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Brothers in Trouble (1995)

User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 5.0 / 5

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Nach seiner Ankunft in Großbritannien landet Amir in einem düsteren, feuchten Haus im Norden des Landes zusammen mit18 anderen Männern - alles illegale Einwanderer. Doch diese Situation wird von einem seltsamen weißen Mädchen namens Mary durcheinander gebracht. Hussein Shah, der anerkannte Anführer, gabelt in einem Nachbarschafts - Café Mary auf - ein scheinbar verwahrlostes, verwaistes Mädchen aus gewalttätigem Milieu.

Am Anfang scheint sie Wärme und Liebe mit sich zu bringen. Doch es stellt sich bald heraus, daß sie von einem anderen schwanger ist. Das Gefühlsleben der Männer wird zunehmend von unbekannten, verunsichernden Emotionen bestimmt, und auch die Appelle an moslemische Bruderschaft und Solidarität werden wirkungsloser. Amir, der ewig Überlebende, kämpft um das, was er schon erreicht hat. Die Ereignisse aber bewegen sich rasch in Richtung der Ermordung von Hussein Shah.



Filmkritik

Ohne Papiere sind sie faktisch nicht existent. Dennoch schicken die illegal nach England eingeschleusten Inder regelmäßig hart verdiente Pfundnoten in die Heimat - immer mit der Hoffnung auf ein besseres Leben. "Brothers in Trouble" spielt in den sechziger Jahren, beschreibt die Problematik von Integration und Akzeptanz in einem fremden Land, aber auch unter den Einwanderern selber. Ein ehrlicher, offenherziger und sehr menschlicher Film.

Dafür sorgen vor allem die "Brüder", jene 19 Männer, die gemeinsam und auf engstem Raum unter einem Dach eines verfallenen Hauses im Londoner Norden wohnen. Für die Zeit ihres illegalen Aufenthaltes ist dies ihr Unterschlupf, die Leidensgenossen der Familienersatz. Ihr Versteck verlassen sie allerhöchstens zur Arbeit oder zum regelmäßigen Kinobesuch, bei dem die einsamen Männeraugen sehnsüchtig an den Nabeln der auf der Leinwand tanzenden Inderinnen hängen. Ebenso regelmäßig bekommt die Wohngemeinschaft Besuch von einer Prostituierten (einer Aktion, bei der die Hierarchie des Kastenwesens wieder zum Tragen kommt) und dem (wiederlichen) Schmiergeld und Mietzins eintreibenden V-Mann.

Würde nicht eines Tages eine weiße Frau in das Immigrantenhaus, respektive das Zimmer von Gruppenmufti Hussein Shah (Om Puri) ziehen, das Leben der moslemischen Inder würde seinen gleichförmigen Lauf nehmen. Eifersucht und Neid sowie die Angst, entdeckt zu werden, schleichen sich ein. Bei Hussein spätestens dann, als sich erstens herausstellt, daß Mary (Angeline Bell) von einem anderen schwanger ist, sein Neffe sich zweitens durch seine Aufenthaltserlaubnis mit Mary erheiratet, sich aber nicht an die Vereinbarung seines Onkels hält. Das Stimmungsbarometer schlägt um in Aggression, aus den ruhigen Männern werden fauchende, gefährliche indische Tiger. An dieser Stelle entgleitet Udayan Prasad für einen kurzen Moment das Regieruder. Indem er sämtliche Dramaturgieregister zieht, übersteuert er die bis dahin glaubwürdige Milieuschilderung um ein erhebliches Maß. Auch Pavan Malhorta als Hauptfigur Amir kann die Situation durch sein überzeugendes Spiel nicht mehr retten. Schade, der Traum vom Glück hätte einen besseren Schluß verdient gehabt.




Filminfos & CreditsAlles anzeigen

Land: Großbritannien, Deutschland, Italien
Jahr: 1995
Genre: Drama
Länge: 102 Minuten
FSK: 12
Kinostart: 12.09.1996
Regie: Udayan Prasad
Darsteller: Om Puri, Pavan Malhotra, Angeline Ball
Verleih: Kinowelt



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