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Berlin am Meer (2007)

Sie studieren… denken die Eltern… tatsächlich haben sie die beste Zeit ihres Lebens, in der coolsten City des Universums – Berlin. Zeit zum Abhängen, Zeit für Träume, Illusionen und die Liebe. Tom (Robert Stadlober), Malte (Axel Schreiber), Margarete (Jana Pallaske), Mitsch (Claudius Franz) und seine Schwester Mavie (Anna Brüggemann), Freunde und WG-Partner, erleben in diesem Sommer ihr ganz persönliches Berlin; die Stadt, die mehr ist als nur Kulisse für einen Sommer der GefühleUser-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.7 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 6 Besucher eine Bewertung abgegeben.


Tom (Robert Stadlober) und Malte (Axel Schreiber) sind Freunde – sie machen zusammen Musik, legen als DJs in Berliner Clubs auf, träumen von der gemeinsamen Karriere, feiern bis zum Umfallen, kellnern bei einem Catering-Service und sind doch ganz unterschiedlich: Tom hadert mit sich, seinem Leben und der Zukunft. Denn eigentlich gibt es für ihn nur eine große Leidenschaft: Musik. Doch auf seine Versuche, sich einen Studienplatz an einer angesehenen Musikhochschule zu sichern, hagelte es bisher nur Absagen. Als eines Tages Mavie (Anna Brüggemann), Mitschs "kleine" Schwester aus München, in der Berliner WG einzieht, beginnt für Tom die große Gefühlsachterbahn. Der Draufgänger Malte hingegen scheint das Glück für sich gepachtet zu haben: Alles, was er anfasst, gelingt. Er bekommt sofort einen Platz an der Musikhochschule, ein Plattenlabel nimmt ihn unter Vertrag und auch Mavie scheint seinem Charme zu erliegen, obwohl sie eigentlich an Tom interessiert ist. Da sieht Tom keinen anderen Ausweg als die Flucht, raus aus der Stadt, rein in ein anderes Leben.
Seine Freunde versuchen ihn aufzuhalten, aber auch sie wissen: Tom muss diese Entscheidung selbst treffen, wenn er nicht ewig seinem Glück im Wege stehen will. Jetzt wird sich zeigen, ob alle Geschichten am Ende Liebesgeschichten sind. Und ob es überhaupt wichtig ist, wie sie ausgehen…

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AXEL SCHREIBER, ANNA BRÜGGEMANNROBERT STADLOBERANNA BRÜGGEMANN, JANA PALLASKE(v.l.n.r.) AXEL SCHREIBER, JANA PALLASKE, ANNA...FRANZAXEL SCHREIBER, ROBERT STADLOBER, CLAUDIUS FRANZCLAUDIUS FRANZ, ROBERT STADLOBER


Filmkritik

Eine schöne neue Welt und eine vivide Utopie, von die schon viele, wie beispielsweise Kurt Tucholsky tagträumerisch verklärte: Das coole Berlin mit der anheimelnden Idylle des Hiddensees zu verschweißen. Hier spielt es sich in einer Wohnung in der Friedrichstraße ab, vor deren Fenster das pralle Leben pulsiert, während im Hinterhof die Mini-Brandung der Ostsee auf den Strand spült. Lässt man sich auf das Erstlingswerk von Wolfgang Eißler ein, dann war diese Vision Mitte der 1990 sichtbar, zumindest im elitären studentischen Milieu. Bei hippen Twens in den beschaulich-desolaten Kulissen der von den Toten auferstandenen deutschen Hauptstadt. Das fokussiert Eißler energisch und teilweise didaktisch. Hier haust Margarete mir ihren WG-Freunden; und es war Sommer; denn hier träumen, lieben und leiden sie, allen voran die junge Berliner Schauspielerin Jana Pallaske aus "Was nützt die Liebe in Gedanken". Einmal mehr demonstriert sie in einer emotionalen Schussfahrt, was mimisch in ihr steckt. Die anderen? Na ja- während dem einen alles gelingt, scheint der andere das Dauer-Looser-Los gezogen zu haben. So richtig interessant wird es, als obendrein eine Politikstudentin für drei Wochen einzieht…

Der 36jährige Filmemacher und Drehbuchautor Eißler hat sein erstes Filmbaby rund um die Metropole mit allzu viel Gequassel bebildert, das urbane Geschehen seit Mitte der neunziger Jahre anscheinend selbst so miterlebt. Doch driftet sein Film in den ähnlichen Gefahrenbereich ab, mit der auch die Stadt selbst konspiriert; einer zu hohen Selbsteinschätzung. Denn Wichtiges sollte lieber stumm statt beredt sein, zumal der Wannsee nie die Wasserqualität einer Starnberger Güte, und der blitzende Fernsehturm nie das magische Funkeln eines Eiffelturmes erreichen wird. Und so sitzen die Möchtegern-Bohemiens um Töpfe mit Spaghetti wie Schweine rund um ihren Futtertrog. Schlagwörter wie „bitch“ sollen dabei Weltoffenheit vermitteln, und ihre pubertären Koma-Stehaufspiele wilde Leichtigkeit des Seins verbreiten.

"Berlin am Meer" ein typischer Erstlingsfilm mit einer schier unerträglichen Propaganda für die Schwere des Scheins, der gleichwohl durch seine darstellerische Dynamik vieles wettmacht. Das gilt für die junge Garde der Nachwuchstalente, allen voran natürlich Robert Stadlober im Part des orientierungslosen Tom. Und Axel Schreiber als nonchalantes Falco-Double gewinnt durch seine Dreistigkeit. Schon vor Jahren wollten andere Regisseure wie Hans Christian Schmid oder Vanessa Jopp mit Filmen wie "Nach 5 im Urwald" oder "Crazy" ein germanisches Coming-of-Age-Kino etablieren, das die Probleme juveniler Problemfälle mit den Eltern oder der ersten Liebe thematisierte. Sie scheiterten irgendwie doch durch ihre ewig pädagogisierende teutonische Schwermut. Wie man derartiges richtig spannend und intensiv inszeniert, zeigt beispielsweise das US-Kino par excellence mit Highlights wie "Brick", "Die Regeln der Gewalt", "Alpha Dog" und jetzt auch "Juno". Die besitzen Charisma und anmachende Atmosphäre. Hier kann man sagen "Das hat was" und "Da kommt was rüber"…





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Land: Deutschland
Jahr: 2007
Genre: Komödie, Romantik
Länge: 98 Minuten
FSK: 12
Kinostart: 10.01.2008
Regie: Wolfgang Eissler
Darsteller: Richard Kropf, Robert Stadlober, Jana Pallaske
Verleih: Warner Bros.

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