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Pandorum
Pandorum
© 2009 Constantin Film Verleih GmbH

Kritik: Pandorum (2008)


Im Weltraum hört dich keiner lachen: "Pandorum", der erste englischsprachige Film von Christian Alvart ("Antikörper"), gibt sich bitterernst und möchtegern-psychologisch, sinkt aber nach den ersten zwanzig Minuten in die bodenlosen Tiefen von Viecher-Fetischismus und Action+Sprüche-Klischees ab.

Dabei fängt es so vielversprechend an: Zwei Männer, Bower und der ältere Payton (Ben Foster und Dennis Quaid), erwachen aus dem Hyperschlaf, in einem Raumschiff, das anscheinend einige technische Probleme hat. Sie erinnern sich weder an ihr Leben, noch an ihre Mission. Schnell wird ihnen allerdings klar, dass irgendetwas nicht stimmt – sollten sie doch eigentlich von einer anderen Schicht geweckt werden. Doch es scheint niemand sonst mehr an Bord zu sein. Da die Tür ihrer Kabine sich nicht öffnen lässt, kriecht Bower, über Funk von Payton gelotst, durch einen Luftschaft in Richtung der zentralen Energiequelle.
So weit, so spannend. Die beklemmend klaustrophobische Atmosphäre der Hyperschlafkammer, die noch aufgestachelt wird, sobald sich Bower – wenig originell, aber immerhin effektiv – durch ein Labyrinth enger Schächte voller Kabel zwängt, wird mit biestigen Mutanten verschenkt, die fortan auf Bower Jagd machen. So richtig den Bach runter geht der Film dann mit dem Auftauchen des albernsten weiblichen Charakters seit langem, in Gestalt von Antje Traue. Sie mimt eine zunächst wortkarge Wissenschaftlerin und Meisterkämpferin mit Push Up-BH. Sobald sie dann auch sprechen darf, fungiert sie außerdem als Lieferantin von markigen Sprüchen zur jeweiligen Actionszene. Hahnebüchene Wendungen und zunehmend anstrengender durchzusitzende Kampfszenen tun dann ihr Übriges...

Pandorum ist ein krude zusammengebasteltes SciFi-Horror-Gebilde, aus Versatzstücken von diversen "Alien"-Teilen, "The Descent" und "Event Horizon" – dessen Regisseur Paul W. S. Anderson hier auch als Produzent dabei ist. Wenn man will, kann man den Film außerdem rassistisch finden. Und dass SciFi im Gegensatz zu Horror oder Fantasy immer noch ein wenig plausibel sein sollte, hat man anscheinend auch vergessen.
Ähnlich wie bei "I Am Legend" wird eine stimmige spannende Atmosphäre an übermenschlich starke und schnelle Biester verschenkt – wobei sie hier zwar nicht albern animiert, aber dafür im Grunde überflüssig sind. Der im Titel verkündete psychologische Dreh wirkt schließlich aufgesetzt und unfreiwillig komisch, was vielleicht auch Dennis Quaids stets gleichen, angestrengt besorgten Gesichtsausdruck erklärt.




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