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Des Wahnsinns letzter Schrei  BFILM
Des Wahnsinns letzter Schrei BFILM

Des Wahnsinns letzter Schrei (2005)

Deutscher Dokumentarfilm, der aufzeigt, dass die Spaltung der Gesellschaft, die auseinanderlaufende Schere zwischen Arm und Reich, offenbar politisch gewollt ist. In 10 Kapiteln beschreiben die Regisseurinnen die aktuelle ideologische NeuausrichtungUser-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse ??? / 5

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Deutschland im Jahre »Hartz IV«: Angelika, Claudia, Sylvia und David sind arbeitslos und den Hartz IV-Gesetzen unterworfen. Obwohl sie sich um Arbeit bemühen, müssen sie mit der neuen Regelstütze von monatlich 345 Euro plus Wohngeld klar kommen. Jeder einzelne Cent wird umgedreht und überlegt, wo Waren des täglichen Bedarfs am günstigsten zu erstehen sind. Ein Leben am Existenzminimum: Im reichen Deutschland ernähren sich Mütter und Kinder von Produkten an der Haltbarkeitsgrenze und kleiden sich auf Flohmärkten ein.Darüber können Aktionäre und Anleger mit gut gepolsterter Geldbörse nur lachen. Deutsche Unternehmen schreiben Rekordgewinne. Das Kapital der Vermögenden hat sich in den letzten 14 Jahren verdoppelt. Auf den Finanzmärkten steigen die Renditen ständig weiter an. Ein Einkommen aus Kapitalakkumulation liegt vier Mal höher als das aus Arbeit. So kann sich ein Privatvermögen bei bis zu 25-prozentigen Renditen binnen drei Jahren verdoppeln. Worin besteht die innere Logik dieser beiden Phänomene?Für den Juristen Horst Afheldt und den Politikwissenschaftler Elmar Altvater herrscht in erster Linie ein Problem der Verteilung vor. Anders als Politiker wie Franz Müntefering und Klaus Brandner (beide SPD), die achselzuckend vom »Aberglauben des ewigen Wachstums« reden, betrachten sie die Anhäufung von privatem Reichtums in der Bundesrepublik als Kehrseite der öffentlichen Verschuldung.
Zwar wird seit langem eine Vermögenssteuer diskutiert, doch die Idee immer wieder als politisch heißes Eisen fallen gelassen. Eine »Reichensteuer« zu fordern, so Afheldt, sei »fast schlimmer als wenn man Kinderpornografie empfiehlt«.Der Dokumentarfilm »Des Wahnsinns letzter Schrei« führt vor Augen, dass die Spaltung der Gesellschaft, die zunehmend auseinanderlaufende Schere zwischen Arm und Reich, offenbar politisch gewollt ist. Mittlerweile sprechen Politiker wie der thüringische Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU) ganz ungeniert davon, dass die Verringerung des Abstands zur Sozialhilfe durch Hartz-IV »anderen Biografien zu mehr Leistung und mehr Einkommen« verhelfe. Arbeitslosigkeit und Ein-Euro-Jobs erscheinen da als willkommenes Druckmittel auf die noch Beschäftigten. Eine komplette ideologische Umstrukturierung der Diskurslandschaft und Sozialpolitik steht auf dem Programm.In zehn Kapiteln beschreiben die Regisseurinnen Bärbel Schönafinger und Tanja von Dahlern die aktuelle ideologische Neuausrichtung. Sie haben Kongresse und Parteiveranstaltungen bereist, Interviews mit Wissenschaftlern, Journalisten und Politikern geführt. Ihre engagierte Dokumentation entlarvt die Gehirnwäsche seitens der »Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft« oder der Bertelsmann Stiftung, die beide die Heilslehre des Neoliberalismus propagieren, als schiere Ideologieproduktion: Die Wirtschaftsflaute wird genutzt, um eine neoliberale Stimmung zu schüren, in der der eingeschlagene ökonomische Kurs als einzig mögliche Marschrichtung erscheint.

Filminfos & CreditsAlles anzeigen

Land: Deutschland
Jahr: 2005
Genre: Dokumentation
Länge: 60 Minuten
FSK: 0
Kinostart: 02.11.2006
Regie: Bärbel Schönafinger, Tanja von Dahlern
Verleih: Bfilm Verleih - EYZ Media




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