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Kritik: Männerzirkus (2001)


"Animal Husbandry" lautet der Titel von Laura Zigmans unkonventioneller Romanvorlage. Mit dem Cult of the Dead Cow macht die Verfilmung Schluss. Sie meidet alle gewagten Motive und Passagen und verbarrikadiert sich auf vermeintlich sicherem Terrain einer unverbindlichen Romantic Comedy. Damit gehen nicht nur die Diskussionsanregungen verloren, sondern auch ein Großteil des Humors.

In dem gleich nach Auftakt im Schongang laufenden Geschlechterkampf legt die Regie (Tony Goldwyn) die Sicherheitsgurte an; lediglich die um Protagonistin Ashley Judd versammelte Besetzung glänzt: Greg Kinnear als elender Betrüger, Australien-Export und "X-Men"-Star Hugh Jackman als animalischer Traummann und Ellen Barkin als Konkurrenz sind eine Bereicherung.

Schlaflos in New York: Goldwyn inszeniert die Beziehungskomödie wie ein glattgelacktes Frauenmagazin, was zweifellos unterhaltsam ist, aber dem im romantisch fotografierten Big Apple stattfindenden Geschehen keine nennenswerten Aspekte abgewinnt. Dem weiblichen Zielpublikum bieten sich neben diesem Männerzirkus die weitaus gelungeneren Alternativen "Bridget Jones" und "Mondscheintarif" an.

Robert Knapp

Was macht eine Frau die schon nach kurzer Zeit von ihrem lang ersehnten Traummann wieder verlassen wird? Sie kommt in ihrer Verzweiflung ins Grübeln. Jane (Ashley Judd) ist in genau dieser Situation. Beim Versuch herauszufinden, warum alle Männer sie irgendwann verlassen kommt sie auf die "Kuhtheorie". Danach besteigt ein Bulle niemals zweimal die gleiche Kuh. Jane überträgt dieses angebliche Phänomen auf Männer und Frauen. Unter einem Pseudonym veröffentlicht sie schließlich ihre "wissenschaftlichen Erkenntnisse".

Offenbar ist die Angst der amerikanischen Karrierefrau keinen Partner zu finden in Hollywood ein unerschöpfliches Thema für Komödien. "Männerzirkus" hebt sich jedoch etwas vom Einerlei der Beziehungskomödien ab. Zwar kommt auch er nicht ohne Klischees aus, jedoch bietet er auch einige neue Ideen oder Gags. So flechtet er zum Beispiel pseudodokumentarischen Szenen aus wissenschaftlichen Filmen in die Spielfilmhandlung ein.

Wer den Film nur wegen Greg Kinnear anschaut, wird leider enttäuscht werden. An seine Leistung aus "Besser geht's nicht" kann er hier nicht anknüpfen. Das Drehbuch gibt ihm dazu keine Chance, denn seine Figur des Ray ist dort viel zu eindimensional gezeichnet. Stattdessen fällt Hugh Jackmann positiv auf. Nach seinem Auftritt in "X-Men" kann er hier sein komisches Talent unter Beweis stellen.

"Männerzirkus" ist kein cineastisches Highlight aber der richtige Film um verregnete Sommerabende zu überbrücken.






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