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Kritik: Brombeerzeit (1997)


Regisseur David Leland hat ein Gespür für spannende Frauen. In seinem Film "Wish you were here" (1987) stellt eine rotzige Teenager-Göre (ideal besetzt mit Emily Lloyd) eine spießige Kleinstadt auf den Kopf. Der Film spielt im Nachkriegsengland der 50er Jahre und beeindruckt durch die Stimmung aus melancholischem Scheitern und respektloser, manchmal zynischer Selbstbehauptung.

Brommbeerzeit ist sanfter. Er plätschert dahin, wie ein langer ruhiger Fluß ohne Hindernisse. Selbst in den tragischen Momenten - als Joe den deutschen Flieger abstürzen sieht und fürchtet, er habe Stella erwischt - tritt dieser Fluß nicht über seine Ufer. Nichts verdunkelt die kräftigen Farben der Felder in der Abendsonne und im Licht der taufrühen Morgendämmerung, die einen an Vilsmaiers Herbstmilch erinnern. Ebenso wie der (ansonsten wenig treffende) deutsche Titel. Aber vielleicht ist gerade die äußere Ruhe, die es ermöglicht, den Charakteren Aufmerksamkeit zu schenken. Sie verdienen es.

Catherine McCormack (Stella), Rachel Weisz (Ag) und Anna Friel (Prue) überzeugen allesamt durch glaubwürdige Verkörperung der unerfahrenen "Land Girls", die zum ersten mal einen echten Kuh-Euter bearbeiten. Ihre Gesichter sind unverbraucht und ausdrucksstark, alles andere als gefilmte Modell-Visagen. Sicher trägt auch das dazu bei, daß der Film nie kitschig wird, obwohl der Stoff dies zugelassen hätte. Aber es liegt vor allem an Lelands Talent, eigenwillige, selbstbewußte Frauen in den Mittelpunkt zu rücken.





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