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Der Mann in der eisernen Maske
Der Mann in der eisernen Maske
© MGM

Kritik: Der Mann in der eisernen Maske (1998)


Um es gleich vorweg zu sagen. Dieser Film ist so überflüssig wie der sprichwörtliche Kropf oder - um im Sujet zu bleiben - wie eine Fortsetzung von "Titanic"....sagen wir unter Wasser.

Und dennoch erlahmt das Interesse an dem Zwei-Stunden-Schinken nicht völlig. Und das liegt (und hier wären wir dann erneut im maritimen) an Leonardo DiCaprio. Bei allem gehypten Rummel (Leomania) um den 23jährigen Star ist nämlich ein bißchen in den Hintergrund getreten, daß er ein begnadeter Schauspieler ist. Und von seiner Kunst zeigt er uns im "Mann in der eisernen Maske" reichlich, sogar noch mehr als in "Titanic".

Dies liegt an seiner dankbaren Doppelrolle. DiCaprio spielt zwei gegenpolige Charaktere: Zum einen den arrogant-fiesen Louis XIV, zum anderen dessen gutmütig-edlen Zwillingsbruder. Um die beiden rankt sich denn auch der Plot, der mit Alexandre Dumas berühmter Vorlage recht frei umgeht.
Die Musketiere (Aramis, Athos und Posthos) sind in die Jahre gekommen und haben bis auf D'Artagnan, der seinem König in Kadavergehorsam ergeben ist, den Job an den Nagel gehängt. Eine böse Palastintrige, die Athos´ Sohn das Leben kostet, bringt die alten Kampfgefährten noch einmal zusammen. Sie beraten, wie dem durch Prunk und Verschwendungssucht in den Ruin getriebenen Land zu helfen sei. Der in die biographischen Hintergründe des Königs eingeweihte Aramis ist es, der schließlich einen verwegenen Plan entwirft. Der böse Louis XIV soll gegen seinen guten Zwillingsbruder ausgetauscht werden. Das ein solcher existiert ist das größte Geheimnis am Hofe. Und um dies zu wahren fristet er ein jämmerliches Dasein hinter einer eisernen Gesichtsmaske in einem trostlosen Verlies. Er wird von den drei Freunden befreit, und der kuriose Identitätstausch klappt zunächst tatsächlich.

Da zu diesem Zeitpunkt jedoch erst die Hälfte des Film rum ist und im übrigen alle vier Musketiere noch nicht wiedervereint sind, sieht das Drehbuch in der Folge einige Verwicklungen vor, die das Happyend hinauszögern.
Bis auf die Hauptdarsteller (neben "Leo" sind auch Jeremy Irons, John Malkovich, Gerard Depardieu und Gabriel Byrne sehenswert, da mit Herz und offensichtlichem Spaß bei der Sache) geht dem müden Filmchen so ziemlich alles ab, was das Genre eigentlich attraktiv macht. Allein die Tatsache, daß in einem Mantel-und Degenfilm letzterer erst weit nach einer Stunde gezückt wird, ist da bezeichnend genug. Jedoch nicht nur an Action wurde gespart, auch Schauplätze, Decors usw. wirken merkwürdig ärmlich. Aber eigentlich funktioniert der ganze Film nicht so richtig und hinterläßt einen unfertigen Eindruck. Offensichtlich liegt das am Regiedebütanten Randall Wallace, der nach seinem Drehbuch zu "Braveheart" hoch gehandelt wurde, sich hier jedoch reichlich verhoben hat.




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