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Die Frau, die an Dr. Fabian zweifelte (2001)

Vater Dieter Pfaff sperrt seinen Sohn zum kalten Entzug in einen Hundezwinger, wo er einen Groschenroman auswendig lernen soll. Skurrile deutsche Komödie, die unentschlossen zwischen Posse und Thriller schwankt...User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 5.0 / 5

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Westfalen im Sommer. Eigentlich wollte Paul, ewiger Student und Kleindrogendealer, sich nach seinem letzten "Auftrag" endlich seinem Studium widmen. Doch nach einer kleinen Stoffkostprobe landet er im Krankenhaus. Zu allem Übel wird er jetzt von seinem besorgten Vater Willi als vermeintlicher Drogenabhängiger entführt. Auf dem heimischen Hof sperrt Willi seinen Sohn zum Entzug in einen Hundezwinger: Wenn Paul den Arztroman "Die Frau, die an Dr. Fabian zweifelte" auswendig kann, kommt er frei. Inzwischen haben nicht nur Lena, Pauls Freundin, sondern auch die beiden Dealer Ingo und Super die Spur des Entführten aufgenommen. Doch der Roman wird mehr verändern, als Willi und Paul sich vorstellen können...

Filmkritik

Ein Plakat, das wie ein Bastei-Lübbe-Groschenroman gestaltet ist, kündigt den Film an. Nicht ohne Grund, wie der geneigte Kinobesucher feststellen muss, schließlich wird in der Westfalenkomödie eine der Figuren mit dem ununterbrochenen Lesen von Arztromanen bestraft, weil es kein medizinisches Lehrbuch aufzutreiben gibt.

Weil dergestaltiger Humor sich reibeisenartig die Kehle herunterrieselnd verbreitet, ist der Film als leckere Beilage zum Alltag der deutschen Zuschauer nur wenig geeignet. Hier muss kräftig durchgekaut werden, um an die versteckten Humorreste zu gelangen. Wer sich die Mühe macht, wird zwar ein bisschen Genuss bekommen, aber letztlich feststellen, dass dies beim Lesen eines wirklichen Groschenromans auch gelingen kann, gibt man sich nur genügend Mühe. Insofern kann ich mich einer lobenden Erwähnung oder gar Herausstellung der wenigen positiven Aspekte von "Die Frau, die an Dr. Fabian zweifelte" nur verweigern. Statt dessen muss eher festgehalten werden, dass die einzelnen Elemente des Filmes wie krude Brocken nebeneinander stehen, ohne eine Einheit zu bilden. Auch radikale Szenen, wie das brutale Einsperren des Protagonisten in einen kleinen Hühnerstall sind nur Auswüchse einer verletzten Seele. Thematische Tiefe erzeugen sie nicht, weil sie sich einer erzählerischen Verständigung verweigern. Grobe Kost für grobe Herzen sozusagen. Aber das brauch man nun wirklich nicht.





Filminfos & CreditsAlles anzeigen

Land: Deutschland
Jahr: 2001
Genre: Komödie
Länge: 89 Minuten
FSK: 12
Kinostart: 15.08.2002
Regie: Andi Rogenhagen
Darsteller: Steffen Schult, Nina Petri, Dieter Pfaff
Verleih: Venus Film



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