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Der Zauber der blauen Geige (2024)
Fidil Ghorm
Irischer Familienfilm über ein Mädchen, das mit seiner Geige den Vater aus dem Koma zurückholen möchte.Kritiker-Film-Bewertung:User-Film-Bewertung:
Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben bislang 0 Besucher eine Bewertung abgegeben.
Seit einem schweren Autounfall liegt der Vater (Aindrias de Staic) der zehnjährigen Molly (Edith Lawlor) im Koma. Während ihre Mutter Laura (Siobhán O’Kelly) versucht, den Familienalltag zu bewältigen, hat ihr kleiner Bruder Jack (Ruadhán Ó Flatharta) aufgehört zu sprechen. Molly hingegen klammert sich an die Hoffnung, dass Musik ihren Vater wieder aufwecken kann. Schließlich war er selbst ein begeisterter Geigenspieler. Deshalb will sie unbedingt die irischen Geigenmeisterschaften gewinnen. Als sie im Rehabilitationszentrum dem ehemaligen Star-Geiger Malachy (Barry McGovern) begegnet, scheint die Lösung zum Greifen nah. Der alte Mann besitzt nämlich eine geheimnisvolle blaue Geige. Für Molly ist klar, dass Malachy ein Druide mit magischen Kräften sein muss. Nur hat der griesgrämige Musiker überhaupt keine Lust, sich mit dem Mädchen und seinen Wünschen zu beschäftigen.
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Filmkritik
"Der Zauber der blauen Geige“: Mit Musik und ein bisschen Magie
Dass Kinder die Welt mit anderen Augen betrachten als Erwachsene, ist nun wirklich keine neue Erkenntnis. Im Kino hat dieser Unterschied schon unzählige Geschichten hervorgebracht. Auch Anne McCabe setzt in ihrem Familienfilm "Der Zauber der blauen Geige“ darauf, dass der Glaube eines Kindes Berge versetzen kann. Oder zumindest einen Menschen aus dem Koma zurückholt. Dass Molly ausgerechnet die Musik dafür einsetzen möchte, ist dabei durchaus nachvollziehbar. Schließlich verbindet sie damit die Erinnerung an ihren Vater und zugleich die Hoffnung, selbst etwas an seiner Situation ändern zu können. Und wer möchte einem zehnjährigen Mädchen schon erklären, dass die Dinge leider nicht ganz so einfach funktionieren?
McCabe macht daraus einen sympathischen Film, der Trauer und Zuversicht mit einer ordentlichen Portion Humor verbindet. Besonders überraschend geht es dabei allerdings nicht zu. Die Geschichte folgt ziemlich genau den Regeln, die man aus zahllosen anderen Familienfilmen kennt. Ein mutiges Kind trifft auf einen alten Griesgram, dessen harte Schale natürlich nur darauf wartet, geknackt zu werden. Dass ausgerechnet Molly dafür sorgt, dürfte niemanden überraschen. Etwas befremdlich ist höchstens das Tempo, mit dem sich Malachy vom Kinderhasser zum liebevollen Ersatzgroßvater entwickelt. Auch die übrigen Konflikte werden eher pflichtbewusst abgearbeitet, als dass sie wirklich neue Facetten der Figuren offenbaren würden.
Zwei Generationen, eine Leidenschaft
Dass man Molly und Malachy trotzdem gerne begleitet, liegt vor allem an ihren Darstellern. Edith Lawlor gibt hier ihr Schauspieldebüt und macht ihre Sache erstaunlich gut. Sie spielt Molly ungekünstelt und mit jener Hartnäckigkeit, die Kinder entwickeln können, wenn sie sich etwas fest in den Kopf gesetzt haben. Noch dazu ist Lawlor tatsächlich eine ausgezeichnete Fiddlespielerin. Wenn sie zur Geige greift, muss also nicht getrickst werden. Schön ist außerdem, dass Molly trotz ihres Talents keineswegs alles auf Anhieb gelingt.
