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Visitor Q (2000)

Beunruhigender japanischer Schwarzhumor von Takashi Miike, in dem die heile Familienwelt komplett ins Gegenteil verkehrt ist. Die Tabubrüche des Films werden dabei durch die Handlung gerechtfertigt, trotzdem ist dies definitiv nichts für Zartbesaitete...User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.0 / 5

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"Visitor Q" zeigt eine Familie im Endstadium. Der Vater ist ein Fernsehreporter, der sich gerade mit einer Dokumentation über Gewalt und Sex unter Jugendlichen befasst. Dabei schläft er mit seiner Tochter, die für Geld mit jedem ins Bett geht, und filmt seinen Sohn, der von Klassenkameraden gedemütigt und geschlagen wird. Währenddessen entdeckt er seine nekrophilen Neigungen. Die Mutter ist eine heroinabhängige Prostituierte und wird vom Sohn, der in einem sadomasochistischen Nirvana schwebt, geschlagen. In dieser sozialen Apokalypse taucht dann noch ein Fremder auf, der mysteriöse "Q"...

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Filmkritik

Spätestens seit "Audition" gilt Takashi Miike als heißeste Entdeckung aus Japan, seit Takeshi Kitanos kunstvolle Gangsterepen über Festivals ihren Weg ins Programmkino fanden. Erst seit kurzem ist der seit 1991 unermüdlich publizierende Regisseur in hiesigen Kinos präsent, vertreten durch den an seine Yakuza- und Manga-Themen anknüpfenden "Dead or Alive", sowie den einzigartigen psychologischen Horrortrip "Audition", an den er hiermit anknüpft. Stilistisch radikal - per digitaler Videokamera und dokumentarischer Nüchternheit - wütet Miike im Zentrum der Gesellschaft, der Familie, und tut das, was er am besten kann: er destruiert Ordnungen, sprengt Tabus, zeigt das Endstadium der Dekadenz. Kunst ist Provokation, sagt Miike. Und "Visitor Q" zeigt Provokation, bis der Arzt kommt. Man muss das Werk als schwarze Satire lesen, was sowohl Aufgeschlossenheit als auch einen steinernen Magen verlangt. Das war bei Pasolinis legendären "Die 120 Tage von Sodom" auch nicht anders. Miike geht es um Gesellschafts- und Medienkritik und die Wahl seiner Mittel ist das Gegenteil eines Unterhaltungsfilms. Dadurch gerät sein Traktat zur schwer verdaulichen, monoton wirkender Perversions-Parade, die weniger den Intellekt, als den Ekelreflex reizt. Der bizarre Blick in die Familie mit dem umgekehrten Düsenantrieb entpuppt sich erst bei genauester Betrachtung als analytische Satire. Eine Mutprobe der modernen Kunst.




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Land: Japan
Jahr: 2000
Genre: Satire
Länge: 84 Minuten
FSK: 18
Kinostart: 06.09.2001
Regie: Takashi Miike
Darsteller: Kazushi Watanabe, Kenichi Endo, Shungiku Uchida
Verleih: Rapid Eye Movies

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