krieg. Europa droht zu zerfallen. Jonas (Enno Trebs) soll zum Kriegsdienst eingezogen werden, doch er beschließt, zu desertieren. Gemeinsam mit seiner Schwester (Naila Schuberth) sucht er Unterschlupf bei Vater Stuber (Ulrich Matthes). Der Kontakt zwischen Jonas und Stuber war seit dessen Kindheit abgebrochen. Ihre Bemühungen, auf der moralisch richtigen Seite zu stehen, bringen sie in eine prekäre Lage. Als Jonas mit seiner Schwester erneut zu fliehen versucht, während der eigentliche Konflikt ausbricht, spitzt sich die Situation weiter zu.
Bildergalerie zum Film "Morgen war Krieg"
Hier streamen
Filmkritik
Elf Jahre nach seinem nur auf Festivals gezeigten Road Movie "Hit the Road Gunnar“ legt Nicolas Ehret seinen zweiten Langfilm um eine verhinderte, unfreiwillige Reise vor. Wie sein letzter Kurzfilm "Das rote Rad“ dreht sich der Stoff um einen drohenden Kriegsausbruch in einer zerfallenden Gesellschaft. In einem von Rechtspopulisten regierten Deutschland nach Ende der EU stehen nicht näher definierte kriegerische Auseinandersetzungen vor der Tür. Jeder wehrfähige Bürger wird zum Kriegsdienst eingezogen. In einem Winter ohne Gas droht nicht nur menschliche Kälte. Damit entwirft Ehret ähnlich des an der Pandemie angelegten Thrillers "Die andere Seite“ eine nah an der Realität angelehnte Dystopie.
Der Beginn wirkt etwas plakativ, als eine mit Protagonist Jonas befreundete Demonstrantin die Umstände in einer flammenden Rede referiert. Hierbei fordert sie die Rückkehr zur Gemeinschaft auf. Bilder der brutalen Niederschlagung von Protesten werden später eingeflochten. Empathie für den Mitmenschen ist nicht mehr gewünscht. Jeder denkt zuerst an das eigene Überleben. Geflüchtete werden als Feinde angesehen. Rund um die Grenzen rotten sich aggressive Bürgerwehren zusammen. Mit einem verhalten eingesetzten, bedrückenden Score und dunkel angelegten Bildern entwickelt sich eine bedrückende Atmosphäre.
Da sich Verweigerer Jonas nicht in Kriegshandlungen stürzen und weiter für seine jüngere Halbschwester Leonie sorgen will, klaubt er seine Ersparnisse zusammen und flieht zu seinem entfremdeten Vater Stuber, ein Fahrkapitän. Dort an der Grenze lebt er weiter in steter Paranoia vor der Entdeckung. Die familiären Bindungen bleiben brüchig. Jonas misstraut Stubers Lebensgefährtin (Susanne Bredehöft) und kann zu seinem Vater, der die jüngere Schwester zunächst für dessen Tochter hält, keine wirkliche Bindung aufbauen. Im Krankenbett siecht der rechts eingestellte Großvater (Friedhelm Ptok) vor sich hin. Dessen Pistole kommt später eine Bedeutung zwischen vermeintlichem Schutz und Bedrohung zu.
Stacheldraht zwischen den Menschen
Die dysfunktionale Familie spiegelt die Gesellschaft wider. Angesichts der angespannten Lage fruchten die Reden des Vaters wie "Hier hilft man sich gegenseitig“ auf Dauer wenig. Eine stilisierte Kamerafahrt durch die Straßen enthüllt die fatalen Taten einer Bürgerwehr. Obwohl Jonas einem Geflüchteten helfen will, eskaliert die Situation. Seine Schwester trägt zwei Eier als Zeichen neuen Lebens mit sich. Desillusioniert zerstört sie an einer Stelle diese Symbole der Hoffnung.
Dass Nicolas Ehret die dramatische Entwicklung eher abstrakt anlegt und den Kriegsausbruch nur in Anspielungen im Hintergrund einbaut, bleibt als Teil des Konzepts ansichtig. Stärker wirken sich neben einigen Längen im Mittelteil weitere Leerstellen negativ aus wie die Frage, wohin Leonie zwischendurch verschwindet. Doch dank der aufgeworfenen Fragen um den Zusammenbruch bestehender Systeme und der überzeugenden Darstellerriege bleibt Nicolas Ehrets unbequemer Film durchaus bemerkenswert.