Mit Barry McGovern hat sie einen erfahrenen Partner an ihrer Seite, der seiner ziemlich klischeehaften Rolle immerhin genügend Persönlichkeit verleiht. Gerade das Zusammenspiel zwischen dem alten Schauspielhasen und der jungen Debütantin macht einen Großteil des Charmes aus. Dagegen haben die übrigen Familienmitglieder wenig Gelegenheit, sich zu entfalten. Zwar darf Laura durchaus zeigen, wie sehr sie selbst unter der Situation leidet. Doch letztlich ist auch sie vor allem für Mollys Geschichte wichtig. Noch weniger anzufangen weiß das Drehbuch mit Jack, dessen Schweigen gelegentlich für komische Momente herhalten muss.
Eine Hauptrolle spielt dagegen die traditionelle irische Musik. Die Geige ist hier nicht einfach irgendein Instrument, sondern steht auch für eine kulturelle Tradition, die von einer Generation an die nächste weitergegeben wird. Das hätte man durchaus noch vertiefen können. Immerhin sind die musikalischen Passagen so überzeugend, dass sie manche dramaturgische Schwäche vergessen lassen.
Schöne Aussichten, bekannte Wege
Auch optisch legt der Film großen Wert auf seine irische Herkunft. Grüne Landschaften, weite Wasserflächen und geheimnisvolle Anspielungen auf Druiden sorgen für reichlich Lokalkolorit. Nur bleibt davon wenig hängen, sobald man die hübschen Bilder einmal beiseitelässt. Die Mythologie ist eher eine nette Zugabe als ein wirklich durchdachter Bestandteil der Erzählung. Überhaupt erinnert die wenig einfallsreiche Inszenierung stellenweise eher an einen ordentlich produzierten Fernsehfilm.
Interessant ist dabei, dass "Der Zauber der blauen Geige“ wie Colm Bairéads "The Quiet Girl“ aus dem Umfeld der Förderung irischsprachiger Filme stammt. Während jener seine emotionale Wirkung vor allem aus zurückhaltenden Beobachtungen entwickelte, lässt McCabe kaum eine Gelegenheit aus, die Gefühle ihres Publikums direkt anzusprechen. Für jüngere Zuschauer ist das sicherlich zugänglich, für Erwachsene bisweilen etwas zu offensichtlich.
Fazit: So bleibt letztlich ein netter Familienfilm, der sich viel zu selten etwas traut und manche Probleme allzu bequem löst. Dass "Der Zauber der blauen Geige“ dennoch ans Herz gehen kann, verdankt er weniger seiner vorhersehbaren Geschichte als der Musik und seinen beiden wunderbaren Hauptdarstellern. Das ist zwar keine große Kinomagie, aber immerhin eine ziemlich sympathische Angelegenheit.
Dass Kinder die Welt mit anderen Augen betrachten als Erwachsene, ist nun wirklich keine neue Erkenntnis. Im Kino hat dieser Unterschied schon unzählige Geschichten hervorgebracht. Auch Anne McCabe setzt in ihrem Familienfilm "Der Zauber der blauen Geige“ darauf, dass der Glaube eines Kindes Berge versetzen kann. Oder zumindest einen Menschen aus dem Koma zurückholt. Dass Molly ausgerechnet die Musik dafür einsetzen möchte, ist dabei durchaus nachvollziehbar. Schließlich verbindet sie damit die Erinnerung an ihren Vater und zugleich die Hoffnung, selbst etwas an seiner Situation ändern zu können. Und wer möchte einem zehnjährigen Mädchen schon erklären, dass die Dinge leider nicht ganz so einfach funktionieren?
McCabe macht daraus einen sympathischen Film, der Trauer und Zuversicht mit einer ordentlichen Portion Humor verbindet. Besonders überraschend geht es dabei allerdings nicht zu. Die Geschichte folgt ziemlich genau den Regeln, die man aus zahllosen anderen Familienfilmen kennt. Ein mutiges Kind trifft auf einen alten Griesgram, dessen harte Schale natürlich nur darauf wartet, geknackt zu werden. Dass ausgerechnet Molly dafür sorgt, dürfte niemanden überraschen. Etwas befremdlich ist höchstens das Tempo, mit dem sich Malachy vom Kinderhasser zum liebevollen Ersatzgroßvater entwickelt. Auch die übrigen Konflikte werden eher pflichtbewusst abgearbeitet, als dass sie wirklich neue Facetten der Figuren offenbaren würden.
