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Der Dorflehrer (2008)

Venkovský ucitel

Bohdan Sláma erzählt von einem 30-jährigen Lehrer, der sein altes Leben hinter sich lässt, um auf dem Land den Neuanfang zu wagenUser-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.7 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 6 Besucher eine Bewertung abgegeben.


Der junge Petr kehrt der Großstadt den Rücken, um auf dem Land eine Stelle als Dorflehrer anzunehmen. Im idyllisch gelegenen Dorf lernt er Marie kennen, die zusammen mit ihrem Sohn einen Bauernhof bewirtschaftet. In den sonnenüberfluteten Feldern Böhmens entwickelt sich eine tiefe Freundschaft zwischen ihnen. Sie akzeptieren einander mit all ihren Zweifeln, Hoffnungen und ihrer Sehnsucht nach Liebe.

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Filmkritik

Einige Filme funktionieren nicht mehr, wenn man zuviel von der Handlung verrät – so auch dieser. Bohdan Sláma erzählt seine Geschichte scheinbar bedächtig, in sorgsam aufgebauten, sehr langen Einstellungen. Da ist dieser verschlossene, schüchterne Lehrer, der seine Stelle an einem Prager Gymnasium gegen einen Posten irgendwo ihm böhmischen Nirgendwo mit wenig Privatsphäre eintauscht. Ein bürgerlicher Aussteiger? Dass hinter Petrs stets melancholischem, abwesendem Ausdruck dann doch mehr steckt, mag nicht verwundern. Wie es in die Handlung einbricht, vermutlich schon.
Sláma lässt sich dramaturgisch zunächst sehr viel Zeit, um dann mit gezielten kleinen Haken und trockenem Humor eine subtile Anspannung aufzubauen, die sich bis zum Schluss hält, trotz einiger deutlicher Längen. Dabei geht es im Kern um unerwiderte Liebe – jeder begehrt jemanden, den er nicht haben kann: Der Lehrer ebenso wie die Bauernwitwe Marie (Zuzana Bydžovská) - mit der er sich anfreundet - ihr 17jähriger Sohn Lada (Ladislav Šedivý, ein Dörfler, der hinter Marie her ist), sowie ein Städter, der Petr sucht. Das Beziehungsgestrüpp verfilzt sich immer mehr, bis jemand eine widerwärtige Tat begeht, die nur schwer zu verzeihen ist. Das alles passiert im tschechischen Spätsommer, zwischen Ernte- und Kühe-Idylle und Dorffest mit Punk und Gras.
Die Schauspieler zeigen allesamt Bestform, allen voran die schöne Bydžovská, die ebenso viele unerwartete Facetten an den Tag legt, wie Pavel als stets grübelnder Petr. So richtig perfekt zum Sommerausklang eignet sich der Film dennoch nicht: Anstatt sich auf seine sorgfältige Dramaturgie zu verlassen, überlädt Sláma den Soundtrack, in Richtung Melodramatik. In diese Ecke wabert außerdem eine bedeutungsschwangere Kälbchengeburt, die, an sich vielleicht dramatisch, dem Film als Symbolträchtige Botschaft (Versöhnung! Zusammenhalten! Wiedergeburt!) – ans Bein gebunden wird. Wie so oft wäre hier weniger mehr gewesen.
Fazit: "Der Dorflehrer" ist ein geruhsam erzählter, ernsthafter Spätsommerfilm mit verhaltenem Humor und ausgefeilter Dramaturgie. Wer durch Themen wie Einsamkeit und unerfüllte Liebe nicht gleich in Schwermütigkeit oder gar Depressionen verfällt, und wer nicht auf Stakkato-Schnitte besteht, dürfte bestens unterhalten werden. Schwächen liegen in einem gewissen Hang zum Melodramatischen und tatsächlich auch in einer abrupten Wende und dem dazugehörigen Ende, über dessen geschmackliche und erzählerische Konsequenz man sicher endlos streiten kann. Unterm Strich kommt auf jeden Fall ein ästhetisch stilsicheres Drama heraus, das um einiges länger nachwirkt, als die meisten anderen Filme dieses Sommers.




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Land: Deutschland, Tschechien, Frankreich
Jahr: 2008
Genre: Drama
Länge: 97 Minuten
FSK: 12
Kinostart: 27.08.2009
Regie: Bohdan Sláma
Darsteller: Zuzana Bydzovská, Pavel Liska, Marek Daniel
Verleih: Neue Visionen

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