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Jenseits von Tibet - Eine Liebe zwischen den Welten (WA)
Jenseits von Tibet - Eine Liebe zwischen den Welten (WA)
© Edition Salzgeber

Jenseits von Tibet - Eine Liebe zwischen den Welten (2000)

Jenseits von Tibet

Doku über die ungewöhnliche Liebesgeschichte zwischen der deutschen Punkmusikerin SANTRRA OXYD (Sandra Herbener) und dem tibetischen Lama und Exilanten NGAWANG GELEK, die von Indien zum Bodensee und von Berlin bis aufs Dach der Welt führtUser-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.5 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 4 Besucher eine Bewertung abgegeben.


War es Liebe auf den ersten Blick, als Sandra ihm vor seiner Hütte begegnet, oder, wie
Gelek glaubt, das Karma aus ihrem letzten Leben? Um Sandra zu heiraten und nach
Europa zu gehen, gibt Gelek seine Mönchsgelübde zurück. Für seine zukünftigen
Wiedergeburten eine schwere Belastung.
Zur Zeit des FIlms leben Gelek und Sandra mit ihrer inzwischen dreijährigen Tochter TARA eng und bescheiden in einer kleinen Dachwohnung mitten in Berlin. Sandra schlägt sich mit alten und neuen Songs in der Off-Musikszene durch, Gelek betet täglich mehrere Stunden in der Fußgängerzone und trifft dort seine Schüler: Buddhisten, Esoteriker, Alkoholiker und Punks.

Ein Besuch bei Sandras Eltern am Bodensee verdeutlicht die Kluft zwischen den Kulturen und Generationen. Jahrelang haben die bodenständigen Schwaben versucht, die Brüche mit ihrer Tochter zu kitten, so dass sie sich am Ende auch mit einem Bettelmönch als Schwiegersohn anfreunden.
Die eigene Familie in Tibet hat Gelek seit 12 Jahren nicht gesehen. Ein Besuch bleibt ihm aus politischen Gründen verwehrt. Um Geleks Familie kennen zu lernen, bricht Sandra mit Tara nach Tibet auf. Dort erreichen sie das abgelegene Hochtal, in dem die Nomaden ihr Sommerlager aufgeschlagen haben. Geleks Familie versammelt sich in ihrer Jurte vor dem Monitor einer heimlich mitgeführten DVKamera und Sandra führt Ihnen die Grußbotschaft von Gelek vor. Gerührt setzt sich der alte Vater vor die Kamera und spricht zu seinem achttausend Kilometer entfernten, verlorenen Sohn.

Was hier Medien so einfach überbrücken, sind Welten, die unterschiedlicher nicht sein könnten. In Sandras und Geleks Beziehung prallen sie tagtäglich aufeinander, aber in der Fremde des Anderen scheinen die Liebenden zu sich selbst zu finden.

Bildergalerie zum Film

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Filmkritik

Ein bisschen Exotik, einen sehr individuellen Lebensentwurf und eine schöne Liebesgeschichte bietet Solveig Klaßens »Jenseits von Tibet«. Und das schönste daran ist, dass wir uns im Gegensatz zu vielen mit falschen Gefühlen aufgeblasenen fiktionalen Filmen in einer Dokumentation befinden.

Jenseits von Tibet lebt Gelek, ein Mönch, der aus politischen Gründen aus seinem Heimatland nach Indien geflohen ist. Jenseits von Tibet lebt auch Sandra Herbner, eine aus der Berliner Punkszene stammende Frau, die auf einer Indien-Reise Gelek kennenlernte. Der Film erzählt, indem er mit den beiden in Indien an den Ort ihres ersten Treffens zurückkehrt, deren sich anbahnendes Verhältnis, wie Sandra nachts durch den Wald, in dem es auch Tiger gab, zu Geleks Hütte schlich. Schließlich heirateten sie, so dass Gelek nach Berlin zog, wo beide mit einer dreijährigen Tochter leben.

Die Regisseurin hegt sichtlich viel Sympathie für das Paar, das seine Heimat verließ und in Berlin eine neue fand. Gelek kann nicht nach Tibet einreisen und Sandra stammt ursprünglich aus geordneten süddeutschen Verhältnissen, denen sie in Berlin auch mit Hilfe von Drogen zu entkommen suchte. Der Buddhismus und Musik halfen ihr davon los zu kommen. Im Ausüben tibetischer Kultur – beide treten mit tibetischen Liedern auf – finden sie auch jenseits des Dachs der Welt eine Form von Heimat. Das ungewöhnliche Schicksal verfolgt Klaßen mit einem instinktiven Spürsinn für die Probleme des Außenseiterdaseins, aber auch für Emotionen und intime Momente von Glück. Wenn Sandra bei ihrer Reise zu Geleks Familie begleitet wird, auf die Gelek nicht mitkommen konnte, dann gelingt »Jenseits von Tibet« ein inszenatorisches Bravourstück. Wir sind einfach dabei, tief gebannt und bewegt. Und auf einmal ist Heimat kein abstrakter Begriff mehr.





Filminfos & CreditsAlles anzeigen

Land: Deutschland
Jahr: 2000
Genre: Dokumentation
Länge: 89 Minuten
Kinostart: 06.09.2007
Regie: Solveig Klaßen
Darsteller: Tara Herbener, Santrra Oxyd, Ngawang Gelek
Verleih: Salzgeber & Co. Medien GmbH



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