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Materia Prima - New Energy - Old Powers (2026)
Dokumentation über die Schattenseiten der globalen Energiewende und die Diskrepanz zwischen Industrienationen und den Schwellenländern Südamerikas.Kritiker-Film-Bewertung:User-Film-Bewertung:
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Dokufilmer Jens Schanze begibt sich für seinen Film "Materia Prima“ zum größten Lithiumvorkommen der Welt: ins Andenhochland von Bolivien. Dort liegt die Salar de Uyuni, die mit mehr als 10 000 Quadratkilometern größte Salzwüste auf unserem Planeten. In der Salar de Uyuni lagert Lithium in Unmengen – und genau dieser Umstand weckt Begehrlichkeiten. Denn im 21. Jahrhundert gilt Lithium als das "neue Gold“, das sich in vielen modernen Technologien (vom Smartphone über Elektrofahrzeuge bis hin zu Medizinprodukten) befindet. Während die Industrienationen der westlichen Welt den Rohstoff dringend für ihre umsatzstarken Wirtschafts- und Produktionszweige benötigen, hoffen die Menschen vor Ort auf Aufstieg und ein Ende der Armut.
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Filmkritik
Der neue Goldrausch
Ohne Lithium würden die westlichen, modernen High-Tech-Gesellschaften zusammenbrechen. Deshalb ist das leichteste und weichste Alkalimetall der Erde so begehrt. Und natürlich profitieren auch wir davon. Lithium steckt in Batterien, die unsere Geräte am Laufen halten, in den E-Autos, die wir fahren und in den mobilen Endgeräten, die wir alle mit uns herumtragen. Aber zu welchem Preis? Stehen unser Wohlstand und unsere Interessen über denen der Entwicklungs- und Schwellenländer?
Dies sind zwei der zentralen Fragen, die Regisseur Schanze mit "Materia Prima“ aufwirft. Eine allumfassende, finale Antwort oder gar eine Lösung gewährt er in seinem nüchtern, konzentriert umgesetzten Werk nicht – kann er auch nicht. Denn viel zu verzweigt und undurchsichtig sind die gegenseitigen Abhängigkeiten. Viel zu komplex und mannigfaltig die verschiedenen involvierten Parteien (Länder, Regierungen, Unternehmen, Menschen). "Materia Prima“, der über betörende Landschaftsaufnahmen verfügt, zeigt diese Widersprüchlichkeiten und Gegensätze an vielen Stellen authentisch und plausibel auf.
Ausbeutung und Raffgier
Wir sehen einerseits Szenen von Investorentreffen sowie von Rohstoff- und Wirtschaftsgipfeln. Die dortigen Politiker, Investoren und Konzernchefs sprechen über Bolivien und über das kostbare Lithium wie über eine Handelsware, die dem reichen Westen wie selbstverständlich zustehe. Aus diesen O-Tönen und Mitschnitten lassen sich überdeutlich Gewinnstreben, Profitgier und die ausbeuterischen Bestrebungen der Wohlstandgesellschaften herauslesen. Da sind die Parallelen zum 16. Jahrhundert nicht weit. Eine Zeit, in der spanische Eroberer das Inka-Reich, zu dem Bolivien gehörte, schon einmal ausbeuteten – mit den Mitteln extremer Gewalt und struktureller Unterdrückung.
Andererseits sehen wir Minenarbeiter, die Schanze bei ihrer körperlich herausfordernden Tätigkeit oder im Alltag begleitet. Sie arbeiten für wenig Geld, aber können von ihrem Lohn leben. Im Gegensatz etwa zu vielen anderen, einfachen Bauern und Hirten rund um den Salzsee, mit denen wir ebenfalls Bekanntschaft machen. Das Paradoxe ist: Ein Ende des Lithium-Abbaus würde den Minenarbeiten finanziell schaden. Einige einheimische Personengruppen profitieren also durchaus vom Bergbau. Damit nicht genug: "Materia Prima“ lässt ferner Vertreter indigener Dorfgemeinschaften, Frauengruppen und Einheimische zu Wort kommen, die alle ihre eigene Sicht auf dieses thematische "Minenfeld“ haben.
