oder

Flucht aus L.A. (1996)

Escape from L.A.

User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.0 / 5

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Sechzehn Jahre sind vergangen, seitdem Snake Plissken (Kurt Russell), Die Klapperschlange, den Präsidenten der Vereinigten Staaten aus einem apokalyptischen New York retten konnte. Sechzehn Jahre, in denen sich viel verändert hat....

Es ist das passiert, vor dem alle Angst hatten: Das große Erdbeben hat Los Angeles verwüstet, trennte die einstige Metropole vom Kontinent ab und ließ L.A. zur Insel werden. Seitdem nutzt die erzkonservative Regierung um den Präsidenten der Vereinigten Staaten (CLIFF ROBERTSON) die Stadt als Gefängnisinsel. Wer hier landet, ist verloren. Und hat gegen die bizarren Gesetze in den USA der Zukunft verstoßen: Zigaretten, Religionsfreiheit, der Konsum rohen Fleisches und ungenehmigte Heirat sind strengstens untersagt. Alle diese moralischen Vergehen gelten als kriminell. Doch ein Revolutionskommando, an dessen Spitze der fanatische Cuervo Jones (GEORGE CORRAFACE) steht, hat dem Staat den Kampf angesagt. Auch Utopia (A.J. Langer), die Tochter des Präsidenten, hat sich den Aufständischen angeschlossen.
In ihrem Gepäck befindet sich die Steuerung für einen Killersatelliten, der in den falschen Händen, das Ende der Menschheit bedeuten könnte. Nur ein Mann kann dieses todbringende Gerät zurückbringen und so die Erde retten: Snake Plissken (KURT RUSSELL)! Doch er tut es nicht freiwillig. Als Häftling der Hölleninsel von L.A. wird er gezwungen, innerhalb von 24 Stunden das Gerät zurückzubringen und Utopia zu eliminieren, sonst wird ein in seinen Körper injiziertes Gift ausströmen und Plissken töten. Snake bleibt keine Wahl. Mit einem U-Boot wird er auf die Mission gebracht und erreicht so die einst so sonnige Stadt, die jetzt nur noch von Feuer und Gewalt beherrscht wird. Sofort macht sich Plissken auf die Suche nach Cuervo Jones und Utopia. Der schräge Eddie (STEVE BUSCEMI) begleitet ihn und führt ihn genau in die Höhle des Löwen - als Gefangenen! Jetzt muß sich beweisen, ob "Die Klapperschlange" sich wieder einmal aus der Schlinge befreien kann. Im Fussballstadion von L.A. kommt es zu einem mörderischen Endkampf...

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Flucht aus L.A.


Filmkritik

"Die Klapperschlange" rasselt wieder mit martialischen Waffen und
futuristischen Ketten. Doch ist sie noch so bissig wie vor 15 Jahren? Damals war die Zukunftshandlung im New York des Jahres 1997 angesiedelt. Aus einem von Gangstern beherrschten Manhattan musste der staatsfeindliche Ex-Soldat Snake Plissken den US-Praesidenten retten. "Die Klapperschlange" Snake Plissken spielte damals wie heute der lakonischen Kaempfertypen Kurt Russell: "Call me Snake".
Snake "Die Schlange" Plissken tritt im Nachfolger mit dem gleichen schwarzen Zukunftsdress auf, der sich kaum von heute modischer Strassenkleidung unterscheidet. Diesmal befinden wir uns im Jahr 2013. Nach dem grossen Erdbeben vom August 2000 liegt Los Angeles groesstenteils unter Schutt und dem Meeresspiegel. Die restliche Insel benutzt die Regierung als riesiges Gefaengnis, aus dem es kein Entkommen gibt. Die Handlung verlaeuft nahezu identisch wie damals in New York - das gibt Raum fuer viele Verweise und Anspielungen. Diesmal haut Utopia, das blonde Toechterchen des Praesidenten, mit der Superwaffe ab - ausgerechnet auf die Anarchen-Insel L.A., in die Arme eines Dritte-Welt-Revoluzzers. Ein paar haemische Militaers und der sadistische Praesident injizieren Snake einen Virus, der ihn nur noch zehn Stunden leben laesst. In dieser Zeit soll er nach L.A., die Superwaffe holen und zurueckkehren, um das Gegenmittel zu bekommen.
"Die Klapperschlange" war ein mit nur sieben Millionen Dollar gedrehter, viel aufwendiger wirkender Science-Fiction, der mit einer Mischung aus Spannung und trockenem Humor einen grossen Fankreis gewann. "Flucht aus L.A." - das ist ein mit viel Geld billig gemachter Film. Man koennte sagen, ein plattes Action- und Ballerspiel. Doch John Carpenter inszenierte den Trip durch L.A. eher andeutungsreich zynisch als spannend. Nicht nur fuer Hollywood-Touristen gibt es bekannte Plaetze in ungewoehnlicher Aufmachung. Der Film zieht dem ganz normalen Leben von L.A. futuristische Masken ueber. Die schaurigste Szene spielt im morbiden Hospital eines deformierten Schoenheitschirurgen. Die mutierten Schoenen von Beverly Hills rauben sich immer wieder neues Menschenfleisch, um ihre zerfallenden Koerper aufzufrischen. Es gibt keine "gute" Seite. Die USA wurde zum totalitaeren System, das Religionsfreiheit, Fleischkonsum oder ungenehmigte Heiraten streng verfolgt. Die Revolutionaere aus Kuba, Peru und Mexiko werden als einfaeltige, aufbrausende Suedlaender verunglimpft.
Auch wenn einige Tricks wirken, wie im Hobbykeller gebastelt, zeigen sich darin nicht die fehlenden Dollars - es ist der freche Stil eines teuren Produkts. "Flucht aus L.A." verkauft den alten Klapperschlangen-Mythos, Schiesser- und Pruegeleien. Dazu kommen technische Spielereien wie ein 3D-Video und viel, viel Bloedsinn. Den meisten Spass bereiten einzelne Auftritte von schraegen Typen: Der alte Peter Fonda ("Easy Rider") wartet mit seinem Surfbrett auf ein ultimative Riesenwelle. Steve Buscemi spielt als Map-to-the-Stars Eddie den Komiker im an sich schon albernen Action-Gewusel.
John Carpenter hatte 1978 seinen grossen Auftritt mit "Halloween", einer billigen, geradlinigen Horrorgeschichte, die hervorragend funktionierte und einige Kinofolgen nach sich zog. Im Gruselfach blieb Carpenter auch mit "Das Ding", "The Fog - Nebel des Grauens" oder "Fuersten der Dunkelheit".




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Land: USA
Jahr: 1996
Genre: Action, Abenteuer
Länge: 101 Minuten
FSK: 16
Kinostart: 31.10.1996
Regie: John Carpenter
Darsteller: Kurt Russell als Snake Plissken, Steve Buscemi, Peter Fonda
Verleih: United International Pictures

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