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Kritik: Scharfe Täuschung (1997)


Nach einigen Verhören stellt sich heraus, daß John Walter Weyland an Epilepsie leidet. Dadurch kommt es immer wieder zu Spannungen zwischen ihm und Kennesaw, der Waylands Krankheit fast ignoriert. Zum Eklat kommt es, als Wayland von Problemen der beiden Polizisten durch Zufall erfährt. Braxton hat bei der skrupellosen Kreditgeberin Mook (Ellen Burstyn) 20.000 Dollar Spielschulden und Kennesaw hatte ein außereheliches Verhältniss mit der ermordeten Prostituierten. Wayland nutzt dieses Wissen natürlich aus und drängt beide Polizisten in die Enge. Und alle drei müssen die bittere Lektion lernen, daß eine objektive Wahrheit vielleicht garnicht existiert.

Die Hauptrollen in diesem cineastischen Streifen sind exzellent besetzt. Tim Roth, der bereits in den Filmen "Four Rooms" ,"Reservoir Dogs" und "Pulp Fiction" von "Meister" Quentin Tarantino zeigte was in ihm steckt, glänzt als verwöhnter Sohn eines Textilmagnaten. Seine epileptischen Anfälle spielt er so überzeugend , daß man denkt sie seien echt und seine unvorhersehbaren Aktionen überraschen den Zuschauer immer wieder. Auf seinem Gesicht kann man die Gegensätze seiner Figur sehen: den notorischen Trinker und Epileptiker, versehen mit hoher Intelligenz, eine äußerst gefährliche Person.
Chris Penn spielt Detective Braxton, der mehr schlecht als recht zu seiner Stellung kam. Er ist eher der dümmere der beiden Polizisten, der sich von seinem Partner führen läßt. Doch alsbald merkt er, daß das ein großer Fehler war, denn auch Kennesaw gerät in Verdacht die Prostituierte ermordet zu haben. Der aus "Short Cuts" und "Reservoir Dogs" bekannte Schauspieler mimt den Looser Braxton zwar nicht so gut wie Tim Roth den John Walter Wayland, kann aber doch mit einer ansehlichen Schauspielleistung aufwarten. Dennoch weiß auch Michael Rooker als kalter Detective Kennesaw besser zu Überzeugen. Kennesaw wurde von seiner reichen Frau (Rosanna Arquette in einer eher mäßigen Nebenrolle) betrogen und betäubte seinen sexuellen Frust bei der Prostituierten Elizabeth. Das machte ihn kalt und furchtlos, wie er in einigen Szenen skrupellos darstellt. Als er von Wayland in die Enge getrieben wird rastet er aus und ist sogar bereit sich selbst zu töten.

So inszenierten die Gebrüder Jonas und Joshua Pate mit diesem Film einen spannenden Thriller, in dem es um Fragen nach Gut und Böse, Schuld und Unschuld, Lüge und Wahrheit geht. Die fetzigen Dialoge unterstreichen die Regie- und Drehbuchgenialität der beiden Brüder, eine irre Kameraführung verleiht dem Film den letzten Schliff. Denn Bill Butler, der schon bei "Der weiße Hai" und "Einer flog übers Kuckucksnest" hinter der Kamera stand, verbildlicht eindrucksvolle Situationen so, daß sie schauderhaft, spannend und doch realistisch wirken.

Alles in Allem also ein sehr guter Film, den es sich lohnt anzuschauen.





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