Fazit: Die hintersinnige Doku wirft einen kritischen Blick auf die sogenannte "grüne“ Energiewende und hinterfragt die Strategie der Europäer, sich das dafür nötige Material (Lithium) zu sichern. "Materia Prima“ stimmt nachdenklich, verweigert sich einer simplen Schwarz-Weiß-Betrachtung und lässt alle Seiten ausführlich zu Wort kommen. Ein wichtiger, unbedingt lohnenswerter Film.
Ohne Lithium würden die westlichen, modernen High-Tech-Gesellschaften zusammenbrechen. Deshalb ist das leichteste und weichste Alkalimetall der Erde so begehrt. Und natürlich profitieren auch wir davon. Lithium steckt in Batterien, die unsere Geräte am Laufen halten, in den E-Autos, die wir fahren und in den mobilen Endgeräten, die wir alle mit uns herumtragen. Aber zu welchem Preis? Stehen unser Wohlstand und unsere Interessen über denen der Entwicklungs- und Schwellenländer?
Dies sind zwei der zentralen Fragen, die Regisseur Schanze mit "Materia Prima“ aufwirft. Eine allumfassende, finale Antwort oder gar eine Lösung gewährt er in seinem nüchtern, konzentriert umgesetzten Werk nicht – kann er auch nicht. Denn viel zu verzweigt und undurchsichtig sind die gegenseitigen Abhängigkeiten. Viel zu komplex und mannigfaltig die verschiedenen involvierten Parteien (Länder, Regierungen, Unternehmen, Menschen). "Materia Prima“, der über betörende Landschaftsaufnahmen verfügt, zeigt diese Widersprüchlichkeiten und Gegensätze an vielen Stellen authentisch und plausibel auf.
Ausbeutung und Raffgier
Wir sehen einerseits Szenen von Investorentreffen sowie von Rohstoff- und Wirtschaftsgipfeln. Die dortigen Politiker, Investoren und Konzernchefs sprechen über Bolivien und über das kostbare Lithium wie über eine Handelsware, die dem reichen Westen wie selbstverständlich zustehe. Aus diesen O-Tönen und Mitschnitten lassen sich überdeutlich Gewinnstreben, Profitgier und die ausbeuterischen Bestrebungen der Wohlstandgesellschaften herauslesen. Da sind die Parallelen zum 16. Jahrhundert nicht weit. Eine Zeit, in der spanische Eroberer das Inka-Reich, zu dem Bolivien gehörte, schon einmal ausbeuteten – mit den Mitteln extremer Gewalt und struktureller Unterdrückung.
Andererseits sehen wir Minenarbeiter, die Schanze bei ihrer körperlich herausfordernden Tätigkeit oder im Alltag begleitet. Sie arbeiten für wenig Geld, aber können von ihrem Lohn leben. Im Gegensatz etwa zu vielen anderen, einfachen Bauern und Hirten rund um den Salzsee, mit denen wir ebenfalls Bekanntschaft machen. Das Paradoxe ist: Ein Ende des Lithium-Abbaus würde den Minenarbeiten finanziell schaden. Einige einheimische Personengruppen profitieren also durchaus vom Bergbau. Damit nicht genug: "Materia Prima“ lässt ferner Vertreter indigener Dorfgemeinschaften, Frauengruppen und Einheimische zu Wort kommen, die alle ihre eigene Sicht auf dieses thematische "Minenfeld“ haben.
Fazit: Die hintersinnige Doku wirft einen kritischen Blick auf die sogenannte "grüne“ Energiewende und hinterfragt die Strategie der Europäer, sich das dafür nötige Material (Lithium) zu sichern. "Materia Prima“ stimmt nachdenklich, verweigert sich einer simplen Schwarz-Weiß-Betrachtung und lässt alle Seiten ausführlich zu Wort kommen. Ein wichtiger, unbedingt lohnenswerter Film.
Björn Schneider
TrailerAlle "Materia Prima - New Energy - Old Powers"-Trailer anzeigen

Besetzung & Crew von "Materia Prima - New Energy - Old Powers"
Land: SpanienJahr: 2026
Genre: Dokumentation
Länge: 89 Minuten
Kinostart: 22.10.2026
Regie: Jens Schanze
Verleih: Cine Global Filmverleih






