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Kritik: Dämon (1998)


Vom Bösen infiziert

Man kann es in den Augen erkennen. Stechend und durchdringend blicken sie auf ihre Mitmenschen. Besessen folgen sie den Spuren des Bösen, morden sich auf rituelle Weise durch die Stadt. Man nennt sie dämonisch.
So schnell man sich mit dieser übersinnlichen Gabe infiziert hat, so plötzlich kann man sie auch wieder verlieren. Der Dämon überträgt sich nämlich durch unbewußten Körperkontakt. Ein Handschlag, ein Schulterklopfen genügt, um das unheilvolle Schicksal in sich aufzunehmen. Nur die Weitergabe befreit den Überträger. Es kann überall passieren - am Arbeitsplatz, auf dem Bürgersteig, selbst durch das Streicheln einer Katze.

Urwirt dieser dämonischen Krankheit ist ein Serienmörder, dessen bösartigen Geist nicht einmal die Hinrichtung in der Gaskammer zermürben kann. Der Killer ist zwar tot, die Killerei geht aber weiter. Für Detektiv John Hobbes (Denzel Washington) werden diese endlosen Todesfälle zur existentiellen Herausforderung.
Erst sucht er mit seinen Polizeikollegen noch nach naheliegenden Erklärungen, doch schon bald wird sich seine Arbeit in Dimensionen jenseits von Logik und Verstand bewegen. Außerordentliche Fälle verlangen außerordentliche Maßnahmen. Denn mit der üblichen Routine wird man der dunklen Macht sicherlich nicht mächtig. So läßt sich Hobbes weit mehr in ein gefährliches Spiel verwickeln, als es ihm lieb sein kann.

Leider macht eine lieb gemeinte Idee noch lange keinen guten Film. Für diese Feststellung braucht man keine übersinnlichen Fähigkeiten. "Dämon" hat zwar die Kräfte des Übersinnlichen, mehr aber auch nicht. So sehr einige durchaus faszinierende Passagen ihre unwiderstehliche Anziehungskraft ausüben, so sehr hat sich ein Film in sicherlich nicht künstlerisch motiviertem Trendspotting verkalkuliert. Kein charismatischer Massenmörder hinter schweigenden Lämmergittern übertüncht spürbar fehlende, dramaturgische Höhepunkte und unpassende Stimmungswechsel. Und selbst mit "siebenfacher" religiöser Symbolik kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, daß sich Opfer und Verfolger der Serienkiller langsam aber sicher nicht mehr riechen können.





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