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Kritik: Flashdance (1983)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Adrian Lynes "Flashdance" aus dem Jahre 1983 ist ein Klassiker des Tanzfilm-Genres. Bereits nach seiner Uraufführung avancierte das Werk trotz ziemlich vernichtender Kritiken zum Hit – und auch heute vermag es gerade durch die gehörige Dosis Eighties-Flair (mit Klamotten, die inzwischen zum Teil wieder en vogue sind) für sich einzunehmen. Die Tanzpassagen sind ein echtes Vergnügen und der Soundtrack – etwa der mit einem Oscar ausgezeichnete, von Irene Cara interpretierte Song "What a Feeling" oder die mitreißende Dance-Hymne "Maniac" von Michael Sembello – ist unvergesslich.

Die Geschichte, die das Skript von Thomas Hedley Jr. und Joe Eszterhas schildert, ist gewiss ausgesprochen dünn. Die Figuren – von der besten Freundin der Protagonistin bis zum wohlhabenden Traummann – sind überwiegend klischiert gezeichnet; und diverse, nicht ganz unwichtige Details in der Gestaltung dieser Lebenswelt sind völlig realitätsfern und absurd. Dass sich die Heldin Alex mit ihrem Gehalt als Schweißerin und Bar-Tänzerin die Miete für ein derart schickes und riesiges Loft leisten kann, ist fraglos ebenso unglaubwürdig wie das Konzept der Bar, in der Alex nachts tätig ist: Hier treffen äußerst ambitionierte Tanzeinlagen auf ein überaus schlicht dargestelltes Publikum.

Dass "Flashdance" dennoch als gute Unterhaltung funktioniert, ist neben den perfekt ausgeleuchteten Bildern von Kameramann Don Peterman und der größtenteils von Giorgio Moroder komponierten Musik nicht zuletzt der Hauptfigur zu verdanken. Alex ist einerseits eine typische Märchenfigur, die sich ein besseres Dasein zu ertanzen versucht; andererseits ist sie in ihrem Verhalten aber auch angenehm unberechenbar und oft aufbrausend. So lässt die Protagonistin einen gewissen Widerstand gegen die Schema-F-Story erkennen. Jennifer Beals ("The L Word"), die in den Tanzszenen gedoubelt wurde, vermittelt diese widersetzlichen Züge von Alex ganz wunderbar.

Fazit: Ein Tanz-Kultfilm in vollendeter Achtzigerjahre-Ästhetik, der trotz auffälliger Plot-Schwächen mit eingängiger Musik, reichlich Schwung und einer rebellischen Heldin sehr viel Spaß macht.




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