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Kritik: Feindliche Übernahme - althan.com (2001)


Ein Frankfurter Büroturm als Eigernordwand? So in etwa funktioniert ein großer Teil des Thrillers »Feindliche Übernahme«, den der Schweizer Regisseur Carl Schenkel auf die Leinwand haut. Politthriller meets Bergsteigerdrama, und wenn keine Alpen da sind, dann tun es eben auch menschliche Erhebungen. Als Berg fungiert hier die Firmenzentrale der Althan AG. Die will am nächsten Tag ihre mit einer neuen Technologie ausgestatteten Kraftwerke starten, welche an zehn Standorten in der Dritten Welt stehen. Das passt der rechtsradikalen NZP aber nicht ins Konzept, denn deutsche Firmen sollen gefälligst Deutschen Arbeit geben. Also planen die wohltuend dummen Nazis einen Anschlag. Jetzt kommen die Bergsteiger ins Spiel, denn der einzige nicht alarmgesicherte Zugang zum Gebäude ist ein Lüftungsschacht luftige 42 Stockwerke über der Straße. Außerdem benötigt der braune Mob noch ein paar Althan-Insider (Sicherheitschef Robert Fernau, dessen Kollegin Laura Schumann und seinen väterlichen Freund Willi Konrad), die kurzerhand als Geiseln genommen werden.
»Wenn Du Kendo kämpfst, musst Du Kendo denken«, sagt Willi Konrad an einer Stelle zu Robert Fernau, nachdem er ihn erneut auf die Matte geschickt hat. Wenn Du Drama denkst, musst Du Drama machen, könnte das Pendant dazu sein, mit dem sich die Crux von »Feindliche Übernahme« beschreiben lässt. Dabei hatte der Film mit den atmosphärischsten Bildern einer deutschen Großstadt seit langem begonnen und mit Abhängigkeiten aus alten Seilschaften der DDR-Vergangenheit seine dramatische Figurenkonstellation etabliert. Aber statt das Potential bis zu einer Tragödie biblischen Ausmaßes zu steigern, versteigt sich Schenkel in soliden Spannungsbögen. Die angerissenen Thematiken wie Nazis und Seilschaften bleiben skizzenhaft verpuffte Restsplitter eines vorhandenen Mediengedächtnisses.





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