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Kritik: Fisch & Chips (1996)


Mit "Fish & Chips" endet die Trilogie der von Romanautor Roddy Doyle niedergeschriebenen Barrytown-Erzählungen. Ganz in der Tradition von "The Commitments" und "The Snapper" sind flapsige Sprüche und aufrichtige Menschen die tragenden Säulen dieser mit dem Schicksal irischer Arbeiterfamilien
spielenden Tragikomödie. Stephen Frears (Regie) und Colm Meaney (Hauptdarsteller) bewegen sich stilsicher auf bekanntem Terrain.

Während in den Romanen des irischen Ex-Lehrers Doyle stets die ungewöhnlichen Erlebnisse der gleichen Familie wiedergegeben sind, tauchen in den Leinwandadaptionen jeweils neue Charaktere
auf. Gemeinsam ist ihnen allen ihr uneingeschränkter Humor, der auch in persönlich niederschmetternden Situationen die Oberhand behält. Kein weinendes Auge ohne schadloses Lachen.
Exzessive Kneipenbesuche gehören ebenso wie Starrköpfigkeit zur Tagesordnung dieser vor Lebensfreude sprühenden Iren, denen das Schicksal so leicht kein Schnippchen schlägt. Im
Gegenteil: auch in "Fisch & Chips" nehmen sie es selbst in die Hand. Die Begeisterungsfähigkeit des trinkfesten Inselvolkes demonstrieren nicht nur die Szenen während der Übertragung von Spielen der Fußball-WM 1990. Erzählt wird die Geschichte des frisch mit der Arbeitslosigkeit konfrontierten
Bimbo (Donal O'Kelly), der seine Abfindung in einen schrottreifen Imbißwagen investiert. Das Geschäft mit heißen und fettigen Pommes, fritiertem Fisch und Chiliburgern floriert, die Freundschaft zwischen Bimbo und Partner Larry (Colm Meaney) jedoch wird mehr und mehr auf die Probe gestellt. Als das Gesundheitsamt die fahrende Frittenbude wegen hygienischer Mängel vorübergehend
schließen läßt, steht die gemeinsame Mission kurz vor dem Scheitern. Doch so leicht gibt ein starrköpfiger Ire nicht auf.

Nach seinem eher trögen Ausflug in die klassische Literatur ("Mary Reilly") bewegt sich Stephen Frears hier wieder auf sicherem Terrain, verwertet seine bei "The Snapper" gemachten Erfahrungen gewinnbringend. Eigentlicher Erfolgsgarant aber sind die beiden Hauptdarsteller und jene Worte, die ihnen Roddy Doyle in den Flüchen nicht abgeneigten Mund gelegt hat. Ihre volle Wirkung entfalten sie freilich nur in der Originalfassung.





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