Zwei Generationen, eine Leidenschaft
Dass man Molly und Malachy trotzdem gerne begleitet, liegt vor allem an ihren Darstellern. Edith Lawlor gibt hier ihr Schauspieldebüt und macht ihre Sache erstaunlich gut. Sie spielt Molly ungekünstelt und mit jener Hartnäckigkeit, die Kinder entwickeln können, wenn sie sich etwas fest in den Kopf gesetzt haben. Noch dazu ist Lawlor tatsächlich eine ausgezeichnete Fiddlespielerin. Wenn sie zur Geige greift, muss also nicht getrickst werden. Schön ist außerdem, dass Molly trotz ihres Talents keineswegs alles auf Anhieb gelingt.
Mit Barry McGovern hat sie einen erfahrenen Partner an ihrer Seite, der seiner ziemlich klischeehaften Rolle immerhin genügend Persönlichkeit verleiht. Gerade das Zusammenspiel zwischen dem alten Schauspielhasen und der jungen Debütantin macht einen Großteil des Charmes aus. Dagegen haben die übrigen Familienmitglieder wenig Gelegenheit, sich zu entfalten. Zwar darf Laura durchaus zeigen, wie sehr sie selbst unter der Situation leidet. Doch letztlich ist auch sie vor allem für Mollys Geschichte wichtig. Noch weniger anzufangen weiß das Drehbuch mit Jack, dessen Schweigen gelegentlich für komische Momente herhalten muss.
Eine Hauptrolle spielt dagegen die traditionelle irische Musik. Die Geige ist hier nicht einfach irgendein Instrument, sondern steht auch für eine kulturelle Tradition, die von einer Generation an die nächste weitergegeben wird. Das hätte man durchaus noch vertiefen können. Immerhin sind die musikalischen Passagen so überzeugend, dass sie manche dramaturgische Schwäche vergessen lassen.
Schöne Aussichten, bekannte Wege
Auch optisch legt der Film großen Wert auf seine irische Herkunft. Grüne Landschaften, weite Wasserflächen und geheimnisvolle Anspielungen auf Druiden sorgen für reichlich Lokalkolorit. Nur bleibt davon wenig hängen, sobald man die hübschen Bilder einmal beiseitelässt. Die Mythologie ist eher eine nette Zugabe als ein wirklich durchdachter Bestandteil der Erzählung. Überhaupt erinnert die wenig einfallsreiche Inszenierung stellenweise eher an einen ordentlich produzierten Fernsehfilm.
Interessant ist dabei, dass "Der Zauber der blauen Geige“ wie Colm Bairéads "The Quiet Girl“ aus dem Umfeld der Förderung irischsprachiger Filme stammt. Während jener seine emotionale Wirkung vor allem aus zurückhaltenden Beobachtungen entwickelte, lässt McCabe kaum eine Gelegenheit aus, die Gefühle ihres Publikums direkt anzusprechen. Für jüngere Zuschauer ist das sicherlich zugänglich, für Erwachsene bisweilen etwas zu offensichtlich.
Fazit: So bleibt letztlich ein netter Familienfilm, der sich viel zu selten etwas traut und manche Probleme allzu bequem löst. Dass "Der Zauber der blauen Geige“ dennoch ans Herz gehen kann, verdankt er weniger seiner vorhersehbaren Geschichte als der Musik und seinen beiden wunderbaren Hauptdarstellern. Das ist zwar keine große Kinomagie, aber immerhin eine ziemlich sympathische Angelegenheit.
Markus Solty
Besetzung & Crew von "Der Zauber der blauen Geige"
Land: IrlandJahr: 2024
Genre: Drama, Fantasy, Kinderfilm
Originaltitel: Fidil Ghorm
Länge: 86 Minuten
Kinostart: 22.10.2026
Regie: Anne McCabe
Darsteller: Edith Lawlor, Barry McGovern, Siobhán O'Kelly, Ruadhán Ó Flatharta, Sarah Jane Scott
Verleih: Landfilm




