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Kritik: Love etc. (1996)


'Love etc." enthält sehr intensive Momente und wunderbare Szenen. Das ausführliche Zusammenbrechen eines freundschaftlichen Dreiecks unter dem Druck der Liebe läßt in seinem detaillierten Ablauf auch Zeit für eigene Gedanken und Wertungen. Leonard Cohens "Last Waltz" gräbt sich immer wieder in die Gehörgänge wie ein schmerzlich süßes Liebeserlebnis. Dazu gibt es großes Filmorchester, breites Cinemascope-Format, viel Kamerabewegung (Kamera: Eric Gautier). Kurz: Ein ganz großer Film von einer jungen Frau - das ist wohl am ehesten in Frankreich möglich. Die knapp 30jährige Marion Vernoux schrieb Liedtexte und Drehbücher. Ihr erster Kinofilm "Personne ne m'aime" wurde 1994 gleich zum internationalen Erfolg. Trotz der großartigen Mittel erhält sich die Regisseurin in der Inszenierung eine erfreuliche Frische. Zum Hochzeitsfoto hält der Film an, läßt sich hintereinander die Hoffnungen und Zweifel der drei Beteiligten erzählen. In der Phase von Maries Unsicherheit blendet Pierres Spiegelbild in das von Benoît über. Auch der Moment der Hingabe ist eine inszenatorische Perle: Pierre darf Marie beim Restaurieren eines Gemäldes beobachten, wenn er kein Wort über seine Gefühle verliert. Dann entblößt sich unter dem gemalten Kleid der Madonna eine nackte Brust...
"Die kleine Diebin" Charlotte Gainsbourg sieht erwachsen aus, was ihrem prägnanten Gesicht sehr gut tut. Charles Berling drängt sich mit der Hauptrolle in "Ridicule" momentan geradezu angenehm dem deutschen Auge auf. Man erkennt ihn nicht unbedingt wieder, was Beweis einer Fähigkeit ist, ganz in seine Rollen aufzugehen.





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