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Monks - The Transatlantic Feedback
Monks - The Transatlantic Feedback
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Monks - The Transatlantic Feedback (2006)

Doku über ein vergessenes Stück deutsch-amerikanischer Popgeschichte: Im deutschen Wirtschaftswunder, dem Gefrierpunkt des Kalten Krieges, gründen fünf in der BRD stationierte amerikanische Soldaten während ihrer Militärzeit 1964 die Band The Torquays. Wenig später treffen sie auf zwei deutsche Künstler, Karl Remy und Walther Niemann. Gemeinsam entwirft man ein Bandkonzept, das mit dem gängigen Bild bricht: Die Monks schnitten sich die Haare kurz, rasierten sich Tonsuren und trugen anstelle von Krawatten Galgenstricke um den HalsUser-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4.0 / 5

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Die Monks gehören ohne Zweifel zu den wichtigsten und innovativsten Popgruppen der 60er Jahre. Kaum eine andere Band aus dieser Ära kann für sich in Anspruch nehmen, Vorreiter für derartig viele epochale Pop-Genres zu sein wie diese fünf in Deutschland lebenden ehemaligen GIs. Jimmy Bowien, Monks- Produzent der Firma Polydor, nennt den Sound „eine frühe Form von Heavy Metal und Industriemusik“. Documenta-Künstler Charles Wilp spricht gar von der „ersten schwerelosen Gruppe der Popgeschichte – die Vorreiter von Techno“. Krautrock Pionier Hans-Joachim Irmler von Faust fühlt sich als direkter Nachfahre der Monks und behauptet, dass man „die 68er Revolution zwei Jahre eher hätte haben können, wenn man die politische Kraft dieser Musik doch nur begriffen hätte“. Der Musiker Alec Empire geht so weit zu sagen, dass ohne die Radikalität der Monks weder Kraftwerk noch die Einstürzenden Neubauten denkbar gewesen wären. Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen.

In dem Dokumentarfilm „monks – the transatlantic feedback“ von Dietmar Post und Lucia Palacios wird ein vergessenes Stück jüngerer deutsch-amerikanischer Popgeschichte detailreich nachgezeichnet.
Im deutschen Wirtschaftswunder, dem Gefrierpunkt des Kalten Krieges, gründen fünf in der BRD stationierte amerikanische Soldaten während ihrer Militärzeit 1964 die Beat-Band The Torquays. Wenig später treffen sie auf zwei deutsche Künstler und Beat-Fans, Karl Remy und Walther Niemann. Gemeinsam entwirft man ein Bandkonzept, das mit dem gängigen Bild des Beat bricht: Die Monks schnitten sich die Haare kurz, rasierten sich Tonsuren und trugen anstelle von Krawatten Galgenstricke um den Hals. Ihre Musik war minimalistisch und aggressiv, ihre Texte ironisch und radikal, ihre Ästhetik provokant und dadaistisch.
Die besondere Situation zwischen Adenauer-Politik und Vietnamkrieg, amerikanischer Pop- und wachsender deutscher Gegenkultur manifestierte sich in den radikalen Anti-
Kriegsliedern der Monks und ihrer neuen Mischung von anglo-amerikanischem Pop und deutscher Avantgarde. Karl Remy studierte an der legendären Hochschule für Gestaltung in Ulm, die auch Köpfe wie Alexander Kluge hervorgebracht hat. Walther Niemann wiederum besuchte die Folkwang Schule in Essen, wo die Ideen des Bauhaus auf graphisches Design übertragen wurden. Beide wurden sie zu Machern und Managern der Band, indem sie ihre auf den Hochschulen erworbenen Erkenntnisse direkt auf das Bandkonzept der Monks anwendeten. Insofern sind die Monks auch ein Kunstprojekt. Remy und Niemann, von Fluxus, Futurismus und Dada beeinflusst, lehrten sie die
Reduktion. Die Musik der Monks war abgespeckt bis auf’s Gerippe, repetitiv, primitivistisch, hypnotisch. Während die Beatles von Blumen und Liebe sangen, brüllten die Monks, die Anti-Beatles, „I hate you“ und „why do you kill all those kids in Vietnam?“...

Bildergalerie zum Film

Monks - The Transatlantic FeedbackMonks Reunion Gig 1999, Westbeth Theatre, New YorkMonks, November 1999


Filminfos & CreditsAlles anzeigen

Land: USA, Deutschland, Spanien
Jahr: 2006
Genre: Dokumentation
Länge: 100 Minuten
FSK: 6
Kinostart: 04.10.2007
Regie: Dietmar Post, Lucía Palacios
Darsteller: Dave Day, Gary Burger, Larry Clark
Verleih: Film Kino Text

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