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Visitor Q
Visitor Q
© Rapid Eye Movies

Kritik: Visitor Q (2000)


Spätestens seit "Audition" gilt Takashi Miike als heißeste Entdeckung aus Japan, seit Takeshi Kitanos kunstvolle Gangsterepen über Festivals ihren Weg ins Programmkino fanden. Erst seit kurzem ist der seit 1991 unermüdlich publizierende Regisseur in hiesigen Kinos präsent, vertreten durch den an seine Yakuza- und Manga-Themen anknüpfenden "Dead or Alive", sowie den einzigartigen psychologischen Horrortrip "Audition", an den er hiermit anknüpft. Stilistisch radikal - per digitaler Videokamera und dokumentarischer Nüchternheit - wütet Miike im Zentrum der Gesellschaft, der Familie, und tut das, was er am besten kann: er destruiert Ordnungen, sprengt Tabus, zeigt das Endstadium der Dekadenz. Kunst ist Provokation, sagt Miike. Und "Visitor Q" zeigt Provokation, bis der Arzt kommt. Man muss das Werk als schwarze Satire lesen, was sowohl Aufgeschlossenheit als auch einen steinernen Magen verlangt. Das war bei Pasolinis legendären "Die 120 Tage von Sodom" auch nicht anders. Miike geht es um Gesellschafts- und Medienkritik und die Wahl seiner Mittel ist das Gegenteil eines Unterhaltungsfilms. Dadurch gerät sein Traktat zur schwer verdaulichen, monoton wirkender Perversions-Parade, die weniger den Intellekt, als den Ekelreflex reizt. Der bizarre Blick in die Familie mit dem umgekehrten Düsenantrieb entpuppt sich erst bei genauester Betrachtung als analytische Satire. Eine Mutprobe der modernen Kunst.




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