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Die Geschichte vom Spitfire Grill
Die Geschichte vom Spitfire Grill

Kritik: Die Geschichte vom Spitfire Grill (1995)


David Zlotoff, Hollywoodveteran, dessen Reputation auf glatten Fernseh-Testosteron-Spektakeln wie McGiver und Remington Steele aufgebaut ist, präsentiert mit seinem aktuellen Werk einen - wider Erwarten - ruhigen, idealistischen Film um die heilende Kraft einer Beziehung zwischen drei vom Leben geplagten Frauen und ihren Lebensumständen in einer erstickenden ländlichen Gemeinde.
Alison Elliot zeigt sich in der Rolle der ungehobelten aber dennoch liebenswürdigen Percy Tablott. Ein einnehmende junge Frau, die gerade aus dem Gefängnis entlassen wird und die nun nach einem "Platz an der Sonne" sucht, um ihrem gebeutelten Leben einen Neuanfang zu ermöglichen. Sie entscheidet sich für eine Kleinstadt irgendwo in Maine und findet schnell die Erfüllung ihres Lebens als Kellnerin im örtlichen Café. Durch harte Arbeit und ihre ruhige Art gewinnt sie das Herz der rauhen alten Inhaberin Hannah (Ellen Burstyn). Percy ist scheinbar die einzige Person am Ort die Hannah versteht. Ihr Mitgefühl offenbart sich, als sie mit Hilfe der schüchternen, nervösen Shelby (Marcia Gay Harden) den Plan ausheckt, Hannah's Café gewinnbringend zu "verlosen" und dieser somit einen ruhigen Lebensabend zu ermöglichen. Percy's dunkle Vergangenheit ist Gesprächsthema Nummer eins und manch einer mustert sie mißtrauisch, doch ihre einmalige Art bringt wieder Leben in das triste Dasein des "sterbenden" Städtchens. Dieser "Grüne Tomaten im Spitfire Grill"-Film ächzt vor altmodischer Aufrichtigkeit und der Anmut eines sehnsüchtigen Herzens. Es ist eine Kollage von verschiedenen "simplen" Geschichten um Begierde, Liebe und Erlösung in der leider nicht alle Teile zueinander passen. Auch ist der zeitliche Verlauf der Handlung zu ungleichmäßig; in einem Augenblick scheinen sich die Ereignisse zu überstürzen, im nächsten macht sich schiere Langeweile breit. Leider wird auch das emotionale Potential der Geschichte zu großen Teilen durch die teilweise "tolpatschige" Schreibe des Autors vergeudet. Dankenswerterweise werden wir für jeden "zähflüssigen" Dialog durch mehrere erhellende Momente entschädigt, die uns einen guten Einblick in die Gefühlswelt der Charaktere gewähren. Die drei Frauen gehen realistisch in ihren Rollen auf und geben allesamt eine gute Vorstellung. So gut, daß sie die etwas störenden Klischees von "eine Frau findet nur Erfüllung wenn sie jemanden bemuttern darf" locker übertünchen. "Die Geschichte vom Spitfire Grill" ist eine schwere Ladung Emotion und das drückende Gefühl auf der Tränendrüse ist omnipräsent. Gluuml;cklicherweise schwächen ein paar gezielt eingestreute Lacher die Ernsthaftigkeit der Geschehnisse jedoch ohne diese billig und unglaubwürdig erscheinen zu lassen. Ebenso vertraut wie unrealistisch zieht "Die Geschichte vom Spitfire Grill" zu jedem richtigen Zeitpunkt am passenden
Faden und wägt Kummer gegen die sprudelnde Fröhlichkeit herzensguter Menschen in einer "fast" perfekten Welt ab. Ein Film voll von Nostalgie - Zu einer Zeit und an einem Ort, die leider nur im Film existieren.




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