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Orhan Gencebay ist einer der größten Stars in der Türkei, der Elvis der 'Arabesque-Musik'. corazon / intervista

Crossing the Bridge - The Sound of Istanbul (2005)

Deutsche Doku: ALEXANDER HACKE, seit über 20 Jahren Mitglied der Band EINSTÜRZENDE NEUBAUTEN, kam durch die Musikproduktion von GEGEN DIE WAND erstmals in Kontakt mit Istanbul und lernte die Band BABA ZULA kennen. Als deren Bassistin ausstieg, stieg Hacke dafür einUser-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse ??? / 5

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Ein Cowboy in Istanbul. ALEXANDER HACKE, seit über 20 Jahren Mitglied der Band EINSTÜRZENDE NEUBAUTEN, kam im Zusammenhang mit einer Musikproduktion für den Film GEGEN DIE WAND erstmals in Kontakt mit der Stadt und ihrer Musik. Bei dieser Gelegenheit lernte er die Mitglieder der neopsychedelischen Istanbul-Band BABA ZULA kennen. Als diese den Verlust ihrer Bassistin zu beklagen hatten, wurde Alex Hacke gebeten einzuspringen. Fasziniert von der Stadt und ihrem musikalischen Reichtum ließ sich der Musiksammler und Sound-Experimentierer nicht lange bitten. Aber er packte nicht nur seine Baßgitarre ein, sondern auch ein mobiles Aufnahmestudio und sein ‚Wundermikrophon’, mit dem er schon viele Stimmen und Klänge aus aller Welt eingefangen hat. Mit einer Verfahrensweise, die er ‚Street-Recording’ nennt und die es erlaubt, an jedem erdenklichen Ort eine professionelle Musikaufnahme zu machen, will er nun die musikalische Vielfalt Istanbuls einfangen und auf Festplatte bannen. Dabei soll ein möglichst breites Spektrum dem westlichen Publikum zu Gehör gebracht werden, von modernen elektronischen Klängen, über Rock und Hip-Hop bis zu klassischer ‚Arabesque-Musik’. FATIH AKIN begleitet Alexander Hacke bei dieser Mission mit der Kamera und portraitiert Istanbuls lebendige Musikszene, deren Musik überall in der Stadt präsent ist und die von ihren Einwohnern heiß geliebt wird. Hackes ‚Home-Base’ ist das ehrwürdige Büyük Londra Oteli (Grand Hotel de Londres) im Stadtteil Beyoglu, dem vielleicht ‚europäischsten’ Flecken der Türkei. Von hier aus geistert Hacke durch eine fremdartige, widersprüchliche, gegensätzliche, quirlige und verführerische Welt, sammelt Eindrücke und Tonspuren und lässt sich im unaufhaltsamen Strom einer Mega-Stadt treiben, die unzählige Gesichter zu haben scheint. Doch die Vielfalt und Kraft dessen, was ihm begegnet, ist überwältigend. Keine Festplatte und kein Film kann all die Bilder und Töne dieser Stadt in all ihren Facetten wiedergeben. Mit dieser Erkenntnis kehrt der Held schließlich heim, mit einem Schatz im Gepäck, den es nun auszuwerten und an den Mann zu bringen gilt.

Bildergalerie zum Film

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Filmkritik

„Konfuzius sagt, wenn ihr einen Ort besucht und verstehen wollt, welche Kultur dort herrscht, dann hört euch die Musik an, die dort gemacht wird. Ihr werdet alles über diesen Ort erfahren“. Mit diesem Zitat beginnt Fatih Akins Film „Crossing the Bridge – The Sound of Istanbul“, in dem er diesem Rat folgt und Alexander Hacke, Bassist der „Einstürzenden Neubauten“, auf seinem Weg durch die türkische Metropole begleitet.

Alexander Hacke will die Töne und Musik einfangen, die auf den Straßen von Istanbul zu hören sind, er trifft sich mit Musiken und spricht mit ihnen über Istanbul, den Westen und den Osten und über die Wurzeln der türkischen Musik. Dabei begegnet er den unterschiedlichsten Menschen und Stilrichtungen. Er trifft sich mit Erkin Koray, dem Vater der türkischen Rockmusik, und der Pop-Diva Sezen Aksu, die von allen Musikern verehrt wird. Aber er lernt auch die neo-psychedelische Band „Baba Zula“ kennen, die sich weder im Westen noch im Osten zu Hause fühlt und daher am liebsten auf dem Bosporus gefilmt werden wollte. Er trifft auch den Rapper Ceza, der mit dem Gangster-Gehabe vieler amerikanischer Rapper nichts anfangen kann, sondern sehr politische Texte schreibt. Ohnehin wird schnell deutlich, wie allgegenwärtig die Verbindung von Politik und Musik in Istanbul ist. So war die Platte der kurdischen Sängerin Aynur bis 2004 in der Türkei verboten, weil sie in ihrer Muttersprache gesungen hat. Und fast alle Musiker setzen sich mit der Gesellschaft und dem Leben in der Türkei auseinander. Sie repräsentieren eine Stimme in diesem pluralistischen Land

Die Musik in Istanbul ist vielseitig und voller verschiedener Töne und Einflüsse. Aus den Begegnungen und Gesprächen kreiert Fatih Akin einen vielstimmigen Film, der die Lebendigkeit der Metropole in wunderbaren Bildern ausdrückt. Dadurch dominiert die Musik den Film nicht, sondern wird bisweilen berückend inszeniert. Wenn die Sängerin Aynur in einem abgedunkelten Raum sitzt und eines ihrer kurdischen Lieder singt, dann berührt diese Inszenierung von Musik ungemein. Zugleich kontrastiert diese Ruhe und Stärke die Lautstärke der Stadt. Die schönsten Bilder markieren dann den Abschied von Istanbul. Hier zeigt sich der Erzähler Fatih Akin, der Bildern oftmals mehr zu vertrauen scheint als Worten.

Fazit: „Crossing the Bridge – The Sounds of Istanbul“ ist ein Film, der viel über die Musik und das Leben in der türkischen Metropole erzählt. Er entführt den Zuschauer eine andere Welt – sofern dieser bereit ist, sich auf die Erzählweise und Bilder des Films einzulassen.




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Zum Video: Crossing the Bridge - The Sound of Istanbul

Filminfos & CreditsAlles anzeigen

Land: Deutschland
Jahr: 2005
Genre: Dokumentation
Länge: 90 Minuten
FSK: 0
Kinostart: 09.06.2005
Regie: Fatih Akin
Darsteller: Duman, Alexander Hacke, Ceza

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