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Kritik: Heidi in den Bergen (1975)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Vor 120 Jahren verstarb die Schweizer Kinder- und Jugendbuchautorin Johanna Spyri, deren bekannteste Romanfigur das kleine Mädchen Heidi war. Die Bücher um die junge Heldin wurden in mehr als 50 Sprachen übersetzt – und waren die Grundlage für zahlreiche Adaptionen. Zu diesen zählt auch die 1974 entstandene japanische Anime-Serie "Heidi", die im September 1977 erstmals in Westdeutschland gezeigt wurde. Der Film "Heidi in den Bergen" präsentiert einen Zusammenschnitt der ersten drei (von insgesamt 53) Episoden in neuer Bearbeitung und führt das Publikum in die Geschichte ein.

Als Regisseur war Isao Takahata, späterer Mitbegründer von Studio Ghibli, tätig; zum künstlerischen Team gehörte überdies Oscar-Preisträger Hayao Miyazaki ("Chihiros Reise ins Zauberland"). Dem animierten Werk ist die große Sorgfalt bei der Umsetzung deutlich anzumerken. Takahata und seine Crew bleiben dem Geist der Vorlage trotz einiger Änderungen treu und liefern Schauplätze, die bei aller Einfachheit eine glaubhafte Anmutung haben.

Die Alpenlandschaft mit dem blauen Himmel, den Bergen, den grünen Wiesen, den Blumen und Tieren lädt zum Eskapismus ein; die Szenen in Frankfurt am Main, wenn Heidi im Haus des Herrn Sesemann wohnt und sich mit der im Rollstuhl sitzenden Clara anfreundet, offenbaren jedoch auch Dramatik. Die Erzählweise ist dabei angenehm zurückhaltend; die Dialoge können überzeugen. Neben der betont liebenswert gestalteten Hauptfigur bleibt natürlich auch der von Gitti und Erika gesungene Titelsong der deutschen Fassung in Erinnerung.

Fazit: Eine zeitlos schöne Trick-Fassung des Kinderbuchklassikers, die sympathische und emotionale Unterhaltung in tollen Bildern bietet.




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