Fazit: In einem rechts regierten Deutschland fliehen ein Kriegsdienstverweigerer und seine jüngere Schwester vor einem drohenden Konflikt ins Hinterland, wo sich die Situation weiter zuspitzt. Dystopisches, abstrakt angelegtes Familiendrama in düsterer Atmosphäre mit bewusst gewahrten Leerstellen.
Der Beginn wirkt etwas plakativ, als eine mit Protagonist Jonas befreundete Demonstrantin die Umstände in einer flammenden Rede referiert. Hierbei fordert sie die Rückkehr zur Gemeinschaft auf. Bilder der brutalen Niederschlagung von Protesten werden später eingeflochten. Empathie für den Mitmenschen ist nicht mehr gewünscht. Jeder denkt zuerst an das eigene Überleben. Geflüchtete werden als Feinde angesehen. Rund um die Grenzen rotten sich aggressive Bürgerwehren zusammen. Mit einem verhalten eingesetzten, bedrückenden Score und dunkel angelegten Bildern entwickelt sich eine bedrückende Atmosphäre.
Da sich Verweigerer Jonas nicht in Kriegshandlungen stürzen und weiter für seine jüngere Halbschwester Leonie sorgen will, klaubt er seine Ersparnisse zusammen und flieht zu seinem entfremdeten Vater Stuber, ein Fahrkapitän. Dort an der Grenze lebt er weiter in steter Paranoia vor der Entdeckung. Die familiären Bindungen bleiben brüchig. Jonas misstraut Stubers Lebensgefährtin (Susanne Bredehöft) und kann zu seinem Vater, der die jüngere Schwester zunächst für dessen Tochter hält, keine wirkliche Bindung aufbauen. Im Krankenbett siecht der rechts eingestellte Großvater (Friedhelm Ptok) vor sich hin. Dessen Pistole kommt später eine Bedeutung zwischen vermeintlichem Schutz und Bedrohung zu.
Stacheldraht zwischen den Menschen
Die dysfunktionale Familie spiegelt die Gesellschaft wider. Angesichts der angespannten Lage fruchten die Reden des Vaters wie "Hier hilft man sich gegenseitig“ auf Dauer wenig. Eine stilisierte Kamerafahrt durch die Straßen enthüllt die fatalen Taten einer Bürgerwehr. Obwohl Jonas einem Geflüchteten helfen will, eskaliert die Situation. Seine Schwester trägt zwei Eier als Zeichen neuen Lebens mit sich. Desillusioniert zerstört sie an einer Stelle diese Symbole der Hoffnung.
Dass Nicolas Ehret die dramatische Entwicklung eher abstrakt anlegt und den Kriegsausbruch nur in Anspielungen im Hintergrund einbaut, bleibt als Teil des Konzepts ansichtig. Stärker wirken sich neben einigen Längen im Mittelteil weitere Leerstellen negativ aus wie die Frage, wohin Leonie zwischendurch verschwindet. Doch dank der aufgeworfenen Fragen um den Zusammenbruch bestehender Systeme und der überzeugenden Darstellerriege bleibt Nicolas Ehrets unbequemer Film durchaus bemerkenswert.
Fazit: In einem rechts regierten Deutschland fliehen ein Kriegsdienstverweigerer und seine jüngere Schwester vor einem drohenden Konflikt ins Hinterland, wo sich die Situation weiter zuspitzt. Dystopisches, abstrakt angelegtes Familiendrama in düsterer Atmosphäre mit bewusst gewahrten Leerstellen.
Gregor Ries
TrailerAlle "Morgen war Krieg"-Trailer anzeigen

Besetzung & Crew von "Morgen war Krieg"
Land: DeutschlandJahr: 2026
Genre: Drama
Länge: 114 Minuten
Kinostart: 24.09.2026
Regie: Nicolas Ehret
Darsteller: Enno Trebs, Ulrich Matthes, Robert Besta, Susanne Bredehöft, Friedhelm Ptok
Kamera: Fabian Gamper
Verleih: Progress Film
Verknüpfungen zu "Morgen war Krieg"Alle anzeigen

Trailer





